Frech gewinnt: Goldschmied gelingt bei "Bares für Rares" ein genialer Coup

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Über die Verkaufsobjekte, die bei "Bares für Rares" vorgestellt werden, wollen ihre Besitzer in der Regel erfahren, ob diese wertvoll oder nur Ramsch sind. Am Donnerstag allerdings wagte ein Goldschmied einen dreisten Coup - niemand wusste besser als er selbst, was der wahre Wert seines schmucken Mitbringsels war

Die hereingemogelte Ware: eine Brosche in Schmetterlingsform mit Perlenkette aus den 90er-Jahren. Der geschäftstüchtige "Schmuggler": Oliver Busch, Goldschmied aus Saarbrücken. "Das ist eine Reise in die Vergangenheit", freute sich Wendela Horz. Sie erkannte anhand der Unterlagen, dass es sich um ein Gesellenstück handelte. "Meine Mappe, die man bei der Prüfungskommission einreicht, sah ganz ähnlich aus."
Dann waren alle verblüfft: Der 46-Jährige bekannte, dass er das Schmuckstück selbst entworfen und gefertigt hat. "Warum willst du das nicht mehr haben, das ist doch ein Stück von deinem Leben?", staunte Horst Lichter. "Es liegt seit über 25 Jahren in der Schublade, wurde nur zweimal getragen", entgegnete Oliver Busch.
"Das ist aber raffiniert gemacht", lobte Lichter, als ihm erklärt wurde, dass man den Schmuck wahlweise als Brosche oder an der Perlenkette tragen kann. Nachdem der Goldschmied herumdruckste, als es um seinen Wunschverkaufspreis ging, meinte Horst Lichter ungeduldig: "Komm Kollege, hau raus!" Busch und die Expertin waren sich einig: 1.000 Euro.
Expertin Wendela Horz wurde, erinnert an ihre eigenen Lehrjahre, sentimental: "Ich weiß, wie viel Herzblut da drinsteckt und dass man nächtelang nicht schläft und dass es schwierig ist, so etwas abzugeben." Doch wusste sie auch: "Man kann leider diese Arbeitsstunden nicht mehr bezahlt bekommen."
"Fang nachher nicht an zu weinen, wenn es weg ist", gab Horst Lichter dem Goldschmied als Rat mit auf den Weg in den Händlerraum. Oliver Busch stellte sich mit der gegenteiligen Laune vor - grinsend wie ein Honigkuchenpferd im Hawaii-Hemd. Er verriet auf Nachfrage seine Masche: "Das ist mein Gesellenstück, das habe ich selbst gemacht vor 27 Jahren."
"Das ist zwei in eins", erklärte der Goldschmied dem Publikum. "Zum einen ein Perlenketten-Mittelteil und zum anderen eine Brosche." Elke Velten fand diese Idee "sehr schön", Ludwig Hofmaier schwärmte von den "sehr guten Perlen", während Walter Lehnertz sich für die Opale begeisterte. "Da ist alles gut an dem Stück", grinste Oliver Busch verschmitzt.
"Das ist auch schwer wie Blei, das Ding", befand Walter Lehnertz. Fast 30 Gramm schwer war der selbstgemachte Schmetterling. "Ich bin kein Perlenfreak, aber das haste jut jemacht", lobte der Händler. Elke Velten startete mit 500 Euro. Bereits der reine Goldwert läge darüber, behauptete Busch.
"Schöne Handarbeit", lobte Ludwig Hofmaier (rechts) und warf 1.000 Euro in den Raum. "Willst du es denn mal sehen?", bot Esther Ollick ihrem Nachbarn an. "Das sehe ich von Weitem", winkte Hofmaier ab. Ollick fand den Schmuck nicht "grün und rosa" genug für ihren Geschmack.
"Elfhundert Euro sind besser, ich liebe Opale, wie man sehen kann", so Elke Velten. Sie verwies auf ihr Handgelenk als Beweisstück A. "Elke handelt ja nur mit Schmuck, dann soll sie den Fiffi auch haben", kapitulierte Walter Lehnertz.
"Das ist ganz was Besonderes, mit der Zeichnung noch dazu", lobte sich der Goldschmied selbst. "Die habe ich gar nicht gesehen", gestand die Käuferin Elke Velten. Oliver Busch hatten den Verkaufsraum grinsend betreten, und ebenso verließ er ihn auch wieder. Kein Wunder: Ein selbstgemachtes Objekt zu verkaufen, auf diese Idee muss man erst mal kommen!