Das Rätselraten hat ein Ende: Charlie Hunnam und Dakota Johnson stehen für die Verfilmung des Erotik-Bestsellers "Shades of Grey" als Hauptdarsteller fest. Während Hunnam bereits öfter auf der Leinwand zu sehen war, verdankt seine Kollegin ihre Bekanntheit den berühmten Eltern. Aber passen die beiden überhaupt in die Rollen des Geschäftsmanns und seiner Gespielin? Wir machen den Check.

Erfahrung

Charlie Hunnam beweist in Sachen Filmrollen durchaus Wandlungsfähigkeit: In der Serie "Queer as Folk" spielt er einen schwulen Jugendlichen. Weltweite Bekanntheit erlangt der 33-Jährige allerdings erst 2002 als Nicholas Nickelby in der gleichnamigen Charles-Dickens-Verfilmung, wo er den Inbegriff eines Idealisten spielt. In "Hooligans" wiederum zeigt Hunnam eine weitere Facette: Dort spielt er einen abgründigen Schlägertyp. Als tätowierter Antiheld und Mitglied einer Biker-Gang bekommt Hunnam die Hauptrolle in der Serie "Sons of Anarchy". Weitere große Rollen übernimmt er in "Unterwegs nach Cold Mountain" und "Pacific Rim".

Auch wenn Charlie Hunnam ein relativ unbekannter Name ist, so sagt einem Dakota Johnson noch weniger. Ihre Karriere beginnt die Tochter von Melanie Griffith und Don Johnson als Model, bis sie sich entscheidet, auch Film-Luft zu schnuppern. Seit 2010 kann Johnson lediglich kleinere Nebenrollen in "The Social Network" und "Fast verheiratet" ergattern. In der Sitcom "Ben & Kate" ist die 23-Jährige zu sehen, bis diese nach nur wenigen Folgen abgesetzt wird.

Image

Nach seiner Rolle in "Nicholas Nickelby" gilt Charlie Hunnam als die Verkörperung des Idealisten. Mit diesem Image bricht er allerdings in "Hooligans" und "Unterwegs nach Cold Mountain". Seitdem hängt dem Briten der Ruf des Bad Boys an. Fans bezeichnen ihn sogar als raubeinige und jüngere Version von Brad Pitt.

Auf das Töchterchen berühmter Eltern scheint dagegen die Beschreibung "Model, das jetzt gerne Schauspielerin sein möchte" ganz gut zu passen. Es gibt sogar Gerüchte, dass ihr lediglich der Einfluss ihrer Eltern zu der Rolle in "Shades of Grey" verholfen hat.

Figur vs. Schauspieler

Der Protagonist des Skandal-Romans, Christian Grey, ist der Frauenschwarm schlechthin: gut aussehend und erfolgreich. Allerdings hat der charmante Unternehmer spezielle sexuelle Vorlieben: Er steht auf Bondage-Spielchen, Dominanz und Sadismus und sucht eine Bettgespielin, die sich ihm unterwerfen möchte. Zweifelsohne gehört Charlie Hunnam in die Kategorie attraktiv. Dennoch besitzt er mehr die Ausstrahlung eines Action- und Antihelden. Für die glaubwürdige Darstellung eines charismatischen Geschäftsmanns mit dunklem Geheimnis scheint ihm die zwielichtige Seite zu fehlen.

Anastasia Steele ist jung, hübsch und gutgläubig. Die Literaturstudentin hat in Sachen Männer kaum Erfahrung und lässt sich naiv auf das Abenteuer Sex-Sklavin ein. Der Charakter ist bereits im Buch ohne tief greifende Eigenschaften angelegt, weshalb die Rolle für die relativ unerfahrene Dakota keine große Herausforderung darstellen sollte. Offenbar fiel die Wahl der Filmproduzenten auch bewusst auf die junge Schauspielerin, die somit die gänzlich unerfahrene Anastasia Steele auf ihrer sexuellen Erfahrungsreise glaubhaft verkörpern kann.

Wirkung als Paar

Eines der wichtigsten Kriterien für die erfolgreiche Verfilmung ist jedoch: Wie funktionieren die beiden als Paar? Auch wenn sich die Schauspieler für ihre Rollen optisch noch verändern werden, scheinen sie zu harmonieren. Während des Castings mussten die beiden gemeinsame Testszenen drehen. Laut Produzent Michael De Luca stimme die Chemie zwischen den beiden.

Fazit

Trotz seiner vielfältigen Rollen kann man sich Charlie Hunnam nur schwer als geheimnisvollen und zunächst gefühlskalten Geschäftsmann vorstellen, der sich mit Peitsche in der Hand eine Sex-Sklavin hält. Auf ihn passt mehr das Bild eines Bikertypen, der sich nicht für seine Emotionen schämt. Ohne Zweifel ist Hunnam ein talentierter Schauspieler, der uns in "Shades of Grey" vielleicht sehr überrascht. Mit ihrer Unerfahrenheit scheint Dakota Johnson dagegen die ideale Besetzung für die jungfräuliche Anastasia Steele zu sein, die sich in ein wildes Abenteuer stürzt.

Dass sich die unbekannteren Schauspieler gegen namhafte Anwärter durchsetzten, könnte auch einen anderen Grund haben: Böse Zungen behaupten, die angefragten Stars der A-Riege wollten sich auf das "Sex-Filmchen" nicht einlassen. Eines steht jedoch fest: Nach dem enormen Hype um den Erotik-Roman wird auch die Verfilmung für ausreichend Aufmerksamkeit sorgen.