Gut gepokert: "Bares für Rares"-Händler zahlen für Gläser dreifachen Wunschpreis

Diese bunten Trinkgefäße zaubern dem "Bares für Rares"-Experten Albert Maier ein Lächeln ins Gesicht. Denn im Gegensatz zu Horst Lichter weiß er direkt, welch kleines Vermögen hier auf dem Tisch steht. Doch nicht einmal der Experte ahnt, um wie viel die Händler den Schätzpreis noch übertreffen werden. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Petra Hach aus Hamburg kann sich gut davon trennen: "Ich habe die geschenkt bekommen von meiner ehemaligen Schwiegermutter." Nach dem Ende der Ehe hängt ihr Herz nicht mehr daran. Doch obwohl sie viel über die Herkunft der Gläser weiß, hat sie deren Wert bislang unterschätzt.
Den Wert erkennt Experte Albert Maier dafür umso genauer und kann kaum aufhören zu grinsen: "Ihre Schwiegermutter hat Ihnen ein großartiges Geschenk gemacht."
Denn was da auf dem Tisch steht, ist laut dem Experten feinstes Murano-Glas, das sich nicht jeder für den täglichen Gebrauch leisten kann.
Maier fährt fort: "Der Designer heißt Gio Ponti und er hat diese Gläser entworfen, Ende der 40er-Jahre." In der Kunstglasfabrik Venini in Murano wurden sie dann kunstvoll mundgeblasen.
Allein der Name Venini bringt den Experten zum Schwärmen: "Diese Glasmanufaktur ist für mich die beste in Italien und weltberühmt."
Eine gut erhaltene, signierte Venini-Vase brachte vor Jahren bis zu 20.000 Euro. Kleiner Wermutstropfen: drei der Gläser sind leicht beschädigt, außerdem fehlt die Signatur des Künstlers.
Diese Summe sieht der Experte zwar nicht, doch mit seinem Schätzwert von 1.000 bis 1.200 Euro wäre der Wunschpreis von Frau Hach immerhin verdoppelt. Sind die Händler genauso begeistert wie Albert Maier?
Das sind sie in der Tat: Christian Vechtel (li.) erkennt sofort: "Das ist natürlich komplett Handarbeit." Wolfgang Pauritsch (r.) ist von der Schönheit überwältigt: "Das ist so eine richtige Farb-Orgie."
Christian Vechtel und Fabian Kahl bieten direkt drauf los, allerdings im niedrigen dreistelligen Bereich. Von Wolfgang Pauritsch kommt der Hinweis: "Ich habe einmal ein Glas verkauft für 400."
Und zack - schießen die Gebote in die Höhe. Bei 1.200 Euro beweist Frau Hach Verhandlungsgeschick: "Wenn Sie noch ein bisschen was drauflegen, dann ..." Das lässt sich Fabian Kahl nicht zweimal sagen und erhöht direkt auf sagenhafte 1.500 Euro!
Es werden sogar noch 1.600 Euro - das Dreifache von Frau Hachs Wunschpreis. "Ich find die stark", freut sich Fabian Kahl über die Gläser. Die Verkäuferin wiederum freut sich dafür über ihr Poker-Talent: "Super ist es gelaufen!"
Super läuft auch die Expertise für diesen Goldschmuck. Satte 4.200 Euro könnten Armband und Ring aus den 1960er- bis 80er-Jahren bringen.
Am Ende sind es sogar 4.300 Euro, die Susanne Steiger auf den Tisch blättert.
Der englische Puppenwagen von Tri-ang aus den 1960er-Jahren wird auf 100 bis 150 Euro geschätzt.
Wenigstens die 100 Euro holt Fabian Kahl aus der Tasche, denn Puppenwägen sind derzeit nicht sonderlich gefragt.
300 bis 350 Euro ist der antike Granatschmuck mit Kette und Brosche aus den 1880er-Jahren wert.
Fabian Kahl ist begeistert vom schönen Rot-Ton der Steine und kauft den Schmuck für 380 Euro.
Die sogenannten Spaghetti-Sessel des italienischen Designers Giandomenico Belotti aus den 1980er-Jahren haben einen Schätzwert von 500 bis 700 Euro.
Da Christian Vechtel die Stühle recht bequem findet, kauft er sie für 300 Euro.
Die beiden Ofenplatten sehen zwar alt aus, sind jedoch keine Originale aus dem Jahr 1690. Albert Maier erkennt sofort, dass es nur wertlose Kopien aus den 1970er-Jahren sind und schickt den enttäuschten Verkäufer wieder nach Hause.