Von Horst Lichter verschmäht, von den Händlern geliebt: Plastik-Überraschung bei "Bares für Rares"

Horst Lichter hatte keine Ahnung, was er vor sich sah, und der Experte dämpfte die Preiserwartung. Im Händlerraum entwickelte sich aber ein kleines Trödel-"Sensatiöchnen" um ein obskures Plastikobjekt. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Ein Blick auf den weißen Schornstein, und Horst Lichter war verwirrt: "Sach mal, was ist das denn?" Kein Schmuck, kein Bild, kein Silber - diesmal sollte ein Stück Kunststoff bei "Bares für Rares" der Abräumer werden ...
"Ja, so ist es", bestätigte die Verkäuferin Cornelia Konteye aus Aachen. "Es handelt sich um einen Schirmständer." Damit hatte Horst Lichter nicht gerechnet: "Da passt ja nur ein Schirm rein."
"Den fächert man aus", demonstrierte Sven Deutschmanek die Drehtechnik, die bis zu sechs Schirmen Platz bietet. "Aber Design muss ja nicht immer funktionell sein." Das Modell "Pluvium" entstand in den 1970er Jahren nach einem Entwurf von Giancarlo Piretti.
Das machte das Objekt zwar interessanter, aber nicht unbedingt schöner. Entsprechend niedrig war der Schätzpreis des Experten: "150 Euro halte ich für realistisch. Alles, was darüber hinaus passiert, das wäre großes Glück."
"Bares für Rares" war jedoch schon für viele Kandidaten wie ein Sechser im Lotto. Die Händler befummelten den Ständer mit großem Interesse. Daniel Meyer (rechts) gefiel vor allem die raffinierte Fächerung.
"Das ist wirklich ein sehr außergewöhnlich schöner Schirmständer", mochte Meyer gerade das Pragmatische der Schornstein-Optik. "Nicht immer diese alten Gusseisen-Dinger."
Thorsden Schlößner ließ sich beim Bietergefecht jedoch nicht abschütteln und bot am Ende sensationelle 400 Euro: "Sehr schönes Stück, ganz tolles Design. Vielen lieben Dank!" Er hoffte auf ein riesen Geschäft: "Ganz zeitlos, tolles Design, italienisch, das ist das, was am Markt gesucht ist."
Bei den Händlern war auch eine Kette mit antikem Silberanhänger mit Glassteinen von Ende des 19. Jahrhunderts sehr gesucht, denn dafür zahlten sie mit 300 Euro den doppelten Schätzpreis.
Große Begeisterung löste auch eine Leder-Nähmaschine von Dürkopp & Schmidt von etwa 1900 aus, die für 460 Euro gekauft wurde.
Ein goldenes Collier aus den 1960er Jahren schaffte zwar nicht ganz die Expertise, mit 1.650 Euro aber immerhin mehr als erhofft.
Und die entzückende Bronze "Drei Spatzen auf einem Ast" von Wilhelm Carl Robra aus den 1930er Jahren holte 300 Euro.