Kopie oder Original? WM-Fußball von 1974 bei "Bares für Rares"

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Kurz vor Ende der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland rollte ein WM-Fußball von 1974 zu Horst Lichter in die "Bares für Rares"-Trödelhalle. Eine Sensation? Oder doch nur eine Kopie? Das verrät die Galerie. © teleschau - der mediendienst GmbH

Den Ball hatte Stefan in der Garage eines Bekannten gefunden. Er wollte wissen, "ob der wirklich so begehrt ist, wie ich mir das vorstelle, oder ob der so gut wie gar nichts wert ist". Eine gute Frage, auf die Sven Deutschmanek die Antwort hatte.
1974, WM in Deutschland, Deutschland Weltmeister unter Franz Beckenbauer als Kapitän. Damals gab es drei verschiedene Ausführungen des WM-Balls. Der ganz weiße ist das Modell "Chile".
"Ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich hier nicht um einen Original-Spielball handelt", zerstörte Sven jede Hoffnung. Die seien entweder verschwunden oder signiert, denn davon gab es damals jeweils nur zwei Stück. "Das ist ein normaler Merchandise-Artikel, den man so kaufen konnte."
Trotzdem: Der Ball war tatsächlich original aus dem Jahr 1974 und für sein Alter noch relativ gut erhalten. "Gespielt wurde damit garantiert auch, nur nicht bei der WM", fügte Horst Lichter hinzu. 140 bis 200 Euro war der Fußball dennoch wert. "Ich find' ihn schön, ich find' ihn toll. So was sollte erhalten bleiben, ab in die Vitrine", beendete Sven seine Expertise.
"Na hoffentlich versenkt er den Elfmeter jetzt", hoffte Horst auf einen guten Verkauf im Händlerraum. Ob der Ball ein Glückstreffer oder ein Eigentor wird, lag allein in der Hand des Verkäufers.
"1974, cool", fand Esther Ollick als erste Gefallen an dem runden Objekt. Zwischen ihr und ihrem Sitznachbarn Markus Wildhagen begann sofort ein harter Bieter-Zweikampf.
In Zehnerschritten spielten sie sich die Bälle gegenseitig zu. "Jetzt geht die Zickerei los", kommentierten die Kollegen das spannende Spiel.
Für 120 Euro gewann Markus das Match und den WM-Ball. Doch auch andere Händler gingen als Gewinner toller Raritäten nach Hause
Ein Bild aus Pastell-Kreide von Marie Octavia Nielsen Hauge wurde für 600 Euro verkauft.
Ein Formholzstuhl von Verner Panton und ein Designer-Stuhl von Arne Emil Jacobsen waren für 2.800 Euro ein glattes Schnäppchen.
Eine umgearbeitete Brosche aus der Art-Déco-Zeit erzielte 900 Euro.
Eine Bronze-Büste von Paul Aichele aus dem Jahr 1919 wechselte für einen Transferpreis von 500 Euro zu den Händlern.
Und ein Jugendstil-Besteck aus Silber brachte dem Besitzer 1.350 Euro - ein echter Volltreffer.
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