"Wahnsinn" bei "Bares für Rares": Altes Bild sorgt für Überraschung!

Horst Lichter ist ein begeisterungsfähiger Mensch. Wenn der "Bares für Rares"-Moderator aber um Worte ringt, liegt in der Regel eine Trödelsensation in Luft. Das war in der Freitagsausgabe seiner ZDF-Show nicht anders.

Langsam fand er die Worte wieder: "Mein lieber Herr Gesangsverein! In welch einem schlossartigen Gebäude lebst du denn?" Jetzt war er gespannt auf die Umstände, die Ralf Rieger zu diesem opulenten Kunstwerk brachten.
Der Unternehmer aus Mönchengladbach begründete den Verkauf des Erbstücks mit Platzmangel: "Wir verkaufen's, weil wir umgezogen sind. Der Vater meiner Lebensgefährtin war Sammler."
Horst Lichter war emotional noch immer gefesselt: "Wenn ich das Gemälde so sehe, bin ich erst mal schwer beeindruckt, aber auch zwiegespalten. Auf der einen Seite könnte ich denken, das Bild ist uralt und sehr wertvoll. Wiederum scheint es mir vom Zustand zu gut zu sein, als dass es so alt ist."
Zum Glück wusste der Experte Colmar Schulte-Goltz mehr über das Bild, das die mystische Vermählung der heiligen Katharina von Alexandrien mit dem Jesuskind zeigte: "Es ist wohl in der Zeit um 1600 bis 1620 ungefähr zu verorten. Es ist ein sehr, sehr schönes Bild." Lichter war fassungslos: "Wahnsinn!"
Aber: "Ich kann keinen Urheber erkennen", suchte der Experte vergeblich nach dem Künstler. "Wenn das einem Meister zuzuschreiben ist, es hat eine gute Qualität, es hat eine sehr schöne Ausführung, dann sind wir auf jeden Fall sechsstellig." Das wäre eine Sensation gewesen!
Trotzdem lag der Schätzwert noch bei 8.000 bis 10.000 Euro! Horst Lichter rastete aus: "Alter Schwede!" Herr Rieger ebenfalls: "Da bin ich aber überrascht!"
Die sakrale Kunst verfehlte ihre Wirkung auch bei den Händlern nicht. "Das ist ein schönes Bild! Wunderbar!", schien Ludwig Hofmaier (r.) interessiert. Doch der fehlende Künstlername wirkte sich negativ auf die Preisfindung aus.
Einzig Julian Schmitz-Avila ging das Risiko ein und zahlte 3.500 Euro. Der Verkäufer war dennoch zufrieden: "Ich glaub, es ist bei ihm in guten Händen, das Bild."
Unter dem Schätzpreis wurde auch ein goldener Anhänger mit Altschliff-Diamanten aus den 1930er-Jahren für 650 Euro verkauft.
Mit 80 Euro mehr als gedacht erzielte ein gut erhaltener Lederfußball aus den 1950er-Jahren.
Ein edles Mokka-Service von 1957, das zu Ehren des Besuchs von Queen Elizabeth II. in Frankreich gefertigt wurde, wechselte für 220 Euro den Besitzer.
Eine Taschenuhr aus Silber von J.W. Benson aus dem Jahr 1931 brachte 240 Euro ein.
Und für ein Puppenhaus von Designer Bodo Hennig aus dem Jahr 1974 zahlten die Händler 300 Euro.