Helle Freude bei Horst Lichter: Kurioser Fund bei "Bares für Rares"

Horst Lichter freute sich wie ein Schulkind: Antike Fahrradlampen erlaubten bei "Bares für Rares" eine Zeitreise in die bewegte Geschichte des Zweirads.

"Ha, und diesmal weiß ich, was es ist", freute sich Horst Lichter. "Toll, uralte Fahrradlampen!" Diesmal lag der Moderator richtig. Thorsten Jurkuhn, Elektriker aus Asbach im Schwarzwald, hatte die Relikte aus der Steinzeit der Zweiräder von seinem Opa übernommen, der auf Trödelmärkten "alles gesammelt" hat.
"Das sind wirklich schöne Fahrradlampen", stellte Detlev Kümmel fest. Darauf war Horst Lichter auch allein gekommen. Der Experte wusste aber mehr: Beide stammten von der Firma Scharlach mit Sitz in Nürnberg, "wie die meisten Blechspieldinge". Kümmel erklärte: "Das sind keine Petroleum-Lampen, wie viele meinen, sondern Kalziumkarbid-Lampen."
Um damit helles Licht zu erzeugen war allerdings bei jeder Radtour ein heute nicht mehr vorstellbarer Aufwand vonnöten. "Ich brauche dazu eine chemische Verbindung", erklärte Detlev Kümmel. Deshalb waren die Lampen mit zwei Behältern bestückt. In den einen Behälter wurde Kalziumkarbid gefüllt.
"Es ist gut, dass sie die nicht geputzt haben" - ein Satz, den man nur von Raritäten-Experten hört. "Man sieht noch leichte Reste vom Kalziumkarbid, so kann man erkennen: Es ist alles noch original." Der zweite Behälter war für Wasser. "Das Wasser soll sich verbinden, aber nur tröpfchenweise. Fast wie bei einer Kaffeemaschine, nur noch langsamer."
Mit einem Stift konnte man regulieren, wie schnell das Wasser auf das Kalziumkarbid tropfte, sodass sich ein Gas entwickelte, welches entzündet wurde. So konnte der Radfahrer die Helligkeit dosieren. "Also Fernlicht und Abblendlicht", scherzte Lichter zur Erheiterung des Verkäufers.
"Ich habe versucht, das einfach zu erklären", sagte Detlev Kümmel. Das war ihm gelungen: Horst Lichter hatte es verstanden. Trotzdem war der Moderator ein bisschen enttäuscht. Weil Kümmel die Funktionsweise nicht anschaulich demonstrieren durfte - aus Sicherheitsgründen durfte das Gas nicht in geschlossenen Gebäuden benutzt werden.
Zwischen 150 und 200 Euro erhoffte sich der Verkäufer, Detlev Kümmel konkretisierte auf 160 bis 180 Euro. Doch waren die Händler überhaupt interessiert an Blech von gestern? "Da ist sogar ein Diamant drauf", glaubte Daniel Meyer. "Nicht alles was funkelt, ist ein Diamant, Daniel", dozierte Susanne Steiger (rechts) oberlehrerhaft.
"Weißt du, was cool ist bei diesen Dingern?", fragte Walter Lehnertz (links). "Wenn einer gar keine Ahnung hat, sagst du: 'Das ist ein altes Blitzlicht'. Dann musst du mal gucken, wie die versuchen, das auf den Fotoapparat zu kriegen!" Ein eigenwilliges Kaufargument des Kindskopfes.
"Ich habe die auch schon als Kutschenlampen gesehen in Online-Plattformen", berichtete Daniel Meyer. Sogar einen Kamin haben die Retro-Fahrradlampen, um die Hitzeentwicklung zu kompensieren. Über die Patina freute sich schon Detlev Kümmel, die Händler schienen ebenfalls angetan.
"30 Euro", schlug Walter Lehnertz vor. Dafür hatte Thorsten Jurkuhn nur ein müdes Lächeln übrig. "80 ist zu viel", konterte der Händler. Mit Daniel Meyer lieferte er sich ein Duell. Und bot dann doch 80 Euro. "Ich denke, das ist zu viel?", bohrte Fabian Kahl nach. "Ja, ist es auch", glaubte Lehnertz. Machte er doch noch einen Rückzieher?
Lehnertz hielt Wort: Er glaubte zwar, keinen Gewinn machen zu können, attestierte dem Verkäufer aber: "Du bist mir sympathisch." Susanne Steiger vermutete als Beweggrund, "dass dir ein Licht aufgeht". Lehnertz widersprach: "Nein, einen davon werde ich mir an meinem Trecker festmachen."