"Bares für Rares": Horst Lichters Männertraum zerplatzt im Händlerraum

Horst Lichter war mal wieder nicht zu halten: Ein Auto-Bausatz hatte es dem "Bares für Rares"-Moderator angetan. Ein Happy End gab es in der Trödelshow dennoch nicht - nicht für Lichter und nicht für die Verkäuferin.

Seine Frage konnte Verkäuferin Simone Cammann aus Wienhausen schnell beantworten: "Ein ganz toller Bugatti". Dabei leuchteten Lichters Augen sofort auf - vor allem, als Experte Detlev Kümmel das zusammengebaute Resultat im Katalog zeigte. Zwischen den Einzelteilen und dem Bugatti lag jedoch ein langer Weg. "Aber ein schöner Weg", lächelte Lichter.
"Man braucht schon etwas handwerkliches Geschick", begann Kümmel seine Expertise. Denn neben den ganzen Einzelteilen gab es lediglich eine simple Anleitung ausschließlich mit Bildern und ein paar Werkzeugen. Da musste auch der begeisterte Bastler Lichter kurz schlucken. Selbst die Felgen des Bugatti waren nochmals in Einzelteile zerlegt.
"Wenn hoffentlich alle Teile verbaut sind, hat man einen vier Kilo schweren Bugatti mit Differentialantrieb. Doch bis der Wagen fertig ist, hat man sicher ein, zwei Jahre Zeit zu basteln", erklärte Experte Kümmel den Bugatti-Bausatz. Horst Lichter war voll in seinem Element: "Wow! Das wäre was für mich. Das ist Männer-Yoga!"
Da die einzelnen Teile noch original verpackt waren, war sich Kümmel sicher, dass der Bausatz der Firma Trix von 1997 vollständig war. Ebenfalls handelte es sich um eine limitierte Auflage von 333 Stück. "Das ist für Sammler besonders interessant", so Kümmel. "Und selbst die Aufbewahrungskiste ist original!" Daraufhin Lichter: "Ich hätte es gerne!"
Der Wunschpreis von Simone Cammann lag bei 500 Euro. Doch Kümmel wertete höher. "500 Euro ist das Minimum. Der tatsächliche Wert liegt zwischen 700 und 1.000 Euro." "Cool", stammelte die Verkäuferin. Das Geld wollte sie in eine Party zum 50. investieren. Nur Lichter verdrückte traurig eine Träne: "Manchmal ist das Leben nicht lieb zu mir."
Leider ebbte die Begeisterung im Händlerraum ab. "Für einen Bastel-Fan ist das sicher was Schönes", so Christian Vechtel. Leider saßen davon keiner hier. Das bewies Fabian Kahl, als er den Verschluss eines Plastik-Beutels mit den Einzelteilen kaputtriss. Auch Kollege Jan Čížek musste gestehen, dass er lieber an Stühlen und Lampen schrauben würde.
Nicht mehr als 100 Euro wollte Vechtel bieten. Das war der Verkäuferin viel zu wenig, denn die Expertise hatte doch bis 1.000 Euro ergeben. "Das ist erst ein Start, und nun überlegen die Kollegen, ob sie mitbieten", beschwichtigte Vechtel. Doch seine Kollegen zogen nicht mit. Ein "Nö!" von Esther Ollick und Kahl hatte "doch keine Ahnung davon".
Als die Verkäuferin ihre 500-Euro-Schmerzgrenze nannte, erntete sie leider nur Kopfschütteln. Cammann versuchte dennoch ihr Sammlerstück weiter anzupreisen, denn "der Bausatz wurde nur 333-mal hergestellt". Doch auch die Sonderauflage beeindruckte nicht. Im Gegenteil: "333 ist auch die unterste Goldlegierung", entgegnete Kahl spöttisch.
"Ganz ehrlich: Mehr als 300 Euro kann ich ihnen nicht bieten", versuchte Vechtel, sein letztes Gebot zu unterbreiten. Und nach kurzer Pause stimmte die Verkäuferin doch etwas geknickt dem Preis zu. Denn: "Mit nach Hause will ich den Bausatz auch nicht mehr nehmen. Und 300 Euro ist besser als nichts."
Viel besser, kam ein "geiles Bild" (Zitat Fabian Kahl) des deutschen Künstlers Carl Rüdell von 1931 im Händlerraum an. Vor 30 Jahren wurde das Bild bei einer Wohnungsauflösung für umgerechnet 50 Euro gekauft. Laut Expertise von Bianca Berding war das Aquarell bis zu 800 Euro wert. Elke Velten zahlte nach einem heftigen Bieterduell mit Kahl satte 1.500 Euro.
Ein schlichter Goldring mit Brillant aus den 1930er-Jahren fand leider keinen Abnehmer bei den Händlern. Der Verkäufer wollte mindestens 500 Euro für das Erbstück von seiner Großmutter, doch das Höchstgebot lag lediglich bei 150 von Elke Velten.