Funktion? Egal! Kuriosität geht bei "Bares für Rares" trotzdem über den Tisch

Das Ding sei doch mal "was anderes": So urteilt der "Bares für Rares"-Händler über das von ihm gekaufte Objekt. Was es ist? Keine Ahnung.

Kann man Horst Lichter nach all den Jahren "Bares für Rares" überhaupt noch überraschen? Ja, nämlich mit dieser kuriosen Rarität, deren Zweck sich einfach nicht offenbaren wollte ...
Das undefinierbare Ding brachte der Maler Helmoed Grunder im Auftrag eines Kunden aus den Niederlanden mit. Geld war dabei zweitrangig. Die Kuriosität sollte das Trödel-Team vor allem zum fröhlichen Raten einladen.
Das tat Horst Lichter - erfolglos. Also startete der gutgelaunte Verkäufer einen Erklärungsversuch: "In den Niederlanden wurde das benutzt, um die Fenster zu putzen. Das ist eine Art Hochdruckreiniger."
Experte Detlev Kümmel hatte eine ganz andere Theorie: "Ich werf' mal was anderes in den Raum. Feuerlöscher?" Auch das konnte sich Lichter schwer vorstellen: "Aber nur für kleine Brände!"
Trotzdem führte der Experte die Funktion vor, die für den Notfall jedoch recht umständlich erschien. "Das hat sich aber nicht durchgesetzt", blieb Horst Lichter skeptisch.
Doch die Funktion war eigentlich auch egal, das Teil stammte aus der Zeit um 1890. Damit stand für den Moderator fest: "Das is' 'ne echte Kuriosität und Antiquität." Herr Grunder erwartete gespannt den Schätzwert: "Alles ab 50 Euro aufwärts ist gut." Detlev Kümmel hielt 80 bis 150 Euro für möglich.
Die Händler machten ebenfalls große Augen, als ihnen der Verkäufer sein Gerät präsentierte. Die planlosen Rateversuche: "ein Musikinstrument" und "von 'nem Dudelsack irgendwie ein Teil". Beides falsch.
Julian Schmitz-Avila (links) tippte auf eine Kuriosität speziell aus den Niederlanden: "Da haben Sie uns wieder was mitgebracht, was Volkstümliches von da, was hier kein Mensch kennt." Fabian Kahl hatte eine andere Idee: "Vielleicht ist es auch 'ne Tortenspritze."
Roman Runkel war der Einzige, der Interesse zeigte und ernsthaft über die Feuerlöscher-Theorie nachdachte. "Also, ich seh' das bei dir im Laden", animierte ihn Fabian Kahl zum Kauf.
Mit Erfolg. 70 Euro ließ sich der Händler für das fremde Objekt entlocken: "Das ist was ganz anderes. Ich weiß es nicht. Das ist einfach mal nur jeck. Das ist was Komisches."
Höchst erfolgreich verlief auch der Verkauf eines Stilllebens mit Blumen in Öl von Louis Paviot aus den 1910er-Jahren, das mit 950 Euro den Schätzpreis verdoppelte.
Lukrativ war auch der Gewinn von 480 Euro für einen Goldring mit Diamanten aus den 1930er- bis 40er-Jahren.
Die 360 Euro für einen Flower Frog von Wilhelm Göbel etwa aus dem Jahr 1935 waren ebenfalls eine freudige Überraschung.
Ebenso die 2.100 Euro für ein Goldarmband aus den 1950er- oder 60er-Jahren, das bei den Händlern besonders gut ankam.