"Bares für Rares": Riesige Begeisterung bei Horst Lichter für winzige Antiquität

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Solche Miniaturmöbel, wie sie am Mittwoch bei "Bares für Rares" auf den Expertentisch kamen, hatte Horst Lichter noch nie zuvor gesehen. Gut, dass Experte Sven Deutschmanek Licht ins Dunkel bringen konnte ...

Er hatte ein Set von wirklich außergewöhnlichen Miniaturmöbeln dabei. Ernst Wahl hatte sie von seinem Vater geerbt. Ob sie überhaupt etwas wert seien, war ihm völlig unklar. Zum Glück konnte Experte Sven Deutschmanek weiterhelfen.
Doch aus was waren die kleinen Möbelstücke gefertigt? Experte Sven fragte: "Na Horst, hast du eine Idee?" - "Ich denke fast, weil es so hell ist, könnte es Elfenbein sein", vermutete der Moderator, ...
... korrigierte sich aber sogleich selbst: "Aber dann schaue ich hier auf die Tischplatte dieser kleinen Miniatur und sehe keine Maserung." Der Experte klärte auf: "Es ist aber Bein. Das 'Elfen' lassen wir mal weg. Solche Sachen hat man schon aus der Steinzeit gefunden - damals aus Pferde- oder Rinderknochen."
Dieses Kleinmöbel-Ensemble war aus Rinderknochen gefertigt. Mit unterschiedlichen Techniken wurden die sieben Miniaturen wohl zwischen 1880 und 1890 hergestellt. "Mit ganz feinen Sägeblättern hat man diese filigranen Strukturen, wie an der Banklehne hier zu sehen, gefertigt. Das ist ganz hohe Handwerkskunst", erklärte Sven fasziniert.
Mit wie viel Liebe zum Detail die Stücke gearbeitet waren, zeigte sich auch bei dem Harmonium. Hier wurden zum Beispiel die Noten fein säuberlich per Hand gemalt. Horst fing an zu schwärmen: "Das ist ja unfassbar. Wahnsinn! Irre!" Auch Sven war ganz begeistert: "Ja, das ist eine super, super, super Handwerkskunst!"
Bei so viel filigraner Handarbeit war Horst gar nicht mehr zu stoppen: "Mein Lieber, ich finde das sehr beeindruckend, denn wenn man ganz nah rangeht, sieht man diese unfassbare Arbeit. Also, wenn ich hier an der Bank nur die Sitzfläche sehe, werd ich irre!" Doch eine Frage blieb: Wie viel war die Handwerkskunst aus Knochen nun wert?
Kleinere Beschädigungen wie ein fehlendes Stuhlbein entgingen dem Expertenauge nicht. Dennoch schätzte Sven die Objekte höher ein als Verkäufer Ernst, der einen (zu) bescheidenen Wunschpreis nannte. "Hier geht es um die Handwerkskunst. Und 100 Euro ist definitiv zu wenig. 250 bis 300 Euro Minimum."
Horst Lichter durfte dem glücklichen Verkäufer also die Händlerkarte überreichen. Dazu gab es noch eine besondere Dankesbotschaft: "Ich möchte dir persönlich danken für so etwas Außergewöhnliches. Denn das bereitet mir sehr viel Freude, Dinge zu sehen, die ich noch nie gesehen habe."
Damit hatte Ernst nun wirklich nicht gerechnet: "Ich war mir völlig unsicher. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, ob das überhaupt von Wert ist und wie es eingeschätzt wird. Deshalb freue ich mich umso mehr, die Händlerkarte bekommen zu haben." Doch was erwartete ihn im Händlerraum?
Eins war schnell klar: Eine solche Handwerkskunst bekommen die Händler nicht jeden Tag zu sehen. Und dazu noch so zart und fein gearbeitete Miniaturen. "Ja, sehr niedlich", meinte Händler Julian Schmitz-Avila (l.) dazu.
Bewunderung für die Mini-Möbel gab es aber nicht nur von Julian, der sich mit Kollege Jan Cizek schnell auf ein Angebot von 150 Euro hochbot. Am Ende erhielt jedoch Markus Wildhagen (Bild) den Zuschlag und zahlte 200 Euro für die Knochenmöbel - doppelt so viel, wie sich der Verkäufer anfangs erhofft hatte.