"Habe ich noch nie gesehen" - Horst Lichter staunt Bauklötze über englisches "Kuriosum"

Staunende Gesichter über ein wahrlich kurioses Stück aus England: Einzig Experte Detlev Kümmel konnte am Donnerstag bei "Bares für Rares" mit Fachwissen glänzen.

"Von den Experten möchte ich alles erfahren", erklärte Angela Süß-Cozic. Die 57-Jährige aus Wendlingen wollte damit nicht einen Fankult um die "Bares für Rares"-Protagonisten bekunden. Ihre Neugier galt nicht dem Privatleben von Detlev Kümmel, sondern dessen Fachwissen. "Ich weiß wirklich gar nichts", so die Besitzerin eines kuriosen Möbelstücks.
"Schönen guten Tag, junge Frau!" Mit diesen Worten kam Horst Lichter von hinten angeschlichen. Angela Süß-Cozic zuckte zusammen. "Habe ich Sie erschrocken?", erkundigte sich der Moderator. "Ein bisschen", gab die Montagearbeiterin zu. Dann fiel Lichter das schräge Mitbringsel auf: "Habe ich noch nie gesehen – eine Waschschüssel im Schrank!"
"Ich bin total aufgeregt, wo das Teil mal gestanden hat", erklärte Angela Süß-Cozic. Auf die Frage, wie sie in den Besitz des antiken Funktionsmöbels kam, berichtete die 57-Jährige, sie habe es gekauft und wollte es im Bad einbauen. Das habe nie geklappt. Deshalb diene es nun seit 20 Jahren als "wunderschönes Dekorationsstück".
"Der feine Herr brauchte nichts zu tun, als hier auf 'Push' zu drücken", so Kümmel. Er zeigte einen Schalter. Dann floss das Wasser aus dem Tank. Abfluss? Fehlanzeige! Stattdessen kippte man nach der Morgentoilette das komplette Waschbecken ein. Das Wasser floss in einen im Schrank versteckten Eimer. Hightech aus dem 19. Jahrhundert!
"Jeckes Teil", so Lichters Fazit. Allerdings mit einem Sprung in der Schüssel. Der sei aber leicht zu reparieren, ebenso wie Makel am Mahagoni-Korpus. Der Wunschpreis? 200 bis 250 Euro. "Das ist ein Kuriosum", widersprach Detlev Kümmel. Daher sei das Transformers-Waschbecken gut und gerne bis zu 400 Euro wert. "Ui!", staunte Lichter.
"Sieht aus wie ein Spülautomat", vermutete Walter Lehnertz. Da stand das Verkaufsobjekt noch unter einem Tuch versteckt im Händlerraum. "Aus Holz?", warf Esther Ollick skeptisch ein. Lehnertz enthüllte das Gerät und staunte: "Oh, weit entfernt ... Ach du Schande, 'n Waschbecken!" Er klopfte auf Holz. Ob die Gebote sich gewaschen haben?
"Engelchen, du willst dich nicht mehr waschen?", begrüßte Lehnertz (links) die Verkäuferin. "Witzig", fand Christian Vechtel (rechts). Er meinte allerdings nicht den Spruch des Kollegen, sondern das originelle Exponat. Lehnertz startete mit seinem üblichen 80-Euro-Gebot. Das entlockte Angela Süß-Cozic nur ein müdes Lächeln.
"Das ist mir allein das Waschbecken schon wert", erklärte Walter Lehnertz. Schnell stiegen die Gebote. Vor allem die beiden Damen im Händlerraum, Esther Ollick (Mitte) und Elke Velten, waren interessiert an dem Missing Link zwischen alter Waschschüssel und modernem Bad.
"Was ist denn das da oben", fragte Wolfgang Pauritsch und deutete auf zwei Schönheitsflecken auf der Mahagoni-Verkleidung. "Sind das zwei Astlöcher, die man zugeklebt hat?", wollte der Händler wissen. Bevor die Verkäuferin antworten konnte, meinte Walter Lehnertz augenzwinkernd: "Einschusslöcher vom Krieg". Das Wettbieten ging weiter.
"Der Waldi will es haben", beobachtete Wolfgang Pauritsch die spendablen Gebote des Kollegen. "300, aber dann ist der Ofen aus", meinte Lehnertz. Ein Ofen stand zwar nicht zur Debatte, doch Angela Süß-Cozic schlussfolgerte: "Also geht's in die Eifel." Glücklich verließ die Verkäuferin den Händlerraum. "Der Waldi hat einfach Geschmack", fand sie.
"Ich habe das Gefühl, dass es sehr wertvoll ist", glaubte Udo Ludwig aus Köln. Doch sein Gefühl trügte: Das Service war nicht komplett. Colmar Schulte-Goltz empfahl statt der erhofften 1.000 Euro nur 440 Euro. Der 52-Jährige verknüpfte allerdings Erinnerungen an seine aus Schlesien geflohene Oma mit dem Service. Er nahm die Händlerkarte nicht an!
"Wieso hast du denn so witzige Handschuhe an und liest Micky Maus?", fragte Horst Lichter den Experten. Detlev Kümmel wollte das Comic nicht beschädigen, da es sich um die deutsche Erstausgabe von Superman handelte. Bis zu 350 Euro sei es trotz Flecken wert. Esther Ollick erstand es für einen Superpreis von 200 Euro.