"Bares für Rares": Hitziges Bietergefecht um "bärenstarke Lampe"

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Die "Bares für Rares"-Händler strahlen um die Wette, als vor ihren Augen eine seltene Desginer-Lampe angeknipst wird. Da droht bei manchem, die Vernunft-Sicherung rauszufliegen ...

"Echt cool", lobte Horst Lichter (Mitte) das besondere Stück, das Jochen Schien (rechts) am Dienstag zu "Bars für Rares" mitgebracht hatte. Mit seiner Begeisterung stand der Moderator nicht alleine da.
Doch Lichter äußerte auch "ein bisschen Unverständnis" darüber, warum die Schreibtischleuchte verkauft werden sollte.
Verkäufer Schien (rechts), selbst Diplomdesigner, erklärte, er sei seit Jahren dabei, seine sehr große Sammlung aufzulösen beziehungsweise zu entsorgen. Für die Leuchte, die er bei einer Haushaltsauflösung gefunden hatte, hoffte er nun auf Anerkennung ihrer Authentizität. Von Sven Deutschmanek (links) kam sie prompt.
Der Experte bestätigte: Es handelt sich um eine Lampe von Industriedesigner Karl Trabert, die in den 30er-Jahren in Frankfurt gefertigt wurde. In perfektem Zustand würden die beliebten Leuchten durchaus vierstellige Preise erzielen. "Gut, der Zustand ist nicht so berauschend", stellte Lichter fest.
Sven Deutschmanek empfahl: "Die vernickelten Elemente neu aufarbeiten, den Fuß neu lackieren, das Holz neu lackieren und die Elektrik einmal komplett neu machen." Der Verkäufer wies jedoch auf ein besonderes Detail an seiner Lampe hin: Im Gegensatz zu vielen anderen Lampen aus dieser Serie sei an seiner noch der Originalschalter erhalten!
Experte Deutschmanek (links) schätzte den Wert der Lampe auf 350 bis 400 Euro. Da der Verkäufer mindestens 100 Euro dafür haben wollte und auf maximal 1.500 Euro hoffte, konnte er damit gar nicht danebenliegen. Da ihm Preisverhandlungen "total unangenehm" seien, hoffte Jochen Schien, dass die Lampe im Händlerraum zum Selbstläufer werden würde...
Verkäufer Schien wusste seine Leuchte und ihren "selten originalen Zustand" durchaus anzupreisen. Alle fünf Händler waren interessiert! Von Walter "Ich fang' mal mit 80 Euro an" Lehnertz kam ein überraschendes Einstiegsgebot: "Ich fang' mit 400 Euro an!" Begründung: "Ich find die bärenstark!"
Trotz seines hohen Einstiegs musste sich Waldi immer wieder von den Kollegen überbieten lassen. Zwischendurch überzeugte er sich noch einmal davon, ob es sich bei dem Lampenschirm um echtes Glas handelte. Tat es. Einmal dagegen geklopft, "680 Euro".
Schließlich gab sich Walter Lehnertz doch geschlagen. Wolfgang Pauritsch (links) hatte mit Kennerblick 700 Euro geboten und den Zuschlag bekommen. Erfreulich für den Verkäufer: Wenn auch nur die Hälfte des Wunschpreises, so war es doch das Zweifache der Expertise.
Am Ende fand auch Lichter die Lampe so beeindruckend, dass er noch einmal zu Jochen Schien kam, um sich nach dem Ausgang der Auktion zu erkundigen. Und übrigens: "Solltest du davon noch viele haben, sag' Bescheid!"
Diese stolze Dame, in Bronze gegeossen, wollte Elke Velten unbedingt haben. Sie hatte gleich die Handschrift des Küstlers Emmanuel Villanis erkannt und erwarb das zwischen 1900 und 1920 in Paris entstandene Original für 850 Euro.
Wieder was gelernt: Das Muster dieser Panzerkette, so erklärte Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel, "nennt sich: Deutschpanzer hochkant gedrückt". Das schlichte, elegante Set aus Armband und Collier wurde in den 70er-Jahren aus 750er-Weißgold und Brillanten (2,5 Karat) gefertigt und in der Sendung für 2.300 Euro an Elke Velten verkauft.
Die Kaminuhr von Mourey & Couenne aus Frankreich (1880-1900) ist an der ein oder anderen Stelle gebrochen oder repariert und lässt ein Pendel vermissen. Für 100 Euro kaufte Christian Vechtel das Stück.
Die fünf großen Löffel (1863) aus 750er-Silber stammen aus Königsberg. Wolfgang Pauritsch kaufte sie für 120 Euro.