Da flossen die Tränen in Strömen beim coolen Macho Jan, als er von seiner Vergangenheit erzählt. Dieses Szenario kommt Ihnen irgendwie bekannt vor? Da liegen Sie richtig, denn im Laufe diverser "Big Brother"-Staffeln haben sich zahlreiche Klischees etabliert, die sich immer und immer wieder wiederholen. Liebe Macher von "Big Brother", denkt Euch doch mal was Neues aus!

Wir haben diese ausgelutschten Klischees mal zusammengestellt - und das Beste an unserer Zusammenstellung: Sie ist auf jede beliebige Reality-Show anwendbar.

1. Der Heulkrampf

Es ist erst Tag 3 im "Promi Big Brother"-Haus und schon bricht der selbsternannte Macho Jan Leyk in Tränen aus. Im sogenannten Sprechzimmer erzählt der 28-Jährige von seiner ach so schweren Vergangenheit. Als die Tränen dann aber gar nicht mehr trocknen wollen, wirkt das Ganze schon recht inszeniert und legt die Vermutung nahe, dass Jan schon sehr genau weiß, wie er die Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann. Oder wie er zeigen kann, dass auch ein Macho gefühlvoll sein kann (siehe auch Punkt 6).

2. Die Beichte

Immer wieder auch gern gesehen im "allwissenden Haus" ist die Beichte eines - mehr oder minder - bekannten Prominenten. Womöglich soll den Zuschauern damit folgende Botschaft übermittelt werden: "Ich bin einer von euch. Ich bin auch nur ein Mensch." Das dachte sich auch "Promi Big Brother", lud Jenny Elvers-Elbertzhagen in den Container ein und ließ sie erzählen: "Der Entzug war so hart. Ich dachte, ich sterbe." Doch der Trost ihrer mitfühlenden Mitinsassen ist ihr sicher: "Die Vergangenheit wird nicht mehr zurückkommen." Hach, wie herzzerreißend.

Cindy aus Marzahn und Oliver Pocher fallen sich bei "Promi Big Brother" ins Wort, machen auf witzig und harmonisieren so überhaupt nicht miteinander. Glückwunsch Sat.1: Ihr habt das schlechteste Moderatoren-Duo des Privatfernsehens gefunden!

3. Die Dusche

Ist der emotionale Bedarf der Zuschauer gedeckt, kommen sie ins Spiel: die nackten Tatsachen. Früher oder später ist es so weit und eine gut gebaute Dame traut sich unter die Dusche - und zwar so, wie Gott sie schuf. Sabrina Lange tat es als Allererste in der Pionier-Staffel von "Big Brother" und auch in der aktuellen Staffel wird es wohl nicht mehr lange dauern. Bereits an Tag 1 präsentierte sich sexy Sarah gekonnt unter der Dusche. (Anm. d. Red.: Martin Semmelrogges Nackt-Dusche zählt nicht.)

4. Das Liebespaar

Wurde ausreichend - wahlweise gemeinsam oder alleine - geweint und Mitgefühl gezeigt, darf endlich geflirtet werden. Was wäre ein allsehendes Kamera-Auge, wenn es keine liebesbedürftigen Promis entlarven würde. Heiße Anwärter auf den Titel "Liebespärchen 2013" sind Sarah Joelle und Manuel Charr. DSDS-Sternchen und Boxer werfen sich schmachtende Blicke zu und flirten unübersehbar. Die Hochzeits-Reality-Show kann quasi schon geplant werden.

5. Der Zickenkrieg

Ein echter Reality-Fan weiß: Ohne ausgemachten Zickenkrieg geht es nicht (siehe: DSDS, GNTM etc. pp.) - und auch hier haben sich schon die Richtigen gefunden. Den Stein des Anstoßes lieferte Exzentriker Percival Duke: "Ich habe keine Probleme mit jemandem, außer mit Leuten, die OPs hatten." Das kann Natalia Osada natürlich nicht auf sich sitzen lassen, schließlich habe sie durch das Oberweiten-Tuning mehr Selbstbewusstsein gewonnen. Na bitte, und schon gibt's ordentlich Zunder.

"Promi Big Brother"? Die meisten der Bewohner kennt kein Mensch.

6. Das wahre Ich

Harte Schale, weicher Kern. Auch in der Container-Welt wird dieses Klischee nur allzu gerne bestätigt. Denn damit wird Nähe zum Publikum geschaffen. Und wer bietet sich in der aktuellen Staffel besser an als "The Hoff"? Der einstige Serien- und Musikstar schüttet der Welt sein sonst so toughes Herz aus: Er macht sich nämlich große Sorgen um seinen 88 Jahre alten Papa und verbringt jede freie Minute mit ihm, wenn er mal wieder in der Heimat ist. Wie rührselig.

7. Der Zoff

Wenigstens ein wenig interessant wird es, wenn sich die Kandidaten ordentlich in die Haare kriegen. Meist passiert das, wenn sich die lieben Kameraden bezüglich einer zu leistenden Aufgabe uneinig sind. So geschehen auch im "Big Brother"-Jahr 2011, als die Haus-Bewohner eine Choreographie einstudieren sollten. Plötzlich sind alle Kandidaten professionelle Tänzer, jeder kann's besser und wehe, einer versucht das Oberkommando an sich zu reißen. Wann ist es in dieser Staffel endlich so weit?

Sagen wir es, wie es ist: "Promi Big Brother" war eine Katastrophe. Promis, die keiner kennt und die von Anfang an nur Unsinn von sich geben und nerven, eine schnarchlangweilige Show mit zahnlosen Moderatoren und ein Konzept, das schlecht aus anderen Shows zusammengeklaut ist. Aber war denn wirklich alles schlecht? Wir haben mal ganz lange überlegt und sind uns sicher: Wenn man nur auf diese Dinge achtet und den Rest außer Acht lässt, kann man die Sendung überleben.

8. Der Aussteiger

Irgendwann geht dem einen oder anderen Kandidaten das Ganze dann doch an die Nieren. Dann ist der Druck zu groß, die Mitbewohner zu fies oder ganz einfach alles total doof. Bei der großen Verabschiedung haben sich aber natürlich wieder alle total lieb. Dann kommt das Schlimmste: Die Freiwilligen werden wieder auf die Zivilisation losgelassen.

9. Die Kandidatenauswahl

Auch die Auswahl der Kandidaten ist alles andere als Willkür. Immer dabei: Das naive Blondchen (Natalia Osada), die Zicke (Sarah Joelle), der Exzentriker (Percival Duke), der coole Macho (Manuel Charr), die mit der tragischen Geschichte (Jenny Elvers), der lustige Hanswurst (Martin Semmelrogge) und die Vertrauensperson (Marijke Amado). Nachzuprüfen in jeder beliebigen Reality- oder Casting-Show.

10. Der Sex

Die finale Zutat, worauf alle warten und warum sie überhaupt erst einschalten, ist natürlich: Sex. Ja, das ist es doch, was die Zuschauer sehen wollen. Dass sich im sanften Licht der Infrarot-Kameras die Bettdecken eines Kandidaten seltsam bewegen und eindeutige Geräusche zu hören sind. Alex und Kerstin trauten sich 2010 als Erste in der Premierenstaffel. In zehn weiteren Staffeln ging es jeweils mindestens einmal heiß her und auch unsere Promis haben ja noch knapp zwei Wochen Zeit ...