"Bares für Rares": Dieses Heiligenbild begeistert Horst Lichter

So etwas Schönes hatte Horst Lichter in seiner Trödel-Show "Bares für Rares" schon lange nicht mehr gesehen. Noch toller als das Kunstwerk mit religiöser Darstellung war jedoch die Geschichte dazu. Alles über die ungewöhnliche Rarität und was sie wert war, zeigt die Bildergalerie ...

"Ich weiß gar nicht, wie man das nennen soll. Das ist ja kein Bild", fragte sich Horst. Die Antwort kam von der kleinen Maya von Oppenkowski aus Stendal: "Das ist eine Elfenbeinschnitzerei und das ist die Grablegung von Maria und das haben wir von meiner Uroma."
Doch die Geschichte wurde noch besser: Die Uroma bekam das Bild von ihrer Tante geschenkt, die hatte es wiederum von einer gewissen Baronin von Eibach erhalten. Also eine Rarität aus adligen Kreisen, das ließ Horst sofort hellhörig werden: "Das ist ja ne dolle Sache!"
Die besagte Tante war dort als Bedienstete tätig und erhielt das Präsent als Dankeschön für ihre Arbeit. "Leck mich de Söck!", entfuhr es da dem Trödel-Moderator.
Trotzdem wollten Ann Katrin von Oppenkowski und ihre Tochter das einzigartige Erbstück verkaufen: "Es passt halt nicht in unsere Wohnung." Sie hofften, dass es wenigstens 500 Euro bringen könnte.
Nun war der Wunschpreis bekannt. Was sagte Experte Detlev Kümmel dazu? Der war von der ausgefallenen Schnitzerei absolut begeistert: "Hier haben wir eine Synchron-Darstellung. Das ist eine Darstellung von zwei verschiedenen Szenerien."
Der untere Teil zeigte die Grablegung Marias, der obere deren Himmelfahrt. "Ist es denn echtes Elfenbein?", hakte Horst Lichter interessiert nach. "Eindeutig Elfenbein", bestätigte der Experte.
Und das Alter? "Hier sind wir so im frühen 19. Jahrhundert, vielleicht noch Ende 18. Jahrhundert", vermutete der Experte. Dazu fiel Horst nur noch eins ein: "Wow!" Leider ließ sich die Signatur J.T.C. nicht eindeutig zuweisen, sonst wäre das Bild noch wertvoller.
"Der Zustand ist eigentlich perfekt", außer ein paar Altersspuren hatte Detlev nichts zu bemängeln. Und der Preis? "Hier bin ich mindestens vierstellig" - sogar bis zu 1.200 Euro sollte die Schnitzerei in seinen Augen wert sein.
Entscheidend war jedoch, welche Summe sich die Händler aus der Tasche ziehen ließen. Das Elfenbein-Kunstwerk gefiel allen. Kaufen wollten es aber nur wenige.
"Elfenbein oder nicht Elfenbein?", diese Frage trieb im Händlerraum alle um. "Ich würde sagen, Elfenbein, laut der Qualität. Eine sehr, sehr schöne Relief-Schnitzerei", startete Fabian Kahl (l.) mit einem Gebot.
Sehr viel mehr wurde nicht verhandelt, das Kaufinteresse der anderen Händler war gering. Bei 750 Euro wurde man sich immerhin einig. Zwar nicht vierstellig, aber genug Bares, um Maya und ihre Mutter glücklich zu machen.