Elektro-Schrott oder Sci-Fi-Sensation? Kiloschwere Antiquität macht "Bares für Rares"-Händler ratlos

Ein prima Teil, um "auf dicke Hosen zu machen", belobigte Horst Lichter ein kiloschweres Verkaufsobjekt bei "Bares für Rares". Einer der Händler empfahl dennoch den Schrottplatz.

In der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" erinnerte ein "Monster-Geschoss" den Moderator "an Science-Fiction-Filme". Auch der Besitzer Tom Nick hatte diese Assoziation. Doch mit mehr Informationen konnte er leider nicht dienen. Horst Lichter hatte da eine Idee ...
"Das ist was, um einen auf dicke Hose zu machen", fing Lichter an und malte sich eine schöne Geschichte aus: "Da stellst du bei einer Party drei Maschinen nebeneinander und erzählst deinen Gästen: 'Oh, da darf ich nicht drüber reden!'. Dann klingelt dein Telefon und du wirst noch geheimnisvoller: 'Es sind noch Gäste da, ruf mich später zurück!'"
"Ich merke, mein Gerät kommt gut an", freute sich der Verkäufer aus Köln und lag damit gar nicht falsch. "Ich kann mich so in Rage reden, dass ich es am Ende haben will", lachte Horst Lichter. Geklärt war aber immer noch nicht, wie das Gerät überhaupt funktionierte und wofür es gebraucht wurde. Experte Sven Deutschmanek konnte weiterhelfen.
"Ich bin zwar kein Elektriker, aber ich weiß, dass es ein Oszilloskop ist. Das ist das zweitwichtigste Messgerät nach dem Multimeter und eine etwas ältere Messtechnik zum Messen von Stromspannung", erklärte Deutschmanek. Das Oszilloskop wurde von der amerikanischen Firma Tektronix Ende der 50er-Jahre hergestellt.
Der Experte wusste nicht genau, ob es noch Liebhaber für diese Geräte gab. Doch Lichter war sich sicher: "Es gibt für alles Liebhaber. Was willste denn haben?" Tom Nick wollte seine Frau zum Essen einladen: entweder Currywurst mit Pommes oder italienisch. Die Expertenschätzung lag bei 100-150 Euro.
Was verbarg sich unter der Decke? Händler Lehnertz (links) tippte auf Musikinstrument, Fabian Kahl (zweiter von rechts) auf eine Eisenkassette oder einen Fernseher. Doch auch als "Waldi" Lehnertz das Tuch gelüftet hatte, wussten die Händler nicht weiter. "Was ist das denn?", fragte Elke Velten irritiert. Christian Vechtel (rechts) tippte fast richtig auf "Oszillograph".
"Helfen sie uns, was ist das?", klang Wolfgang Pauritsch fast etwas verzweifelt. Nachdem Tom Nick erklärt hatte, dass es sich "um ein Oszilloskop handelt, der Strom-Spannung jeder Art misst", gab es aber leider dennoch keinerlei Begeisterungsstürme vonseiten der Händler.
Wolfgang Pauritsch hatte keine Ahnung von solchen Messgeräten und auch Christian Vechtel wusste nicht genau, wie Oszilloskopen preislich gehandelt wurden. Dabei wollte der Verkäufer doch nur genug Geld, um mit seiner Frau essen gehen zu können. Jedenfalls wurde ein starker Händler gesucht, der das Gewicht tragen konnte ...
Da kam Lehnertz die Idee, das Gerät beim Schrotthändler einzulösen. Doch das fand der Verkäufer gar nicht lustig. Nur Fabian Kahl konnte sich vorstellen, mögliche Liebhaber für Messgeräte zu finden, und bot 100 Euro. Dafür gab es anerkennenden Applaus von seinen Kollegen, und Wolfgang Pauritsch meinte sogar: "Das ist aber mal anständig von dir!"
Lehnertz machte einen weiteren Witz, denn "der Fabian hat einfach zu viel Platz im Keller". Laut Lehnertz sollte der Verkäufer dem Deal schnell zustimmen, bevor es sich Kahl noch anders überlege. Als der Verkäufer erkannte, dass kein weiteres Gebot kam, verkaufte er an Fabian Kahl und verabschiedete sich mit: "Schönen Dank und viel Kraft!"
Ebenfalls über den Händlertisch ging am Mittwoch bei "Bares für Rares" eine Silber-Tabakdose von 1872 aus Russland an Wolfgang Pauritsch für 650 Euro.
Leider keinen Abnehmer im Händlerraum fanden die Besitzer des Betts im "Art déco"-Stil. Das Paar dachte, ein Original-Bett aus der "Art déco"-Zeit zu besitzen. Doch leider war das Gestell nur verchromt und somit wohl erst später als in den 30er-Jahren entstanden.