Star-Power, knackige Körper und Zeitlupen-Läufe in engen Badeanzügen: Die Verfilmung der Kult-Serie "Baywatch" hätte eigentlich alles, was eine gelungene Neuauflage braucht. Wenn da nicht der plumpe Humor und die unnötige Story wären.

Andreas Maciejewski
Eine Kritik
von Andreas Maciejewski, Redakteur Unterhaltung

Eigentlich klingt alles ganz gut: Der "Sexiest Man Alive 2016" Dwayne "The Rock" Johnson und Teenieschwarm Zac Efron sind die männlichen Hingucker im "Baywatch"-Film.

Sie trainieren ihre Muskeln am Strand, sie schwitzen, ihre Körper glänzen. Damit wären schon mal die weiblichen Zuschauer im Kino versorgt.

Die Männer sind bei "Baywatch" ohnehin voll in ihrem Element: Badenixen wie Kelly Rohrbach und Alexandra Daddario hüpfen im neu designten, roten Badeanzug mit Zipper am Oberkörper über den Strand. Zwischendurch in obligatorischer Zeitlupe, versteht sich.

Was kann da schon schiefgehen? Leider vieles.

"The Rock" beerbt David Hasselhoff

"Baywatch"-Star verrät, was sie gemeinsam haben - und was nicht.

Am Miami Beach hat Mitch Buchannon ("The Rock") als Ober-Rettungsschwimmer das Sagen. Der ehemalige Wrestling-Star beerbt damit in der "Baywatch"-Verfilmung den kultigen David Hasselhoff.

Bald taucht Matt Brody (Efron) auf. Der selbstverliebte Olympiamedaillen-Gewinner macht sich anfangs nicht gerade viele Freunde. Buchannon muss ihn aber als PR-Gag in sein Team aufnehmen.

Am Miami Beach häufen sich dann kriminelle Zwischenfälle. Weil die Polizei wenig unternimmt, will Buchannon mit seinem Team (unter anderem Kelly Rohrbach, Alexandra Daddario und Jon Bass) die Sache selbst in die Hand nehmen. Buchannon und Brody müssen sich wohl oder übel zusammenraufen.

Story von "Baywatch" driftet völlig ab

Bevor die Meckerei losgeht: Von "Baywatch" erwartet man rein storytechnisch ohnehin nicht viel. Und das braucht es auch nicht. Zu "Baywatch" gehören Strand, durchtrainierte Menschen und ein paar Zeitlupen-Einstellungen. Mehr nicht.

Leider kommen genau diese Elemente zu kurz. Der Film driftet stattdessen in eine wilde, aber unnötig lange Verbrecherjagd ab. Bei einer ohnehin schon langen Komödien-Laufzeit von 119 Minuten nimmt der Krimipart sogar den größten Teil ein.

Unweigerlich fragt man sich: Was hat das noch mit Rettungsschwimmern zu tun? Zwar ziehen sie auch in der Serie nicht nur Menschen aus dem Wasser - der Film überreizt die Nebenschauplätze aber. Buchannon tritt hauptsächlich als Hilfs-Kommissar statt als Rettungsschwimmer auf.

Penis-Witze und Gags mit Leichenflüssigkeit

Aber auch als Komödie taugt der Film leider nicht so viel: Die meisten Gags stammen eher aus der Kategorie "Haudrauf". Ein Penis-Witz jagt den nächsten. Mal klemmt Bass sein Ding ein, mal hat Efron den Dödel einer Leiche in der Hand.

Dazu kommen Ekel-Witze, die unter anderem mit Leichenflüssigkeiten zu tun haben. Subtiler Humor sieht anders aus.

Dabei lässt "Baywatch" zwischendurch witzige Ansätze erkennen. Der Running Gag von "The Rock" ist, Efron ständig mit wechselnden Boyband-Namen anzusprechen. Später nennt er ihn auch "High School Musical". Eine nette Anspielung, schließlich wurde Efron durch diesen Film bekannt.

Die Schauspieler harmonieren also eigentlich, nur bietet ihnen das Drehbuch nicht oft solche Glanzmomente.

David Hasselhoff und Pamela Anderson als Gaststars

Zumindest treten auch die Ex-"Baywatch"-Stars David Hasselhoff und Pamela Anderson in Gastrollen auf. Um deren Auftritte wurde vor Kinostart ein großes Geheimnis gemacht.

Ohne zu viel zu spoilern: Es hat den Anschein, dass die beiden mit Gewalt in den Film hineingepresst wurden. Damit sie halt auch zu sehen sind. Denn ihre Gastrollen sind nur sehr kurz - und auch ein wenig unsinnig.

Wie leider der ganze Film.