Christoph Waltz: Ein Bösewicht erobert Hollywood

Christoph Waltz ist in kürzester Zeit zum internationalen Hollywood-Star avanciert. Zu verdanken hat er das der deutsch-österreichische Doppelbürger vor allem Star-Regisseur Quentin Tarantino. Waltz mimte Nazis, Entführer und durchgeknallte Psychiater. Anlässlich seines 63. Geburtstages blicken wir auf seine atemberaubende Karriere zurück. © spot on news

Der gebürtige Wiener Christoph Waltz steht 1977 erstmals vor der Kamera. Dabei wollte er eigentlich Kameramann werden. Bis weit in die 2000er hinein ist er ausschließlich in deutschen TV-Serien wie "Tatort", "Der Alte" oder "Derrick" an der Seite von Stars wie Tobias Moretti und Silke Bodenbender zu sehen.
Im Jahr 2009 entdeckte ihn schließlich Star-Regisseur Quentin Tarantino (r.), der ihm eine Rolle in seinem Blockbuster "Inglourious Basterds" gibt.
Darin spielt er - wie könnte es anders sein - einen Deutschen. Und zwar eine ganz besonders skurrile Persönlichkeit: SS-Standartenführer Hans Landa.
Eine Rolle, die ihm nicht nur zum internationalen Durchbruch verhalf, sondern auch gleich seinen ersten Oscar als Bester Nebendarsteller bescherte.
Nicht der einzige Preis, den Christoph Waltz zu dieser Zeit einheimsen sollte. Er gewann außerdem den Golden Globe, den Screen Actors Guild Award und den British Academy Film Award.
Mit seiner schauspielerischen Leistung hat Waltz offenbar auch Quentin Tarantino überzeugt. 2012 besetzte der Regisseur ihn für seinen Western "Django Unchained" an der Seite von Jamie Foxx, wo er den deutschen Kopfgeldjäger Dr. King Schultz spielt. Der Film wird nicht nur ein Erfolg, Waltz wird auch erneut als Bester Nebendarsteller für einen Oscar nominiert - und gewinnt.
Dank Tarantino folgten von nun an zahlreiche Rollen in großen Hollywood-Produktionen. Waltz zog sogar nach Los Angeles, behielt in Berlin jedoch einen Zweitwohnsitz. 2014 wurde Waltz mit einem Stern auf dem Walk of Fame geehrt.
Einer seiner Höhepunkte dürfte die Rolle des Franz Oberhauser in "James Bond - Spectre" (2015) sein, in dem er an der Seite von Daniel Craig und Lea Seydoux brilliert. 2019 wurde bekannt, dass er auch in "James Bond - No Time to Die", der 2020 in den Kinos erscheinen soll, zu sehen sein wird.
Trotz seines kometenhaften Aufstiegs in Hollywood bleibt Christoph Waltz bodenständig. Star-Allüren? Fehlanzeige. Sein Privatleben hält er lieber ganz aus der Öffentlichkeit heraus. Alles kann er jedoch nicht verheimlichen. Aus einer 17-jährigen Beziehung mit einer US-amerikanischen Psychotherapeutin stammen drei Kinder.
Seit 2013 ist Waltz mit der deutschen Kostümbildnerin Judith Holste verheiratet. Diese lernte er 2001 an einem Filmset kennen. Zusammen haben sie eine Tochter.