"Betrachte das als Unikat": Wettbieten um antike Spielzeug-Sensation

"Kleinod!" - "Was Besonderes!" - "Unikat!" - Bei "Bares für Rares" überschlugen sich alle Beteiligten mit Lobpreisungen einer Spielzeugrarität. Horst Lichter wähnte einen Fall fürs Museum.

Das wird die nächste Sensation, dachte sich Horst Lichter in der Dienstagsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" wohl, als er diese besondere Spieluhr sah. Doch an den Anblick musste er sich erst gewöhnen: "Die realistischen Augen der Kinder erschrecken mich." Und als Experte Deutschmanek die Uhr testete, fingen sie auch noch an zu schreien.
Der Moderator schrie auf: "Was machst du da? Hör auf! Lass das arme Kind in Ruhe!" Doch Sven Deutschmanek erklärte: "Das waren die kleinen Blasebälge, die in der Mechanik verbaut sind, die haben geschrien." Etwas ungläubig fragte Lichter nach: "Soll das so sein?" Der Experte stimmte zu: "Bei jedem Schrei stehen die Kinder auf und melden sich."
"Junge, Junge, das scheint richtig alt zu sein", strahlte Horst Lichter und witterte Großes. Leider konnte Renate Wente aus Hamburg nicht viel zur Uhr mit Puppenschule sagen. Sie hatte das Kleinmöbel vor 50 Jahren von ihrer Tante bekommen. "Ich denke aber, die Uhr könnte vielleicht 100 Jahre alt sein", fügte sie hinzu.
"Die Spieluhr ist noch älter als 100 Jahre, wohl um 1890 entstanden. Dafür ist der Zustand noch sehr gut, wenn man sich etwa die Papier-Applikationen am Holzkasten ansieht. Die sind nahezu perfekt", fuhr Sven Deutschmanek fort, und der Moderator sah die Spieluhr schon im Spielzeugmuseum stehen. Blieb nur noch die Frage nach dem Wert ...
Der Wunschpreis der Verkäuferin lag bei 1.000 Euro, doch Sven Deutschmanek fand "das Stück Volkskunst außergewöhnlich. Vor Jahren hätte das in Spielzeug-Auktionen horrende Summen gebracht." Leider sei das aktuell nicht mehr der Fall, aber das seltene Stück sollte dennoch bis zu 1.200 Euro bringen.
Die Verkäuferin war bereits auf dem Weg in den Händlerraum, als Horst Lichter noch mal ins Grübeln kam. "Wenn die Händler dahinten mit Spielzeug-Sammlern zusammenarbeiten würden, könnte das Teil durch die Decke gehen. Das ist wirklich eine ganz außergewöhnliche Sache", erklärte der Moderator, und Sven Deutschmanek nickte anerkennend.
Händler Lehnertz hatte kurz die Befürchtung, es handele sich der Form nach um eine Schreibmaschine. Doch nachdem die schöne Spieluhr enthüllt war, waren alle Händler begeistert. "Ein Kleinod", strahlte Daniel Meyer und Lehnertz fand das Stück so "klasse", dass er mit einem Erstgebot in Höhe von 480 Euro startete.
Fabian Kahl (Mitte) bot ebenfalls gleich mit, doch Lehnertz wollte die Uhr haben und erhöhte auf 550 Euro. Selbst Elke Velten meinte, "damit könnte ich glatt auch noch Spaß haben", obwohl Spieluhren nicht zu ihrem Angebot zählen. Für Daniel Meyer (links) hingegen schon. Er bot mit Lehnertz um die Wette.
Doch dann startete Ludwig Hofmaier und bot 1.250 Euro, die wiederum von Meyer mit 1.280 Euro überboten wurden. "Wie viel?" Spielerisch empörte sich Kult-Händler "Waldi", weil da sein Standardgebot kopiert wurde: "Du nimmst meine 80? Ich war eigentlich schon ausgestiegen, aber jetzt mach ich wieder mit!"
Den Zuschlag erhielt dennoch Hofmaier: "Das ist was Gutes und ganz speziell. Das kriegt man nie mehr. Ich betrachte das als Unikat", erklärte er und bot 1.320 Euro. Ob es sich wirklich um ein Einzelstück handelte, darüber waren sich die anderen Händler nicht einig. Doch die Verkäuferin und Hofmaier waren glücklich: "Sie haben mir eine große Freude gemacht!"
Einen Abnehmer im Händlerraum fand ebenfalls das kleine Ölgemälde von Cölestin Brügner aus dem Jahr 1864. Das spätromantische Bild war etwas restaurierungsbedürftig und wurde auf 350 bis 400 Euro geschätzt. Händler Daniel Meyer zahlte dafür 300 Euro.
Kein neues Zuhause fand eine Sputnik-Lampe aus den 1960er/70er Jahren des Designers Richard Essig. Diese wurde leider nicht ersteigert, denn das Verkäufer-Paar wünschte sich mindestens 500 Euro dafür. Geboten wurden aber nur 250 Euro von Daniel Meyer.