Weg mit den Hungerhaken, jetzt kommen die Kurven-Models. "Curvy Supermodel" geht bei RTL II in die zweite Staffel. Jury-Mitglied Angelina Kirsch verrät im Interview, was sie von einem kurvigen Model erwartet - und wie sie selbst entdeckt wurde.

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In Model-Casting-Shows spielen Kurven eigentlich keine Rolle. Anders beim RTL II-Format "Curvy Supermodel", das am Montag. 17. Juli um 20.15 Uhr in die zweite Runde geht.

Statt Hungerhaken werden hier Nachwuchsmodels mit gesunden Rundungen gesucht.

Plus-Size-Model und Jury-Mitglied Angelina Kirsch war bereits bei der ersten Staffel dabei und gilt als eines der erfolgreichsten Kurvenmodels Deutschlands.

Im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur spricht die 28-Jährige über die neue Staffel, Disziplin, Diäten und eine ganz besondere Begegnung in Rom.

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Was ist bei der neuen Staffel anders?

Angelina Kirsch: Wir sind gewachsen - in jeglicher Hinsicht. Es gab doppelt so viele Bewerberinnen wie noch in der letzten Staffel. Dadurch war die Auswahl natürlich schwieriger.

Was mich freut, ist, dass die Sendung bei kurvigen Frauen so gut ankommt und ihnen Mut macht, sich zu zeigen.

Auch diesmal wird es wieder Fotoshootings, Catwalks und ein Umstyling geben - aber ich würde sagen, wir haben bei allem eine Schippe drauf gelegt. Ich bin schon sehr auf die fertigen Folgen gespannt.

Auch Ihre Jury-Kollegen sind in der zweiten Staffel neu ...

Genau. Ich finde die Jury ganz toll. Jana Ina Zarrella ist ein erfahrenes Model, Peyman Amin ist seit Jahren Modelscout und kennt das Geschäft und Carlo Castro ist ein super Choreograph - jeder hat seinen eigenen Bereich.

Wir ergänzen uns alle prima und verstehen uns auch sehr gut.

Peyman Amin saß auch schon bei "Germany's next Topmodel" in der Jury: "Curvy Supermodel" gilt als Gegenentwurf zu Heidi Klums ProSieben-Castingshow. Wie sehen Sie das?

Es gibt Parallelen, das steht außer Frage. Auch bei uns spielen Disziplin und Professionalität eine wichtige Rolle, nur dass wir eben keine dünnen Kandidatinnen suchen.

Man kann also schon sagen, dass "Curvy Supermodels" der Gegenentwurf ist. Und eben eine Ergänzung für kurvige Frauen.

Doch wir sind näher dran an den Mädels, wir verbringen mehr Zeit mit ihnen - und das auch wenn die Kameras gerade nicht laufen.

Stichwort Disziplin: Welche Rolle spielt die bei Übergrößen-Models?

Die Mädels haben zwar Rundungen, doch die sollen auch da bleiben, wo sie sind. Das heißt die Models müssen zwar keine Diäten machen, sollen aber auch nicht zu- oder abnehmen.

Die Ernährung spielt dabei natürlich eine wichtige Rolle - und Sport. Beides wird in der Sendung thematisiert.

Haben Sie schon mal eine Diät gemacht?

Nein, eine Diät war nie eine Option für mich. Meine Mutter hat mir und meiner Zwillingsschwester immer davon abgeraten. Sie und mein Vater haben uns beigebracht, sich so zu nehmen, wie man ist.

Das schützt natürlich nicht vor Selbstzweifeln. Während der Pubertät hatte ich schon so eine Phase, in der ich mit meinen Kurven zu kämpfen hatte und unsicher war.

Doch auch da waren meine Eltern für mich da.

Bei "Curvy Supermodel" suchen Sie Nachwuchstalente. Wie wurden Sie eigentlich entdeckt?

Ich wurde in einer Eisdiele in Rom entdeckt. Ein Modelscout hatte mich beim Eisessen angesprochen. Ich dachte: Was will der von mir!? Ich nehme sicher nicht ab, nur um modeln zu können. Ich liebe meine Kurven.

Die Modelagentur machte mir aber klar, dass sie mich genau so wollte, wie ich bin. Bis dahin hatte ich nie an eine Model-Karriere gedacht - das war Schicksal.

Was macht ein "Curvy Supermodel" aus?

Was ganz, ganz wichtig ist, ist, dass sie eine tolle Ausstrahlung mitbringt. Dass sie wirklich Lebensfreude hat, dass sie selbstbewusst ist und ihre Kurven liebt.

Angelina Kirsch hat Kleidergröße 42/44 und ist damit ein erfolgreiches Model. Sie läuft bei Fashionshows in Mailand, Madrid und Barcelona. Regelmäßig steht die 28-jährige Hamburgerin für namhafte Labels vor der Kamera. Ihr TV-Debüt feiert sie 2016 bei "Curvy Supermodel". Bei der RTL-Show "Let's Dance" belegte sie dieses Jahr Platz drei.

© dpa