"Bares für Rares"-Händler im "Mah-Jongg"-Fieber - Der Spieleabend kann kommen

Was machen eigentlich Trödelhändler, wenn sie nicht bei "Bares für Rares" vor der Kamera sitzen? Zum Beispiel einen Spieleabend mit antikem Gerät, wie in der Mittwochsausgabe deutlich wurde.

Der Moderator setzte auf den Experten Sven Deutschmanek, ihm die Spielregeln zu erklären. Doch der konnte auch nicht weiterhelfen, außer mit dem Spielnamen. Den hatte er schon mal gehört: Mah-Jongg. Unter anderem Namen wurde das Spiel um 1850 in China entwickelt. Danach, so lernte man, wurde es von Joseph Park Babcock nach Amerika exportiert und patentiert.
Da staunte Horst Lichter und wollte sogleich wissen, wie alt denn dieses Exemplar sei. Auf die Antwort kam Sven Deutschmanek relativ schnell. Denn sowohl auf dem Deckel als auch auf der ersten Seite der Spielregeln stand ein Datum: 10. Dezember 1924.
Viel spannender als das Entstehungsjahr fand der Experte die Spielsteine. "Diese sind wirklich sehr, sehr schön gestaltet", erkannte er. Zwar habe man um 1920 Naturmaterialien für Spiele verwendet, erklärte der Experte, "es ist aber leider kein Elfenbein. Da muss ich euch enttäuschen".
Auch wenn Elfenbein den Preis noch mal nach oben getrieben hätte: Alter und Zustand sprachen absolut für ein "Sammelobjekt".
"Ich bin guter Hoffnung", leitete Horst Lichter zur obligatorischen Frage nach dem Wunschpreis über. Der sollte "definitiv über drei Euro liegen", scherzte der Moderator. "Das habe ich hier schon mal rausgehört!" Die Verkäufer nickten: 200 Euro würden sie sich für ihren Kellerfund wünschen. Sven Deutschmanek korrigierte ...
"Hier liegen wir locker zwischen 450 und 550 Euro", taxierte der Experte das Mah-Jongg-Spiel. Danach lachten auch die Verkäufer wieder, denn sie wollten das Geld für eine Party nutzen: "Das wird 'ne lange Nacht!"
Bei den Händlern gab es erst mal ratlose Gesichter. Doch Daniel Meyer wusste zumindest, dass die Chinesen "völlig verrückt nach dem Spiel sind. Die spielen das Tag und Nacht! Das ist absoluter Kult dort", erklärte er. "So was habe ich noch nie gesehen", gestand Fabian Kahl (Mitte), der fasziniert die Spielsteine studierte.
Ohne Umschweife erzählte Verkäufer Karlheinz Dreher, dass es sich bei dem Material der Spielsteine nicht um Elfenbein handele, sondern "nur" um Bein. Das fanden auch die Händler schade, aber Daniel Meyer (2.v.l.) fand das Mah-Jongg-Spiel dennoch so spannend, dass er als Erster 90 Euro dafür bot.
Erst vor Kurzem hatte Meyer so ein Spiel im Auktionshaus vor sich gehabt. Doch das Spiel wurde damals nicht verkauft, da während der Auktion entdeckt wurde, dass ein Stein fehlte. Das Spiel in der Sendung hingegen war vollständig.
Dann kam Thorsden Schlößner (l.) ins Spiel. Der hatte sich vorgenommen, die Spielregeln durchzulesen, um danach einen Spieleabend mit Kollege Meyer zu organisieren. Er bot 200 Euro. Doch das war dem Verkäufer noch zu wenig. Obwohl er doch zuvor genau diese Summe bei Horst Lichter genannt hatte ...
Bei 250 Euro knickte der Verkäufer dann aber doch ein und stimmte zu. Neben dem Geld gab es eine persönliche Einladung von Händler Schlößner zum gemeinsamen Spieleabend. Fehlt nur noch Horst Lichter in der Runde ...
Ebenfalls über den Händlertisch ging eine besondere Erotik-Taschenuhr von 1995. Die Uhr in Form einer Brust stammte aus der Serie "Taktlos". Der Wunschpreis lag bei 1.000 Euro, doch Fabian Kahl war die außergewöhnliche Uhr sogar 1.500 Euro wert.
Seltene Trauerschmuck-Broschen mit Diamanten aus 585er-Gold von 1860-1870 wurden für 520 Euro von Daniel Meyer erworben.