Zweifel im Händlerraum: Kunst-Krimi um Dali-Skizze bei "Bares für Rares"

Klangvoller Name bei "Bares für Rares": Am Freitag wurde eine Skizze angeboten, die mutmaßlich vom großen Salvador Dali stammt. Doch gab es Zweifel an der Echtheit des Kunstwerks.

Horst Lichter staunte: "Schönes Bild. Selber gemalt?" Da wusste er noch nicht, dass er das Werk eines großen Künstlers bei "Bares für Rares" vor sich stehen haben könnte.
Der Verkäufer Thomas Müller aus Wohltorf wusste auch nicht viel mehr, als dass seine Großtante das Bild vor Jahren auf einer Ausstellung erworben hatte: "Es soll Dali gemalt haben, eine Handskizze." Bei dem Namen klingelte es bei Horst Lichter: "Uiii!"
Das Bild war nummeriert und signiert. An dieser Stelle schaltete sich Albert Maier ins Gespräch ein: "Dann kann es keine Handskizze sein, wenn's nummeriert ist. Dann ist es ein Druck." Ach so ...
Albert Maier schritt ans Kunstwerk und zeigte: "Diese Signatur geht in das Blatt rein. Salvador Dali hat auch weiße Blätter signiert und sie verkauft." Die Grafik wurde also über die Unterschrift gedruckt.
Wie wirkte sich das wohl auf den Preis der Grafik mit dem Titel "Sainte Anne" aus? "Ich würd' sagen, 400 bis 500 Euro sind hier gerechtfertigt", war das für einen echten Dali ziemlich ernüchternde Urteil des Experten ...
Im Händlerraum kamen Zweifel an der Echtheit auf. Fazit von Fabian Kahl: "Ich glaube nicht, dass sie unterschrieben wurde von ihm." Das sah Susanne Steiger ähnlich: "Ich glaub auch eher, dass es ein Druck ist." Wer hatte nun Recht?
David Suppes (rechts) fragte den Verkäufer direkt nach der Expertise. "Die wichtigste Frage zuerst: Ist die Unterschrift echt?" - "Ja, ist echt", bestätigte der und gab wieder, was er von Albert Maier erfahren hatte. Julian Schmitz-Avila (links) fasste zusammen: "Also ist das Bild ein Druck und die Unterschrift original."
Bevor er Geld dafür ausgab, nahm Suppes die Signatur noch mal genau unter die Lupe: "Ich sehe auch kein Raster." Schmitz-Avila war erleichtert: "Das ist gut."
Satte 600 Euro bot er am Ende für den Dali. Herr Müller war zufrieden, schließlich lag sein Wunschpreis nur bei der Hälfte.
Den Wunschpreis übertraf auch ein auffälliger Ring aus Gold mit Diamanten aus der Zeit zwischen den 1930er und 1950er Jahren mit 500 Euro.
Ein lustiger Schaukelelefant von Schuco aus den 1950er oder 60er Jahren sorgte ebenfalls für Freude, denn die bezahlten 200 Euro waren doppelt so viel wie vom Experten geschätzt.
Etwas enttäuscht ging die Verkäuferin einer Goldbrosche mit Diamanten aus den 1920er Jahren mit 1.300 Euro nach Hause.
Dafür verlief der Verkauf eines Pferderennspiels von Märklin aus den 1920er Jahren gewinnversprechend: Schätzpreis 80 Euro, Walter Lehnertz legte direkt 100 Euro auf den Tisch.