So emotional reagierte Horst Lichter am Donnerstag bei "Bares für Rares"

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"Dafür hätte ich einigen Kindern ihre Fahrräder weggenommen und heimlich verkauft!" Wie bitte? Horst Lichter verblüffte in der Donnerstagsfolge von "Bares für Rares" mit einem kessen Bekenntnis. Aber er sah ja auch all seine "Kindheitsträume versammelt" vor sich ...

Peter Günther, Diplom-Ingenieur aus Messel, hatte sein Lieblingsspielzeug aus Kindertagen mitgebracht. Zu seiner Modelleisenbahn-Sammlung der Marke Märklin zählten neben einer Gelenklokomotive auch gut erhaltene Waggons aus den 1950er- bis 1960er-Jahren.
"Im Teenager-Alter wurden zweibeinige Lokomotiven interessanter, da hat die Eisenbahn an Reiz verloren und ist auf dem Dachboden gelandet", erklärte der 66-Jährige. Bei Horst Lichter ist das offenbar genau andersrum: "Ich hatte damals nur das kleine Oval mit der winzigen Dampflok", jammerte er. Vom grünen Krokodil - so der Spitzname der Lok - träumt er offenbar bis heute.
Experte Sven Deutschmanek (links) betrachtete die Sache etwas nüchterner: "Die sind noch aus Blech gefertigt, später ist man zu Kunststoff übergegangen." Er gab zu bedenken: "Solche Sachen sind mittlerweile schwer zu verkaufen, weil es jetzt das digitale System gibt."
Ein berechtigter Einwand, doch Horst Lichter war längst ganz der Nostalgie anheimgefallen: "Soll ich dir was sagen? Das ist mir sowas von egal!"
Ein Detail des Blech-Fahrzeugs dagegen war Horst Lichter alles andere als egal. "Beim Waggon konntest du über die Bewegung hier oben die Türen schließen", erklärte Sven Deutschmanek und demonstrierte das kleine Wunderwerk der Technik. "Ach Gott, wie schön!", frohlockte Lichter.
"Ich habe meine Eltern genervt, bis ich das Krokodil hatte", verriet Peter Günther seine kindliche Strategie. Zu spät für Horst Lichter, der sich seinerzeit mit dem Einsteiger-Set zufriedengeben musste. "Ich will nicht unter 300 nach Hause gehen", sagte der Verkäufer. Experte Sven Deutschmanek riet zu einem mehr als doppelt so hohen Preis: 750 Euro.
"Dann zahlen wir sofort", schlug Lichter augenzwinkernd vor. Doch der Profi hielt sich an die Regeln und schickte den Verkäufer zu den Händlern. "Cool!", befand Fabian Kahl (zweiter von rechts). Auch bei Julian Schmitz-Avila (dritter von links) schien es Liebe auf den ersten Blick zu sein.
"Es ist nur einmal im Jahr bespielt worden, nämlich zu Weihnachten", erklärte Peter Günther. Der Papa hatte die Modelleisenbahn immer aufgebaut, die Mama wieder säuberlich eingepackt. "Das macht einen fantastischen Zustand", schwärmte Julian Schmitz-Avila.
"Das gibt es relativ häufig", gab sich Walter Lehnertz betont unterkühlt. War das Taktik? 80 Euro bot er. Bald stiegen die Gebote jedoch in den dreistelligen Bereich. Alle außer Elke Velten boten mit. "Die Expertise lag deutlich höher", erklärte Peter Günther. Ein guter Stratege.
"Was haben Sie sich denn vorgestellt?", tastete Julian Schmitz-Avila sich vor. "Unter 400 wollte ich es nicht verkaufen", so der Eisenbahnfan. Schmitz-Avila zahlte die erhoffte Summe. Ob Horst Lichter ihm das Modellbahn-Set abkaufte, wurde in der Sendung leider nicht verraten ...