"Irgendwann kippe ich einfach aus den Latschen!": Schmuck raubte Horst Lichter die Sinne

Schon beim ersten Anblick wussten Horst Lichter und die Händler: Das wird teuer! Aber bahnte sich womöglich ein neuer Rekord-Deal an?

"Huiuiui, da sind aber ordentlich Diamanten verarbeitet", stellte Horst Lichter auf den ersten Blick fest - wohlwissend, dass diese Raritäten ein echter Schatz waren. Dem konnte die "Bares für Rares"-Expertin nur zustimmen: Das hier war etwas ganz Außergewöhnliches!
Davon war auch Lotte Schlingmann überzeugt, die den Familienschmuck der Großtante im Auftrag ihrer Mutter und Tante verkaufen sollte: "Wir verreisen davon, also habe ich auch was davon."
Das Herz von Wendela Horz schlug jedenfalls höher: "Ich finde es wunderschön, was Sie uns mitgebracht haben. Wir haben hier einen sehr schönen Anhänger im Art déco Stil aus Platin." Der war mit einem Smaragd und jeder Menge Altschliffdiamanten besetzt.
Die Ohrringe passten hervorragend dazu, obwohl sie erst Jahre später von einem anderen Goldschmied entworfen wurden. Eine einmalig schöne Kombination! Aber wie wertvoll waren die Stücke denn nun?
Der Wunschpreis der Studentin aus Bremen schien sehr ambitioniert: "Die allerunterste Schmerzgrenze sind 3.500 Euro. Wir haben uns schon mal ein bisschen informiert. Danach haben wir uns 5.000 Euro gewünscht."
Allein den funkelnden Anhänger sah die Expertin bei 5.000 bis 7.000 Euro, die Ohrringe sollten zusätzlich 2.000 Euro bringen. Der Moderator fiel bei der rekordverdächtigen Expertise vom Glauben ab: "Nein!" Doch, lieber Horst.
"Sind die echt? Dann gehst du heute mit Kohle nach Hause", war die erste Reaktion von Walter Lehnertz. Sogar Schmuckhändlerin Susanne Steiger war vom Bling-Bling geblendet.
Fabian Kahl (Mitte) rechnete ebenfalls mit einer hohen Verkaufssumme: "Ich bin raus, so viel Geld habe ich gar nicht dabei. Das ist ja wirklich ein Familienschatz!" Doch wie viel wollten die Händler dafür zahlen?
Jedenfalls keine 9.000 Euro, die die Expertise prognostizierte. Ja, nicht einmal 7.000 Euro. Am Ende wurden gar nur 4.500 Euro geboten. Wolfgang Pauritsch sah deutliche Schwächen bei der Wertbestimmung. Susanne Steiger stimmte zu: "Ich sehe die im Verkauf allenfalls bei fünfeinhalb." Hatte sich Expertin Wendela Horz etwa blenden lassen? Die Schmuckstücke blieben jedenfalls weiterhin im Familienbesitz.
Dafür gingen andere Verkäufer glücklich und ein gutes Stück reicher aus dem Händlerraum. Der Verkauf eines Bildes von Hermann Dietrichs aus dem Jahr 1887 brachte mit 1.350 Euro satte 1.000 Euro mehr als erhofft ein!
Auch ein Saphir-Ring aus Weißgold konnte den Schätzpreis toppen und ging für 420 Euro über den Tisch.
Sogar ein dekoratives Vorlegebesteck aus dem Jahr 1890 holte mit 160 Euro weit mehr als den angegebenen Wunschpreis.
Und eine Packung Krokierstifte aus dem Ersten Weltkrieg übertraf mit 180 Euro ebenfalls den Schätzpreis.