"Kitschig", "romantisch" oder "lieblich"? Engelsgemälde überrascht bei "Bares für Rares"

Kurz vor Weihnachten flatterte bei Horst Lichter ein Engelchen herein. Ob das Gemälde nun "kitschig" oder "romantisch" ist, darüber konnte man streiten. Der Verkaufserlös indes sprach für sich.

"Das ist ein Gemälde von einem Düsseldorfer Maler. Das hing lange in meinem Elternhaus", berichtete Iris Christians aus Arnsberg über die Herkunft des Erbstücks der Eltern.
Doch sie wollte es loswerden. Jetzt traute sich Horst Lichter: "Findest du nicht auch, dass das Bild unglaublich kitschig ist?" Die Sozialversicherungsfachangestellte war entsetzt: "Nein! Finde ich nicht!"
"Es ist ein romantisches Bild. Ein sehr schönes Bild", schwärmte die Verkäuferin geradezu vom Engelchen auf der Blumenwiese von Carl Plückebaum. "Aber es passt nicht in unseren Haushalt."
Die Expertin Friederike Werner versuchte, zwischen den beiden zu vermitteln: "Ich würde mal sagen, das Bild ist lieblich." Also kitschig, nur positiver formuliert. Das Ölgemälde stammt aus der Zeit von 1920 bis 1950.
Zum Rahmen äußerte sich Lichter nun deutlich vorsichtiger, um nicht erneut ins Fettnäpfchen zu treten: "Der Rahmen ist natürlich auch ein Ausbund der Bescheidenheit. Is' ja ziemlich gülden."
Beim Preis machte sich auch noch die Expertin unbeliebt. Denn die Schmerzgrenze von Frau Christians lag bei 300 Euro, sie hoffte aber auf wesentlich mehr. "Ich liege ein bisschen drunter", drückte Friederike Werner auf 200 bis maximal 300 Euro.
Daniel Meyer indes war völlig entzückt. Der Händler betrachtete das Ölgemälde mit großer Freude: "Ein Engelchen, das Blüten aufsammelt."
Frau Christians äußerte ihren Wunsch: "Das Geld würde ich gerne für die Kommunion meiner Tochter benutzen." Überraschend machte Fabian Kahl (links) ein gutes Startgebot: "Dann werf' ich doch schon mal 250 Euro in die Kommunionskasse."
Er ging sogar noch bis auf 490 Euro nach oben. Mit so viel Geld hatte die Verkäuferin nicht gerechnet: "Ich freue mich!" Es folgte noch eine Überraschung. "Ich hab's nicht passend. Wir machen 500 Euro", rundete Kahl auf.
Auch die anderen Verkäufer gingen glücklich und zufrieden mit reichlich Barem nach Hause. 470 Euro gab es für eine mit Diamanten besetzte Stabbrosche von etwa 1925.
Eine alte Lederhandtasche aus den 50er oder 60er Jahren erzielte 70 Euro, obwohl sie von keinem namhaften Designer war.
Obwohl die zwei Aufziehfiguren von Schuco von etwa 1936 defekt waren und sich kaum bewegten, gab es mit 140 Euro mehr als geschätzt.
Und sogar 2.250 Euro wurden für ein italienisches Teppicharmband aus Gold aus den 1950er Jahren bezahlt.