"Bares für Rares": Verkäuferin bricht mit Familien-Tabu und verkauft Erbstück

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Wieder einmal fehlten Horst Lichter in der Trödel-Show die Worte, denn am Montag bot jemand die eigene Großmutter als Rarität an.

"Auf dem Bild ist meine Oma, und die hat am Hals diesen Schmuck", sorgte die Hundesalonbesitzerin aus Köln für einen Aha-Effekt beim Moderator.
Auf den zweiten Blick erkannte Horst, dass die Dame auf dem Gemälde tatsächlich das Collier um den Hals trug, das vor ihm auf dem "Bares für Rares"-Tisch lag. So etwas hatte es in der Geschichte der ZDF-Show noch nie gegeben!
Bild und Kette wurden innerhalb der Familie bisher von Generation zu Generation vererbt. Da Eva jedoch keine eigenen Kinder hat, bricht sie das Familien-Tabu und will sich von dem Generationen-Erbe trennen.
Trödel-Expertin Heide Rezepa-Zabel hatte einige Infos parat, schließlich waren beide Objekte sehr interessant. Beispielsweise wurde das Porträt im Jahr 1947 von Frantisek Líbal gemalt.
"Dargestellt ist hier eine zupackende Frau in der Nachkriegszeit", erkannte Heide. "Aber der Künstler vergisst hier nicht die Schönheit der Dame, das Weibliche und die Lust, sich zu schmücken."
Und genau dieser Schmuck, der auf dem Bild zu sehen war, lag live vor ihnen. Das Anhängerkettchen aus Platin mit Rosendiamanten stammte aus der Belle Époque um 1900. Heide schätzte den Wert auf 350 bis 400 Euro.
Fürs Bild setzte sie sogar bis zu 1.500 Euro an. "Ich bin sprachlos", konnte Eva den Wert ihrer gemalten Oma gar nicht fassen. "Eva, es läuft!", freute sich Horst und zückte die Händlerkarte.
Die Händler hatten jedoch nur Augen für den Maler: "Kennen wir den?" Frantisek Líbal sagte ihnen eher nichts. "Aber der Rahmen is schön", gefiel Walter Lehnertz (links) zumindest das Drumrum.
Eva enthüllte das zweite Kaufobjekt: "Zu meiner Oma habe ich noch einen Schmuck dazu." Jetzt kam Leben in die Händler. "Ah, des ist die Oma?", stieg bei Ludwig Hofmaier (rechts) das Interesse.
"Sehr schön, dass man die Kette noch dazu hat. Das ist ja unglaublich", erkannte endlich auch Schlossherr Fabian Kahl (rechts) die außergewöhnliche Situation. Die Verhandlung näherte sich in kleinen Schritten langsam Evas Ziel-Marke von 1.000 Euro.
Fabians finales Gebot von 900 Euro nahm die Verkäuferin trotzdem gerne an: "Dann kommt die Oma ins Schloss." So einen noblen Wohnsitz hätte sie sich zu Lebzeiten bestimmt gewünscht.
In ein neues Zuhause zogen auch die anderen Raritäten um, beispielsweise ein antiker Krug aus Kaiserzinn von 1895 für 100 Euro.
Ebenso fand eine Muschel-Kamee aus den 30er-Jahren für 500 Euro einen neuen Besitzer.