Knutsch-Alarm: Horst Lichter fällt Verkäufern um den Hals

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Passend zur Weihnachtszeit gab es in der Abendausgabe der ZDF-Trödel-Show viel Kurioses, aber auch einiges fürs Herz. Es wurde geschätzt, verhandelt - und sogar kräftig gebusselt!

In der Weihnachts-Ausgabe von "Bares für Rares XXL" ging es zwischen Moderator Horst Lichter und seinen Trödel-Verkäufern recht herzig zu. Doch nicht alle Objekte erzeugten solche Begeisterungsstürme ...
Eigentlich rechnete man mit Pomp und Gloria zum heiligen Fest. Stattdessen bekam Horst Lichter einen unglaublich gruseligen Hund vor die Nase gesetzt, der so gar nicht ins Ambiente von Schloss Drachenburg passen wollte ...
"Der is' ja ... oi ... Kannste den wegdrehen?", gefiel Horst Lichter die Bulldogge aus Pappmaché eher mittelmäßig bis gar nicht. "Endlich versteh ich mal, warum jemand was weggeben möchte." Der Hund war ein Geschenk der Oma. Marlies Bretfeld hatte als Kind immer Angst davor. "Versteh ich", war Lichter ganz bei ihr.
Der Hund konnte mit dem Kopf wackeln, das Maul auf und zu machen und stammte ungefähr aus dem Jahr 1890. "Minimum 2.000 Euro", wollte die Verkäuferin haben. "Wie viel?!" Lichter fiel aus allen Wolken. "Wer das haben will, ist ein Sammler", deshalb erhöhte Kümmel auf 2.500 Euro. "So was kauft sich kein normaler Mensch als Dekoration."
Überraschend, dass die Händler voll auf die Bulldogge abfuhren. "Also die gefällt mir ausgesprochen gut! Grandios!", outete sich Julian Schmitz-Avila als potenzieller Käufer. "Ist die süüüß!", war auch Lisa Nüdling dabei. Daniel Meyer (links) und Ludwig Hofmaier (rechts) amüsierten sich ebenfalls köstlich über den stummen Kläffer.
Walter "Waldi" Lehnertz (links) war sich noch nicht sicher, ob er einen Bello kaufen sollte. Schmitz-Avila (rechts) kam ihm zuvor und bot 2.300 Euro, die Frau Bretfeld nicht ablehnen konnte. "Da freu ich mich wirklich. Das ist für mich fantastisch!", strahlte der neue Hundebesitzer über beide Ohren.
Schmitz-Avila sicherte sich auch ein goldenes Zigarettenetui aus adligem Hause, ein altes Familienerbstück, das 1917 beim Hofjuwelier von Kaiser Wilhelm I. gekauft wurde. Schätzpreis: 8.000 bis 8.500 Euro.
Doch erst bei 12.200 Euro war Schluss, Julian Schmitz-Avila (dritter von links) bekam die Dose. "Einen kaiserlicher Verkauf, hast du gut gemacht", lobte Wolfgang Pauritsch (vierter von links).
Ein knalloranges "Senftenberger Ei" aus der DDR sorgte für Spaß im Händlerraum, als sich Ludwig Hofmaier in den Dottersessel setzte. "Und jetzt haben wir ein Überraschungsei", lachte Waldi. Der Spaß war ihm 600 Euro wert.
Es gab auch wieder Reliquien wie in einer vergangenen XXL-Ausgabe, damals wurde ein Brustkreuz für die Rekordsumme von 42.000 Euro gekauft. Diesmal waren es vier Rahmen, die einen Kalender mit den Namen aller Heiligen bildeten, inklusive Bischofssiegel. "Aber es hat schon jemand versucht, diese vier kleinen Rahmen zu restaurieren", bemängelte Albert Maier.
Wieder war es Susanne Steiger, die sich die Reliquien für ihre Sammlung sicherte. Diesmal kam sie mit den geschätzten 1.500 Euro günstiger weg.
Dann schneiten Verona Pooth und ihr Sohn Diego bei strömendem Regen an den Expertentisch von Detlev Kümmel. Im Gepäck: eine Taschenuhr von Diegos Großvater. "Mit dem Geld will ich mir teils meinen Führerschein bezahlen", erklärte der 16-Jährige seine vernünftigen Pläne.
Familie Pooth schaute gebannt zu, wie der Experte Opas Omega-Uhr zerlegte. "Da glitzert das! Das ist ja doch was für die Mami!", wollte Verona die Uhr mopsen. "Wir haben eine perfekte Uhr vor uns", attestierte Kümmel einen guten Zustand für eine Uhr aus dem Jahr 1915. "Ich wäre hier bei 1.800 bis 2.000 Euro." Den Pooths stockte der Atem.
Zwei Freundinnen brachten eine alte Spieluhr mit Vögelchen aus dem Jahr 1925 mit. Der Schätzpreis von 1.200 Euro lag unter den Erwartungen. Doch so groß die Enttäuschung war, so groß war die Freude bei den Händlern.
"Das ist was Besonderes", glänzten Ludwig Hofmaiers Augen. "Es ist ganz selten, dass man mal einen Originalen sieht von 1925." Unerwartete 2.750 Euro zahlte Wolfgang Pauritsch.
Schmuck! Wo blieb denn der obligatorische Schmuck? War natürlich auch dabei. Das Erbstück der Mutter von Tierärztin Stefanie Thiele sollte viel Geld bringen: "Das soll für ein ganz besonderes Naturprojekt verwandt werden. Und zwar für die Erhaltung eines alten Froschweihers."
Die Chancen standen gut, denn die Diamanten hatten 5,5 Karat. Die Kette aus den 1870er-Jahren könnte ein Teil eines Colliers des Hofjuweliers Koch in Frankfurt sein. 5.000 bis 5.500 Euro schätzte Heide Rezepa-Zabel.
Es kam zum Duell der Schmuckhändlerinnen Susanne Steiger und Lisa Nüdling. "Bei Damen-Duellen hält man sich als Mann immer raus", entschuldigte Waldi das fehlende Männerinteresse. Mit 14.500 Euro hatte Lisa Nüdling den längeren Atem. "Man muss auch gönnen können", beendete Steiger das "Duell der Gigantinnen".
Damit war der Froschteich gerettet! Da konnte selbst Horst Lichter nicht mehr an sich halten und verteilte vor Freude Küsschen ans Ehepaar Thiele.