Expertenstreit bei "Bares für Rares": Händler zweifeln Expertise an

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Normalerweise kommt Horst Lichter bei "Bares für Rares" in den Händlerraum und schon gehen die Gebote durch die Decke. Nur bei dieser Rarität stellten sich die Händler stur. Warum der Moderator beim Trödel-Verkauf scheiterte, verrät die Bildergalerie.

Schmuckexpertin Heide Rezepa-Zabel konnte es kaum erwarten, das mitgebrachte Kästchen zu öffnen. Sie witterte einen Schatz - und damit lag sie bisher noch nie daneben. "Uiuiuiuiui", war Lichter ebenfalls angetan.
Verkäuferin Marga Dobma wollte ihr Schmuckkonvolut fachmännisch bewerten lassen und war dafür extra aus den Niederlanden angereist: "Ich habe eine absolute Passion für antiken Schmuck."
Heide Rezepa-Zabel schwebte ebenfalls im Schmuckhimmel. Der sogenannte Berliner Eisenschmuck war Anfang des 19. Jahrhunderts aktuell und stieg schnell vom Trauerschmuck zum beliebten Accessoire auf.
Das Fazit der Expertin: Der Schmuck war mit Ausnahme eines der Armbänder aufwendig hergestellt worden und stammte vermutlich von 1810 bis 1830. Mindestwert für die schönen Stücke: 2.000 bis 2.600 Euro.
"Das ist eine Sensation! Warte mal ab, wenn du die Händler siehst", freute sich Horst Lichter. Leider zu früh. Denn im Händlerraum hielt sich die Begeisterung überraschenderweise in Grenzen.
Einzig die Kette mit Kreuz hielten sie für antik. "Also, DAS ist Biedermeier. Aber das doch nicht", bezweifelte Daniel Meyer (l.) stark, dass die Armbänder ebenfalls alt waren. "Den drei Teilen vertraue ich leider nicht."
Trotzdem eröffnete Walter Lehnertz (l.) die Verhandlung: "Meine 80 Euro hast du sicher." Das war natürlich viel zu wenig - wurde aber auch nicht wesentlich mehr. Meyer war raus: "Für mich ist das England, Modeschmuck aus den 30er-Jahren. Mehr sehe ich da drin nicht."
Der Moment für Horst Lichters Einschreiten war gekommen. "Ohhh, jetzt werden wir langgemacht", erwartete Waldi einen Vortrag vom Chef. Lichter startete einen Verkaufsversuch: "Ist das nicht eine Sensation?"
Das fanden die Händler nur in Bezug auf die Kreuzkette. Die Armbänder waren laut Meyers Ansicht "gepresst, das ist schlecht verarbeitet. Das ist meine Meinung. Du hast eine andere Meinung, das ist vollkommen in Ordnung."
Damit war der Verkauf wohl gescheitert, trotz Horst Lichters Intervention. Also entschied sich Marga Dobma: "Ich nehm's wieder mit."
Wenigstens lief es bei den anderen Verkäufern besser: Ein Art-Déco-Schönheitsetui aus den 40er-Jahren holte 150 Euro und damit fast den doppelten Schätzpreis.
Und ein Flugsimulator, Typbezeichung ATC 610, beflügelte die Händler zu einem Kaufpreis von 1.000 Euro.