"Mir gefällt das nicht!" - Horst Lichter brüskiert mit Klartext "Bares für Rares"-Kandidat

Ehrlich, aber taktlos: Bei zwei Designerstühlen, die den Weg in seine Show gefunden hatten, zeigte "Bares für Rares"-Moderator Horst Lichter seine Abneigung ungewohnt deutlich. Der Verkäufer durfte einem leidtun. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Mit seinem spitzen Kommentar: "Ach, mal wieder Disäng" (rheinisch für "Design"), begrüßte Horst Lichter (links) Verkäufer Stephan Minor (Mitte) aus Winterwerb bei "Bares für Rares". Der Verkäufer hatte ein gutes Gefühl, die Händlerkarte für seine zwei Designerstühle zu bekommen. Doch mit Wirbelsturm Lichter hatte er nicht gerechnet.
Anfangs noch recht zahm, fragte Lichter: "Unter uns beiden: Sag mal, gefällt dir so was?" Der Verkäufer des außergewöhnlichen Stuhl-Duo antwortete selbstbewusst: "Ja doch, sehr. Die machen sich im Büro sehr gut. Da standen sie auch lange Zeit. Mein Vater hatte sie damals in der Arbeit geschenkt bekommen und hat sie dann an mich weitergegeben."
Mit der Erklärung des Verkäufers, die Stühle passten nicht zu seiner Einrichtung, wusste Lichter auch nichts anzufangen: "Ich bin ein ehrlicher Mensch, und deswegen sage ich, was ich denke: Ich finde keinen Zugang zu diesen Stühlen. Auf gut Deutsch: Mir gefällt das nicht!"
Um die Gemüter etwas zu besänftigen, stieg Experte Sven Deutschmanek mit ein und startete eine kleine Quizrunde mit folgener Frage: "An welche Zeit erinnert euch dieses Design?" Horst Lichter wurde zwar abgelenkt, aber blamierte sich mit der falschen Antwort: Bauhaus. Die richtige Antwort lautete: 1980er-Jahre.
Deutschmanek fuhr mit seinem Fachwissen fort und erklärte, dass die sogenannten "Seconda 602"-Stühle aus Italien stammen und von dem Designer und Architekten Mario Botta entworfen wurden. Die Botta-Serie wurde von der Firma Alias vertrieben. Aktuell werden die Stühle neu für bis zu 1.200 Euro pro Stück gehandelt.
Das hätte Lichter nicht gedacht. Aber nun interessierte ihn natürlich noch der Wunschpreis des Verkäufers. Dieser lag bei 700 Euro für beide Sitzmöbel. Schließlich wollte Stephan Minor mit seinem Camper in den Urlaub fahren. Experte Deutschmanek stimmte zu, und somit ging es samt Händlerkarte einen Raum weiter.
Auch wenn die Stühle auf den ersten Blick nicht unbedingt bequem aussahen, wollten sich die Händler ein Probesitzen nicht nehmen lassen. David Suppes (links) verglich das Sitzgefühl mit einer Massage samt "Rolle für Faszien-Training". Und Walter Lehnertz (Mitte) bot für die "Drehlehnen-Stühle" 80 Euro pro Stück.
Mit so wenig Geld hatte der Verkäufer auf keinen Fall gerechnet. Aber das war ja nur der Anfang. Oder? Doch leider waren die restlichen Händler nicht bereit, sehr viel mehr zu geben. 100 Euro kamen von Suppes, 110 Euro pro Stuhl von Fabian Kahl. Nach etwas Überzeugungsarbeit des Verkäufers erhöhte Kahl auf 200. Würde das reichen?
"Diese Stühle sind leider nicht jedermanns Geschmack", versuchte sich Kahl zu erklären. Doch der Verkäufer gab nicht nach und versuchte mit Vergleichspreisen aus dem Internet das Gebot in die Höhe zu treiben. Mit Erfolg. 480! Höher ging Kahl nicht. Trotz seiner 600-Euro-Schmerzgrenze, schlug der Verkäufer ein, denn wieder mitnehmen wollte er die Stühle nicht.
Sehr viel besser ließ sich eine vergoldete Sauciere aus der Zeit zwischen 1800 und 1810 verkaufen. Gewünscht waren 200 Euro, doch Fabian Kahl zahlte sogar 580 Euro für das dekorative Stück.
Leider nicht verkauft wurde eine dekorative Alabaster-Frauenbüste vom französischen Bildhauer Auguste Carli um 1900. Das letzte Gebot von Händler Kahl lag bei 300 Euro, doch unter 500 Euro wollte die Verkäuferin die Büste mit einigen Abplatzungen nicht hergeben.