Dieses prunkvolle Mitbringsel fiel bei "Bares für Rares" durch

Kaputt, aus schlechtem Material und in großen Stückzahlen hergestellt: An der mitgebrachten Schale eines Western-Pärchens ließ der "Bares für Rares"-Experte kein gutes Haar. Moderator Horst Lichter traf daher eine harte Entscheidung.

"Wenn es um die 50 Euro werden, gehen wir essen", hatte sich Diane Pelkmann vorab überlegt. "Wenn es mehr wird, wird es in unser Hobby gesteckt." Dass die beiden ein ungewöhnliches Hobby hatten, war nicht zu übersehen. "Wow! Außergewöhnliches Outfit, Respekt!", lobte Lichter.
"Wir sind beide Westernfreunde", erklärte Heinrich Brion. "Einmal im Jahr bauen wir eine komplette Westernstadt auf, da machen wir ein großes Event."
Dann bemerkte Lichter, dass die beiden sich nicht nur in Schale geworfen hatten, sondern auch eine dabei hatten. "Ich sehe schon mal, da ist ein Henkel kaputt", monierte er.
"Hier auf dem Parkplatz ist mir der Kelch leider aus der Hand gerutscht und der Henkel abgebrochen", erklärte der Cowboy. "Hier? Herrjott, ne!", bedauerte Horst Lichter.
Albert Maier korrigierte: Der Kelch sei gar keiner, sondern eine Bonboniere. "Die stammt aus den USA - aus den 20er-, 30er-Jahren." Er vermutete, dass die beiden den Glaseinsatz selbst eingesetzt hätten, doch dem war nicht so. "Der passt nun wirklich nicht dazu", lamentierte der Experte. "Auch in der Größe nicht."
"Sieht aus wie ein kleines ...", begann Maier. "Puddingschälchen", schlug Lichter vor. Der Experte stimmte zu. Dann das vernichtende Urteil: "Die Bonboniere ist nicht aus Edelmaterial, so etwas wurde in großen Stückzahlen gefertigt." Das kalte Fazit: "Es ist hübsch, aber es ist mehr oder weniger ein netter Flohmarktartikel."
Maier war noch nicht fertig: "Der Materialwert ist verschwindend gering, das Glasschälchen gehört nicht dazu und man kriegt es kaum noch raus - und wenn, ist es hinüber. Die Griffe waren mal beide abgebrochen."
"Ich finde interessant, dass es aus Amerika kommt und aus den 20er-Jahren", versuchte Horst Lichter, die gedämpfte Stimmung aufzuhellen. "Das passt zu euch, denn in den 20er-Jahren gab es in Amerika noch einige, die so rumliefen wie ihr heute", lenkte er von der schlechten Nachricht Maiers ab.
"Das ist wirklich ein Flohmarktartikel", meinte Lichter. Die fünf Händler verließen sich auf ihn, meinte er, dass er keine minderwertige Ware einfach so durchlasse.
Daher verweigerte Lichter die Händlerkarte. "Außer Albert sagt plötzlich, es sei eine Rarität." Doch Maier taxierte bestätigend auf Flohmarkt-Niveau: 20 bis 30 Euro. "Nichtsdestotrotz war es sehr nett euch kennengelernt zu haben", tröstete Lichter. "Ich finde es toll, wie ihr lebt - und das Outfit ist eine Granate!"
Ein bisschen besser erging es Berta Aigner und Birgit Denk aus Bayern. David Suppes kaufte ihre Puppenstubenmöbel für 90 Euro.
Für die moderne Reproduktion eines Werbeschilds zahlte Walter Lehnertz 220 Euro. Experte Sven Deutschmanek (Bild) hatte die Hälfte empfohlen.