Foto-Rarität bei "Bares für Rares": Horst Lichter geht auf Zeitreise

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Ach, wie umständlich das Fotografieren früher war! Und wie monströs das Equipment! Am Mittwoch hatte eine junge Dame bei "Bares für Rares" Sperrgepäck dabei, welches eine Zeitreise in die Geschichte der Fotografie erlaubte. So viel steht fest: Früher war nicht alles besser.

Digicams sind heute so leicht und klein, dass man sie gern immer und überall dabei hat. Wie viel umständlicher das Fotografieren früher war, zeigte die Mittwochsfolge von "Bares für Rares". Eine junge Frau hatte Sperrgepäck im Schlepptau, welches eine Zeitreise in die Geschichte der Fotografie erlaubte.
"Ich weiß nicht, ob meine Kamera wirklich eine Rarität ist, ich habe wenig dazu im Internet rausgefunden", berichtete Joana Golubarsch aus Issum. "Ich hoffe, dass es ein seltenes Stück ist, aber ich denke, meine Erwartungen sind zu hoch", so die Abiturientin.
"Du hast eine Plattenkamera mitgebracht, so weit erkenne ich das auch schon", stellte Horst Lichter fest. "Weil da liegen die Platten, und da ist eine Kamera", kalauerte er. Nachdem Experte Sven Deutschmanek ihm nicht den Gefallen tat, darüber zu lachen, fügte der Moderator hinzu: "Sehr schön, wunderbar dekorativ."
Sven Deutschmanek referierte, dass es Plattenkameras ab zirka 1850 gab. "Wir kennen das alle aus alten Filmen, wie die Leute ruhig stehen müssen, damit das Bild nicht verwackelt", so der Experte. Die 18-jährige Joana Golubarsch hatte die riesige Großformat-Kamera von ihrer Oma bekommen.
"Das Objekt fällt durchs Objektiv hinten auf die Mattscheibe", so Deutschmanek. Vorher musste man allerdings die Schärfe einstellen - durch Ziehen am Balg und Verstellen der Blende.
Verbaut war ein Xenar-Objektiv der Firma Schneider, weshalb Sven Deutschmanek die Produktionszeit auf 1925 bis 1930 eingrenzte. Zum Zubehör zählten Fernauslöser und Doppelbild-Kassetten. Nach dem ersten Foto konnte man diese wenden und ein weiteres Bild machen.
"Eine sehr schöne alte Plattenkamera, wird heute aber nur noch als Deko-Objekt eingesetzt", befand Sven Deutschmanek. 70 bis 100 Euro erhoffte sich Joana Golubarsch. Der Experte erhöhte auf 200 bis 250 Euro. Im Händlerraum umschlich der älteste Händler das alte Gerät - Ludwig Hofmaier.
"Das ist was für den Fabian", glaubte Wolfgang Pauritsch (Mitte). Kahl (zweiter von rechts) widersprach: Er fotografiere zwar, "aber mit modernster Technik". Walter Lehnertz (links) schlug augenzwinkernd vor: "Das hängst du dir einfach über die Schulter."
"Die Oma hat selbst damit fotografiert"?, wollten die Händler wissen. Joana Golubarsch verneinte: Der Fotograf habe der Großmutter die Kamera als Erinnerung an gemeinsame Wochen geschenkt.
Wolfgang Pauritsch machte das Startgebot mit 100 Euro. Ludwig "Lucki" Hofmaier erhöhte auf 120. Die Verkäuferin machte unbeeindruckt "Mhm." Walter Lehnertz stellte fest: "Das ist nichts für mich." Auch Elke Velten und Fabian Kahl stiegen aus.
Ludwig Hofmaiers letztes Wort waren 130 Euro. Joana Golubarsch ließ sich darauf ein. Um festzustellen, dass Lucki geflunkert hatte. Es war nicht sein letztes Wort: "Weil du es bist, mache ich dir noch einen Fünfer dazu." Joana Golubarsch fand: "Das ist aber sehr lieb."
Ebenfalls in der Mittwochssendung zu Gast: Julie und Christin Ritter, Tochter und Mutter aus Osterode am Harz. Sie hatten eine Schallplatte von Marlene Dietrich dabei. Elke Velten zahlte für das rare Vinyl 50 Euro.