"Noch nie gehört!" Horst Lichter ist bei "Bares für Rares" ehrlich baff

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Zwei Verkäufer aus Berlin verblüfften am Dienstag bei "Bares für Rares" Horst Lichter und die versammelte Händlerschar. Großes Rätselraten um eine Rarität, die so noch keiner der Anwesenden zu Gesicht bekommen hatte.

"Oh, was ist denn das Schönes", säuselte Horst Lichter beim Anblick eines Blechstücks. Doch er hatte keine Ahnung, was es war. "Ein Butterbrot-Döschen oder eine Blech-Handtasche? Wo habt ihr das denn her?", wollte Horst in der Dienstagsausgabe seiner ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" unbedingt wissen.
Die Verkäufer Petra Hildebrandt und Helmut Schewerda aus Berlin freuten sich über so viel Aufmerksamkeit mit ihrem seltenen und rätselhaften Stück. "Meine Oma hatte zwei Brüder, und die haben damals zu Schulzeiten Pflanzen und Insekten in der Dose gesammelt", erzählte Petra von früher.
"Das ist eine Botanisiertrommel", fuhr die Besitzerin stolz fort. Horst war verwirrt und erwiderte: "Das Wort habe ich ja in meinem ganzen Leben noch nie gehört. Sven, bitte, das musst du mir erklären." Und Experte Sven Deutschmanek konnte natürlich helfen.
Auf dem farblich lithographierten Döschen konnte man neben Blumen, Pflanzen und Insekten auch eine liebliche Landschaft mit einem Fluss und einer Wassermühle erkennen sowie einen kleinen Jungen, der auch mit einer Botanisiertrommel um die Schulter spazieren geht.
Seitlich an der Tasche aus Blech befanden sich ebenfalls reizende Darstellungen von Tieren: eines Eichhörnchens sowie eines Hirschs auf dem anderen Seitendeckel. Sven schwärmte auch über den Tragegurt, der noch original war. Leider wies das Stück aus dem Botanik-Unterricht aber auch Mängel auf.
Die Dose hatte eine Vielzahl an Beulen sowie andere Beschädigungen, darunter einen neuen Verschluss. Aufgrund des Materials sei das aber zu erwarten, meinte der Experte: Blech sei ein "sehr, sehr weiches Material." Viel wichtiger jedoch war die Lithografie für Sven, die schön und noch sehr gut erhalten war.
Und wie alt war die Büchse? Diese Dosen stammen hauptsächlich aus der Zeit des 18. bis ins späte 19. Jahrhundert, so lernte man. "Ich denke, dass diese Tasche 1900 oder 1905 entstanden ist", grenzte Sven das Alter ein. Blieb nur noch zu fragen, wie viel die Dose noch wert war.
Das Paar erhoffte sich einen Erlös von 50 Euro, um damit einen Besuch in einer Kölner Kneipe zu finanzieren. "Na, da ist doch auch noch eine Haxe drin", scherzte Horst und fragte Sven nach seinem Schätzpreis: "Diese Büchsen sind je nach Zustand 50 bis 100 Euro wert." Petra und Helmut durften sich über die Händlerkarte freuen.
Die Rätselrunde im Händlerraum begann: "Sieht wie ein Unikat aus", "eine Blechhandtasche?" oder "Das ist eine Butterbrot-Dose von früher", lauteten die Reaktionen, bis die amüsierten Verkäufer mit dem Lösungswort rausrückten: Botanisiertrommel.
Händler Julian Schmitz-Avila war besonders angetan von der Blechtasche aus der Botanik: "Die gefällt mir ausgesprochen gut, vor allem mit den Farben." Wolfgang Pauritsch bot als Erster 30 Euro, doch Julian wollte sie für 50 Euro haben. Der Wunschpreis war erreicht, und die Verkäufer zeigten sich glücklich mit dem erzielten Geld.
Ebenfalls verkauft wurde eine französische Reiseuhr von 1890 bis 1900 für 325 Euro an Händler Wolfgang Pauritsch - obwohl der Herstellerstempel nicht mehr zu identifizieren war.
Das Rosenkreuz war eine Auftragsarbeit aus den 1960er-Jahren. Der Silberschmuck fand aber leider keinen Händler. Mehr als 300 Euro von Walter Lehnertz wurden im Händlerraum nicht geboten.