Erbstück-Enttäuschung: "Bares für Rares"-Experte lässt Traum vom Reichtum platzen

Viele sensationelle Trödelgeschichten wurden schon in Horst Lichters ZDF-Show geschrieben. Manchmal erwarten sich Verkäufer aber schlicht zu viel - einige sogar viel zu viel.

So etwas hatte Horst Lichter noch nie gesehen: einen Hirsch unter Palmen. Bahnte sich hier eine neue "Bares für Rares"-Kuriosität an, auf die alle Händler abfuhren?
"Was hat der Hirsch da zu suchen?", fragte sich der Moderator, nachdem er das Objekt kurz auf sich hatte wirken lassen. "Der wird hier eingesteckt", demonstrierte Colmar Schulte-Goltz. "Oh Gott", reagierte Horst Lichter und fragte sich noch immer, wer sich sowas hatte ausdenken können.
Johanna Eibinger aus Leonberg erzählte: "Mein Vater hat's von seinem Vater bekommen, der im Krieg gefallen ist. Als Sicherheit, falls was passiert, dass er's tauschen kann." Nachvollziehbar, dass sie dachte, der Tafelaufsatz sei viel wert.
Noch dazu fand sie im Internet einen Preis von 2.600 Euro für ein ähnliches Modell. "Wurde gesagt. Ob es stimmt ...", rechnete sie insgeheim wohl schon mit einer niedrigeren Expertise.
Colmar Schulte-Goltz begann mit dem Positiven: "Es ist ein sehr schönes Stück" von Ende des 19. Jahrhunderts. "Da hatte man einen Bezug zum Exotischen." Und dann kam das Negative: Der Hirsch unter Palmen bestand nicht aus Silber, sondern war nur vernickelt.
Auch beim Wert hatte Schulte-Goltz schlechte Nachrichten: "Die Preise würde ich relativierend betrachten. Vielleicht geht man da von echtem Silber aus." Er sah maximal 450 Euro. Horst Lichter war geschockt: "Das ist ja ein immenser Preisunterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit."
Recht gefasst reagierte die Verkäuferin und schraubte die Erwartungen nach unten. Ludwig Hofmaier (rechts) gefiel zumindest, was er sah: "Das ist was Besonderes, was Sie da mitgebracht haben."
Nur der Preis war das Problem. "Für mich ist das nichts, weil ein Jäger stellt sich keine Palme auf den Tisch", bot Walter "Waldi" Lehnertz (2.v.l., verdeckt ) nicht mit. Daniel Meyer (r.) ging nicht über 160 Euro. Die nahm Frau Eibinger dennoch an, denn den Hirsch unter Palmen wollte sie einfach loswerden.
Mehr Glück hatten die Verkäufer eines nicht signierten Frauenporträts aus dem Jahr 1869, denn das sanfte Lächeln war den Händlern 400 Euro wert.
Sogar den doppelten Schätzwert brachte ein Garderobenständer aus den 1970er Jahren ein, nämlich 100 Euro.
Mit 1.530 Euro war die Schmerzgrenze für eine goldene Taschenuhr aus Glashütte aus dem Jahr 1925 inklusive Originalpapieren knapp überschritten.
Für 200 Euro sicherten sich die Händler einen "Schneewittchensarg" von Braun aus dem Jahr 1962.
Und mit 1.650 Euro überraschend gut gezahlt wurde für einen Platinring und ein Armband mit Brillanten.