"Bares für Rares": Darum klingelte die Vereinskasse

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Am Tisch von Horst Lichter und seinem Experten sorgte dieses ungewöhnliche Instrument für Feierlaune. Doch warum sollte das Stabxylophon verkauft werden und wer wollte es haben? Mehr dazu zeigt die Bildergalerie.

"Mein lieber Herr Gesangsverein!" - die Worte von Horst Lichter passten wie die Faust aufs Auge. Denn das Musikinstrument, das bei "Bares für Rares" zum Verkauf stand, stammte tatsächlich aus einem Verein.
Trotzdem wunderte er sich über den Verkauf des Stabxylophons, auch Lyra genannt: "Warum soll das weg? So was gibt man doch nicht mehr weg?"
Die Vereinskollegen aus Wiesbaden erzählten: "Wir hatten mal einen Musikzug, der ging bis Mitte der 70er-Jahre und hat sich dann aus Altersgründen aufgelöst." Seitdem lag das monströse Instrument ungenutzt im Regal und sollte jetzt wenigstens ein bisschen Geld in die Vereinskasse spülen.
Jetzt meldete sich Experte Sven Deutschmanek mit ein paar Infos: "Wenn du morgens zum Schützenfest den Spielmannszug hörst, hörst du meistens die Lyra als Erstes." Links waren die Halbtöne, rechts die normalen Töne, also ähnlich wie beim Klavier.
"Wenn ich richtig draufhauen würde, ist das irre laut" - deshalb legte der Experte den Schlägel schnell wieder weg. Oben saß ein dekorativer Greifvogel drauf, rot-weiße Rosshaare hingen an der Seite: "Kunsthaar vom Allerfeinsten, da kannste auch ein paar Karnevalsperücken von machen."
Das Alter des Stabxylophons: aus den 50er- oder 60er-Jahren. Der Schätzpreis: maximal 150 bis 200 Euro. "Was darüber hinausgeht, das wäre Glück", meinte Sven.
Im Händlerraum wurde zumindest sofort fröhlich auf der Lyra geklimpert. "Da habt's uns ein schönes Musikinstrument mitgebracht", war Ludwig Hofmaier (r.) begeistert.
Walter Lehnertz (l.) eröffnete die Runde: "Ich fang mal mit 80 Euro für den Klimperkasten an."
"Herr Hofmaier, vielleicht etwas Musik auf der Fahrt?", schlug Julian Schmitz-Avila (l.) seinem Kollegen Lucki vor. "Ja! Ich geb Ihnen 150 Euro!", war der Bayer in Kauflaune.
"Ich will klimpern im Laden, ich mach 200", machte Waldi den Sack zu. "Damit ihr was in die Vereinskasse kriegt."
Das "Klimpergeld" wird zu Vereinszwecken verwendet: "Wir haben ein Bühnenbild für unsere Auftritte im Wiesbadener Kurhaus, das ist schon einige Jahre alt und muss restauriert werden."
Alt war auch ein Marienbild aus Spanien, noch dazu handbemalt und aus Gips. Es brachte der Verkäuferin 780 Euro ein.
Das gusseiserne Miniatur-Lokomobile vom Hersteller Bing aus der Vorkriegszeit entlockte den Händlern 200 Euro.
Ein silbernes Zigaretten-Etui von Lutz & Weiß und eine hübsche Schmuckschatulle von WMF, beides von etwa 1900, wurden für 120 Euro verkauft.
Und eine Omega-Armbanduhr aus Weißgold, besetzt mit Saphiren und Diamanten, holte mit 1.050 Euro knapp mehr als den gewünschten Preis.