Thriller ums Silber: "Bares für Rares"-Kandidat zittert um Riesen-Investition

Silber oder versilbert? Ein kleiner, aber bedeutsamer Unterschied, der einem Antiquitätenbesitzer bei "Bares für Rares" fast zum Verhängnis geworden wäre.

Horst Lichter freute sich über viel Silber in der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares". "Wow, was für eine Pracht! Mächtiges Silber! Davon gehe ich zumindest aus", nahm der Moderator im ersten Moment an. Denn er hatte ein Handwerkszeug entdeckt, dass Experten nur dann einsetzen, wenn besonderes Material ermittelt werden soll.
Die Waage stand also nur am Expertentisch, weil hochwertiges Material gewogen würde. "Sonst wäre es ja eine Schrottwaage", spottete Lichter. "Schönes Zinn", kommentierte Colmar Schulte-Goltz das Ergebnis. Horst Lichter schluckte entsetzt, doch erkannte schnell den Witz und fügte ironisch hinzu: "Ja genau, vier Kilo Zinn macht 1,48 Euro."
"Wie kommst du an dieses prachtvolle Silber-Gedöns?", fragte Lichter neugierig. "Ich habe es einem Freund mit einem Goldankaufs-Laden abgekauft, der die Stücke damals einschmelzen wollte", so der Verkäufer. "Das wäre viel zu schade gewesen", nickte Lichter. Da wusste er aber noch nicht, wie viel Thomas Pilgrim für das Silber bezahlte hatte ...
"Das macht Eindruck", freute sich Lichter über die Fakten und das Gewicht der Kannen. Doch die Stimmung änderte sich nach der Frage an den Verkäufer zu seinem Wunschpreis. "Damals habe ich einen Euro pro Gramm bezahlt, also insgesamt 3.200 Euro." Lichter und Schulte-Goltz rissen die Augen weit auf und stöhnten: "Ui, das war viel Geld!"
Für 2.000 Euro würde er verkaufen, machte Thomas Pilgrim deutlich. Doch Experte Schulte-Goltz kam zu einem anderen Ergebnis. "Der Silber-Ankaufswert liegt bei 950 Euro. Da es um 1900 entstanden ist und somit historisch, beläuft sich mein Schätzwert auf 1.300 bis 1.500 Euro." Etwas enttäuscht entschied sich der Kandidat dennoch, sein Glück im Händlerraum zu versuchen ...
Doch die bedrückte Stimmung zog sich weiter in den Händlerraum. Alle Händler glaubten, die Kannen wären nur versilbert und nicht aus Echt-Silber gefertigt. "Das dürfte versilbertes Messing sein", nahm David Suppes (rechts) an. "Aber das ist kein Silber", versicherte auch Julian Schmitz-Avila.
Nur der Verkäufer war sich sicher: "Das ist Silber aus Portugal!" Walter Lehnertz hatte dennoch starke Bedenken und fragte direkt: "Wo ist denn eine Silberpunze?" Zwar konnte Lehnertz unterm Fuß ein Zeichen erkennen, aber der Händler hatte "Bauchschmerzen damit". Auch Suppes runzelte die Stirn: "Wir zweifeln gerade noch, ob das Silber ist."
"Normalerweise riecht das doch auch nach Silber", raunte Schmitz-Avila und wollte das Silberzeichen recherchieren. Doch er wurde fündig: Ein sitzendes Wildschwein mit einer römischen II unter dem Kinn war tatsächlich das Zeichen für 833er-Silber aus Portugal. Lehnertz kleinlaut: "Man kann ja nicht alle 800 Silberpunzen auswendig kennen."
Nach dieser Erkenntnis traute sich Schmitz-Avila (links) nun auch, ein erstes Gebot abzugeben. Das lag mit 1.200 Euro aber noch unter dem Schätzpreis. Auch Suppes traute dem Silberstempel nun, zögerte aber dennoch mitzubieten. "Aufgrund der Beschädigungen, vor allem den Beulen am Milchkännchen, kann man nicht höher als der Materialwert bieten."
1.200 Euro waren zu wenig für den Verkäufer, der "mindestens 1.500" wollte. Darauf reagierten die Händler nur mit einem erstaunten Schnaufen. Lediglich 100 Euro war Schmitz-Avila bereit mehr zu geben. Nach kurzem Zögern nahm der Verkäufer das Angebot an und verabschiedete sich lachend von Schmitz-Avila mit dem Satz: "Bleib sauber!"
Ebenfalls über den Händlertisch ging ein skurriles Diorama vom Künstler Carl Hoffmann aus dem Jahr 1861. Für 270 Euro ging das Bild an Händlerin Esther Ollick. Experte Colmar Schulte-Goltz hatte den Wert auf 300 bis 350 Euro taxiert.
Ein alter Filmscheinwerfer aus den 1960er-Jahren sorgte für Begeisterung bei Händler David Suppes, der das alte DDR-Teil für 400 Euro kaufte. Der Schätzpreis von Detlev Kümmel lag etwas höher, bei 500 bis 700 Euro.