"Bares für Rares": Werbe-Ikone mit hohem Sammlerwert

Viel Geld floss am Montag bei "Bares für Rares" für eine Werbe-Ikone - auch wenn die Figur inzwischen anders heißt als früher.

"Das ist ein unglaublich schönes Dekorationsstück", zeigte sich Horst Lichter (Mitte) begeistert in der Montagsausgabe seiner ZDF-Trödelshow. Was dem "Bares für Rares"-Moderator so gefiel, hatte einst einen Namen, den viele heute als rassistisch kritisieren ...
Mike Nickel aus Bochum hatte im Auftrag seines Nachbarn eine Werbefigur dabei, die fast jeder kennt, deren ursprünglicher Name aber heutzutage nicht mehr in den Wörterbüchern auftaucht.
"Es heißt heute 'Magier'", fügte der Experte Sven Deutschmanek hinzu und kannte auch die Geschichte hinter dem ursprünglichen Namen der berühmten Werbefigur.
Ein Berliner Confiseur namens Neumann gründete Mitte des 19. Jahrhunderts in der Friedrichstraße das Unternehmen "Felix & Sarotti". Später verkaufte er es an den Konditor Hugo Hoffmann, der sein Geschäft in der Mohrenstraße hatte ...
Jener Konditor beauftragte in den 60er-Jahren eine Agentur damit, eine geeignete Werbefigur zu entwerfen. Der "Sarotti-Mohr" war geboren.
"Der Zustand ist perfekt und hochwertig. Für solche Werbefiguren wird viel Geld gezahlt", wusste Sven Deutschmanek und prophezeite einen ansehnlichen Gewinn.
Seine Einschätzung: ein Wert zwischen 900 und 1.400 Euro. "Die Schmerzgrenze des Nachbarn liegt bei 1.300 Euro", sagte Mike Nickel. Ob die Händler so viel zahlen würden?
Die Händler schienen anzubeißen: "Cool!", war da zu hören, als der Speditionskaufmann den Sarotti-Magier vorstellte. Und: "Find ich gut!"
"Der kostet eine Stange, das sage ich euch", wusste allerdings Wolfgang Pauritsch (Mitte). "Ich hab mal einen gesehen. Das war ein Preis, da wird dir ganz anders. Eine gute vierstellige Summe!"
Doch die Händler waren in Kauflaune. Rasch boten sie sich gegenseitig in die Höhe.
Besonders Walter "Waldi" Lehnertz (zweiter von links) schien die Figur unbedingt haben zu wollen. Sein höchstes Gebot: 1.280 Euro. Deal? Nein!
Die Händler blickten irritiert drein, als Mike Nickels sagte: "Ich muss leider ablehnen."
"Ich habe die Vorgabe von meinem Nachbarn, dass ich die Figur nicht unter 1.300 Euro abgebe", erklärte er. "An 20 Euro häng ich net", entgegnete "Waldi" Lehnertz rasch und lachte: "Ich will schließlich keinen Nachbarschaftskrieg."
Der Deal war perfekt: 1.300 Euro gingen über den Tisch. "Ich bedanke mich auch im Namen meines Nachbarn."
Für Saliere, Wodkabecher und Fußbecher aus dem 19. Jahrhundert wurde sogar der zweifache Expertenpreis gezahlt: 900 Euro legte Wolfgang Pauritsch insgesamt dafür hin.
Zäher waren die Verhandlungen beim Ölgemälde von Carl Nonn (1900-1950), das am Ende 300 Euro erzielte.
Ganz im Gegensatz zur Reiterflasche mit Silberverschluss von 1891: Hier gerieten die Händler in eine Bieterschlacht. Elke Velten bekam schließlich den Zuschlag für 380 Euro.
Die Gold-Brosche aus den 1950er-Jahren ging für 300 Euro über den Auktionstisch.
Die edle Kette aus den 1970er-Jahren war ebenfalls aus Gold und ging für 1.500 Euro an Elke Velten.