"Das macht vielleicht einen Krach!" - Heiteres Kopfschütteln bei "Bares für Rares"

Ohren zu und Augen auf: Ein lautstarke Antiquität sorgte bei "Bares für Rares" für fragende und gequälte Gesichter.

"Was hast du uns da mitgebracht, das macht vielleicht einen Krach", äußerte sich der Moderator kritisch, als Sven Deutschmanek das Gerät zum Laufen brachte. "Ich habe euch eine Adressiermaschine von Adrema mitgebracht", erklärte die Verkäuferin.
Bevor die Korrektur des Experten kam, um was es sich in Wirklichkeit handelte, übte Horst Lichter weiter Kritik: "Bis man da die Buchstaben einzeln gedruckt hat, war man schon persönlich beim Adressaten!" Aber noch mehr interessierte ihn: "Mein Gott im Himmel, wie kommst du denn an so ein Geschoss?"
"Der Vater meines Mannes war leidenschaftlicher Flohmarktgänger und hat diesen Apparat mit nach Hause gebracht". Da schmunzelte der Moderator und ergänzte: "Und deine Schwiegermutter war begeistert!" - "Ja, der ganze Keller ist voll!", so Sabrina Seker weiter. Lichter stammelte vor Schreck: "Hör auf!"
Nun war Sven Deutschmanek an der Reihe und musste erst mal erklären, was das Gerät denn nun wirklich war: nämlich nur ein Zubehörteil einer Adressiermaschine. "Und das hier ist die dazugehörige Prägemaschine", erläuterte der Experte. "Ah, ok", flüsterte die Besitzerin und runzelte die Stirn. Aber immerhin die Firma stimmte: Adrema, 1913 in Berlin gegründet.
Deutschmanek erklärte weiter: "Mit diesem Gerät wurden Matrizen hergestellt, um dann in einer Adressiermaschine Serienbriefe zu adressieren." Horst Lichter nickte zustimmend: "Das habe ich mir schon fast gedacht, als du da einzeln die Buchstaben ausgestanzt hast. Da könnte man ja schneller schreiben. Jetzt macht das Sinn".
Doch von wann war die Prägemaschine? Horst Lichter gab einen Tipp ab: "Für mich sieht das aus wie 20er-, 30er-Jahre." Damit lag er richtig. "Stimmt", meinte Sven Deutschmanek. "Ich würde auch sagen, Anfang oder vielleicht Mitte der 1920er-Jahre."
Etwas besser gelaunt fiel Lichter dann noch der gute Zustand der Maschine auf, mit dem Zusatz: "Jetzt habe ich doch Spaß dran gefunden." Und der Wunschpreis? Die Besitzerin gab sich zurückhaltend: "Ich bin froh, wenn ich 100 Euro kriege." Für Deutschmanek lag der Wert bis 300 Euro.
Bevor das Geheimnis unter dem Umhang gelüftet wurde, war Raten im Händlerraum angesagt: "Vielleicht ein Kleiderständer", dachte sich Händlerin Elke Velten. Doch auch nach der Enthüllung waren die Händler nicht viel schlauer. Wolfgang Pauritsch (Bild) tippte auf eine Schreibmaschine.
Walter Lehnertz (l.) zeigte anfangs noch ein wenig Interesse an der Maschine, bot aber keine 80, sondern nur 50 Euro. Die anderen Händler waren sich nicht sicher, wie so ein Gerät preislich gehandelt wird und ob sich Abnehmer finden würden.
Nach zähen Diskussionen traute sich Christian Vechtel (r.) dann doch ein Gebot abzugeben: 100 Euro, "obwohl das Gerät nun wirklich nicht handlich ist". Doch Walter Lehnertz stieg nicht auf ein Bieterduell ein, denn: "Ich weiß gar nicht, was ich mit dem Ding soll."
"Aber wir können das Mädel jetzt auch nicht mit dem Teil wieder nach Hause gehen lassen", entgegnete Lehnertz doch wieder versöhnlich. "Außerdem würde sie das bei dem Gewicht auch gar nicht schaffen", versuchte Elke Velten (r.) die Verhandlungen weiter voranzutreiben.
Es kam dennoch kein weiteres Gebot von Walter Lehnertz. Dafür überbot sich Christian Vechtel selbst und gab 150 Euro für die Prägemaschine. Verkäuferin Sabrina Seker war glücklich, immerhin hatte sie 50 Euro mehr bekommen als erwartet.
Drei seltene Handtaschen aus Kunststoff wurden für 400 Euro von Elke Velten erworben. Solche Taschen aus den 1950er-Jahren hatte die Händlerin noch nie zuvor gesehen. Die Expertise lag dagegen nur bei 190 Euro.
Dass es sich hier um eine Skulptur aus Zinkguss handelte, hörte der Besitzer nicht gern. Er hatte auf einen vierstelligen Betrag gehofft - in der Annahme, dass sein Stück aus Bronze sei. Detlev Kümmel taxierte die Skulptur nur auf 250 bis 300 Euro. Doch dafür wollte der Besitzer nicht verkaufen und nahm die Skulptur wieder mit.