"Bares für Rares": Dieses Gerät verursachte Horst Lichter echte Schmerzen

Ein sogenannter "Elektroller" sollte am Mittwoch bei "Bares für Rares" einen neuen Besitzer finden, Horst Lichter war nach einem schmerzhaften Selbsttest kein Fan des Geräts ...

Anfangs hatte Lichter gar keine Ahnung, um was es sich hier überhaupt handelte. Er tippte auf "ein technisches Gerät vom Schneider oder Bäcker, um Teig zu schneiden." Doch das war ganz falsch. Siegfried Rätsch aus Steinbeck hatte ein Reizstrom-Massagegerät namens Elektroller von 1910 dabei. Und das sollte Lichter an der eigenen Haut testen!
Den Test wollte Experte Detlev Kümmel durchführen, der sich das Gerät ganz genau ansah. Man konnte die Stromstärke selbst einstellen. Doch als der Moderator "Strom" hörte, zog er die Augenbrauen hoch und stammelte: "Auweia". Doch Kümmel war sich sicher: "Ich hab 'ne Gaudi und du die Reizung". Der Experte nannte das "gerechte Arbeitsteilung".
Die Mechanik des Massagegeräts funktionierte wie bei einem Dynamo am Fahrrad. Mit einem Zahlenrad wurde das Gerät in Gang gesetzt, um schrittweise Reize auszulösen. Letzter Schritt: Stromschlag. Nach diesen Erklärungen hatte Lichter das "blöde Grinsen" des Experten satt. Trotz "Muffensausen" hielt Lichter tapfer seinen Arm zum Testen hin.
Mit "Keine Angst" wollte Besitzer Siegfried Rätsch noch beruhigen, doch dann war der Schock-Test auch schon vorbei. Und Lichter hatte erst gar nichts gemerkt. "Gut, dann startet jetzt Stufe zwei!", freute sich Kümmel über das Experiment. Das merkte Lichter dann doch, denn er zuckte schreiend zusammen. "Es gibt noch Stufe 5!", warnte Kümmel.
Als sich Lichter nach dem Schock noch erholen musste, fragte er dennoch, wie viel Geld der Besitzer eigentlich für die kuriose Antiquität haben wollte. "Meine Schmerzgrenze liegt bei 50 Euro", erklärte der Besitzer. Und auch Experte Kümmel war sich sicher: "Das kann bis zu 100 Euro bringen!"
"Wunderbar, das gibt sicher viel Spaß im Händlerraum", freute sich Lichter - der sich von der Schock-Therapie erholt hatte. Auch der Besitzer war sichtlich aufgeregt und wollte unbedingt schnell erfahren, ob auch die Händler sein Gerät am eigenen Körper testen würden ...
Walter Lehnertz hatte gleich eine Idee zur Verwendung des Geräts: "Damit kann man morgens seine Frau wecken, dann kriegt man zwar eine geschmiert, aber die Frau ist wach!" Doch nach dem Selbsttest, war ihm gar nicht mehr zum Scherzen zumute. "Aua, hau ab! Das will ich gar nicht haben, das Drecksding!", schrie er auf und reichte das Gerät weiter.
Doch das erste Gebot kam dann doch von Händler Lehnertz, der mit legendären 80 Euro startete. Schnell bot Kahl 100 Euro und mit schnellen 10er-Schritten boten sich die Kollegen auf 200 Euro. Wolfgang Pauritsch konnte das gar nicht verstehen: "Da hat jemand einen Stromschlag gekriegt, Wahnsinn! Dass das Gebot so hoch geht, hätte ich nicht gedacht."
"Doch, da mach ich mir einen richtigen Spaß draus, das schwör' ich dir", lachte sich Lehnertz ins Fäustchen. Doch der hatte die Rechnung ohne Kahl gemacht, der ebenfalls ein Faible das Gerät zeigte: "Du machst es immer so teuer. Ich biete 210!" Doch Lehnertz erhöhte sogleich auf 250 und meinte: "Du kriegst das nicht!"
"Na, du willst das echt haben", war auch Elke Velten verblüfft. Doch "Waldi" grinste und meinte, "Warte nur ab Elke, ich massiere dich gleich!" - "Nein, danke!", antwortete die Händlerin schnell, denn sie hatte durchaus Angst vor dem Strom-Gerät. Für den Verkäufer war es hingegen ein "Glückstag". 250 Euro, damit wurde der Wunschpreis glatt verfünffacht.
Ist das der Hammer!", strahlte Gewinner Lehnertz, als er den Elektroller endlich gekauft hatte. "Da werde ich heute Abend gleich mal eine von meiner Holden geschmiert kriegen." - "So schlimm wird's schon nicht werden", meinte der Verkäufer. Doch er kannte Lehnertz' Ehefrau nicht, die laut "Waldi" wohl "gut zupackt" ...
Ebenfalls über den Händlertisch ging ein süßer und sehr naturalistisch gestalteter Dackelwelpe aus Porzellan. Elke Velten zahlte 360 Euro. Laut Expertise von Colmar Schulte-Goltz lag der Schätzpreis zwischen 340 und 400 Euro.
Ein Offsetdruck des berühmten deutschen Künstlers Gerhard Richter (1987) ging für 1.750 Euro an Händlerin Elke Velten. Das Bild hing früher im Schrebergarten der Besitzer, nachdem die Ehefrau es als Firmen-Geschenk zum Jubiläum erhalten hatte. Colmar Schulte-Goltz hatte den Wert sogar bei 2.300 bis 2.500 Euro angesetzt.