"Oh schade!" Bei "Bares für Rares" platzt ein Trödeltraum

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Prunkvoll war es ja, das Kaffeeset, das am Dienstag bei "Bares für Rares" Furore machte. Aber brachte es auch den erhofften Geldregen für ein Ehepaar aus Hamburg?

"Mein lieber Scholli", fing Horst an zu schwärmen. Von Verkäufer Manfred wurde der begeisterte Moderator sogleich zum Kaffee eingeladen. Lichter hatte aber eine drängendere Frage: Wo hatte das Paar das eindrucksvolle Set erworben?
In Schweden hatte Manfred die Kaffeekännchen auf einem Trödelmarkt gesehen. Und obwohl seine Frau erst gar nicht begeistert war, dachte Manfred, er hätte das richtige Näschen gehabt. Damals glänzte das Set noch nicht so schön wie jetzt, sondern war schwarz. "Ich habe echt gedacht, wir haben den Schatz gefunden. Von so was träumt man ja", erzählte Manfred stolz.
Nun kam Expertin Wendela Horz zu Wort: Das Set stammte laut Expertise tatsächlich aus Schweden. Das bewies die Marke am Boden. Hier erkannte Wendela das Zeichen des heiligen Erik als Schutzpatron von Stockholm. Doch die Untersuchung der Objekte ergab noch mehr.
Darüber hinaus war das Zeichen eines sehr bekannten schwedischen Silberschmieds und Juweliers zu sehen. Diese sogenannte Punze war seit 1860 in Verwendung, doch leider war das Set erst später entstanden: Anfang des 20. Jahrhunderts, zwischen 1900 und 1910.
Daneben waren noch die Buchstaben "NS" gestempelt. Doch was hatten sie zu bedeuten? Wendela wusste auch das: "Hier haben wir leider nicht, was Sie gehofft haben. Hier steht NS, und das bedeutet auf Schwedisch wie auch auf Deutsch Neusilber. Neusilber ist eine Kupfer-Nickel-Zink-Legierung, die versilbert wurde."
Danach war Manfred erst mal geknickt: "Oh schade!" "Aber es ist nach wie vor pompös und macht gut was her. Man darf auch nicht vergessen, das Set ist fast 100 Jahre alt", versuchte Horst gleich zu trösten. Wie hoch war nun der Wunschpreis von den Eheleuten aus Hamburg?
Als die beiden noch dachten, ihr Schatz wäre echtes Silber, träumten sie von über 1.000 Euro. "Jetzt gehen wir natürlich runter mit unserer Preisvorstellung. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung. Vielleicht 200 Euro?", schätzte Manfred.
"Leider gibt es relativ viele dieser Stücke auf dem Markt, und diese werden eher niedrig gehandelt", erklärte Wendela. "Bereits für unter 100 Euro können diese Kernstücke gekauft werden." Da staunte Manfred, dem auch ein enttäuschtes "Ach" herausrutschte.
Horst fragte leise: "Soll es weg?" Sollte es. Manfred war trotzdem etwas traurig: "Bedauerlich, dass es nicht ist, was wir uns erhofft haben. Über 1.000 Euro wären natürlich schöner gewesen. Aber es steht fest, dieses Teil verlässt unser Haus."
Alle Händler schienen auf Anhieb begeistert. Da kam ein "Wow!" von Fabian Kahl (M.) und ein "Uiuiui", von Ludwig Hofmaier (r.), doch dann kam die Enttäuschung: "Aber einen Silberstempel sehe ich nicht", klärte Fabian auf. Wolfgang Pauritsch (l.) startete dennoch mit 100 Euro, denn "es dürfte mindestens 100 Jahre alt sein. Sehr prunkvoll und so was sieht man nicht alle Tage."
Letztlich erwarb Markus Wildhagen das Set für 200 Euro. "Das ist in seinem Prunk so drüber, dass es schon wieder gut ist", erklärte der Händler sein Gebot. Verkäufer Manfred war auch versöhnt. Er rief sich in Erinnerung, dass er für das Kaffeeset gerade mal 10 Euro auf dem Flohmarkt gezahlt hatte.
Deutlich kostspieliger war in der Dienstagsausgabe von "Bares für Rares" ein hübsches Medaillon von etwa 1890 sowie ein Diamant-Ring aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die beiden Stücke aus 585er-Gold erwarb Elke Velten für insgesamt 1.550 Euro.
Diesen Miniatur-Werkzeugkasten von 1908 wollten alle Händler haben. Elke Velten erhielt den Zuschlag für 250 Euro.