"Wahnsinn! Unglaublich!" - "Bares für Rares"-Expertise schockt Horst Lichter

Ein altes Holzrelief mit dem beliebten Schutzpatron Georg hatte es Horst Lichter in der Mittwochsausgabe von "Bares für Rares" angetan. Nur beim Alter lag er deutlich daneben. Das Relief entpuppte sich als mittelalterliche Trödelsensation.

Der Experte klärte auf: "Es ist über 500 Jahre alt!" So alt? Das konnte der Moderator kaum glauben: "500 Jahre? Wow!" Anhand des Zaumzeuges und der Rüstung des Heiligen konnte man die Plastik auf 1500 datieren. Wenigstens die Heiligen-Darstellung wollte Horst richtig erraten: "Das ist doch der Heilige, der Glück bringt oder?"
Auch hier musste Albert Maier richtigstellen. Bei dem Heiligenrelief handelte es sich um den Schutzpatron der Reiter. Laut Legende hat St. Georg wohl im 3. Jahrhundert einen Drachen getötet. Horst resignierte: "Gut, dann hilft er mir nicht."
Doch woher stammte die Plastik eigentlich? Als Christian, der Verkäufer 18 Jahre alt war, habe er sie von seinen Eltern geschenkt bekommen. "Die Plastik war voll mit Mehl. Dann habe ich es erst mal zum Restaurator gebracht", berichtete der jetzt 70-Jährige. Mit Mehl?
"Ja, die Plastik war mal komplett verwurmt. Das kann man hier hinten noch sehen", erklärte Experte Albert. Doch der Restaurator hatte den Heiligen damals mit Gas ausgeräuchert, verkittet und das Holz wieder gefestigt. Jetzt war das Relief in einem ordentlichen Zustand. Aber woher stammte es eigentlich?
Der Restaurator verortete das Stück damals im flämischen Raum. Experte Albert widersprach: "Meiner Meinung nach ist die Plastik süddeutsch, alpenländisch, aufgrund der dargestellten felsigen Landschaft." - "Ja, das gibt es in Flandern nicht", lachte der Verkäufer, der eigentlich aus Antwerpen stammt. Horst stimmte zu: "Alles ziemlich platt da!"
Die Fassung der Holzplastik wurde schon oft überarbeitet. "Das ist auch klar, wenn die Farben 500 Jahre alt sind, leuchten sie nicht mehr", erläuterte Albert, und Horst stutzte: "Ach, das war das mal farbig?". "Ja, man kann das ganz gut an den Farbschichten hier erkennen", fuhr der Experte fort.
Die Ausarbeitung des Heiligen Georg war relativ einfach gehalten. Das verwunderte aber auch nicht, denn sie wurde von einem Holzbildhauer für eine Platzierung im Freien gearbeitet. "Also nicht für ein Wohnzimmer oder einen Altar in der Kirche, sondern als Schutzpatron-Darstellung für ein Familienhaus", vermutete Albert. Horst würdigte die Expertise: "Wahnsinn! Unglaublich!"
Blieb nur noch eine Frage: Wie viel ist der Heilige Georg wert? Der Verkäufer stellte sich zwischen 800 und 1.000 Euro vor, die er gern in den Wohnmobil-Urlaub investieren wollte. Da legte Albert eine Schippe drauf: "1.500 bis 1.800 Euro sollten schon drin sein."
Eine schöne Überraschung für den Verkäufer, und im Händlerraum sollte es noch besser werden. "Schön gearbeitet. Sehr selten und sehr alt", war Ludwig Hofmaier (rechts) sofort hin und weg. Und damit war er nicht allein.
"So was lässt sich gut verkaufen", war "Lucki" sicher. "Ich bin ganz begeistert. Ich starte mit 1.000 Euro." Doch der Verkäufer wollte mehr. Ludwig bot weiter: "Bei 1.200 Euro geht auch noch nichts?" Nein! Auch bei 1700 Euro gab es nur Kopfschütteln von Christian.
Selbst als Fabian Kahl (zweiter von rechts) auf 2.000 Euro erhöhte, war noch kein Deal in Sicht. Wolfgang Pauritsch (dritter von links) hatte den russischen Markt im Kopf, da der Heilige Georg auf dem Wappen von Moskau steht und bot 2200 Euro. Am Ende bekam aber Ludwig Hofmaier den Zuschlag, für sagenhafte 2.400 Euro." Sie haben mir eine große Freude gemacht. Ich bin sehr stolz auf den Georg", freute sich der neue Besitzer.
Ebenfalls einen neuen Besitzer erhielt am Mittwoch bei "Bares für Rares" eine Porzellanvase von F.W. Spahr aus den 1930-er bis 40er-Jahren. Für 250 Euro ging die kleine Keramik an Markus Wildhagen.
Diese Designerstühle hatte Helge Lindau aus Voerde 1995 bei Ikea für 150 DM pro Stück erworben. Experte Sven Deutschmanek schätzte das Stuhl-Ensemble auf beachtliche 1.800 bis 3.000 Euro. Ganz so viel gab's aber doch nicht. Fabian Kahl zahlte 700 Euro.