"Gigantisch, womit sich die Jugend beschäftigt": Die Kleinen lassen die Großen bei "Ding des Jahres" alt aussehen

Da konnten die Erwachsenen-Erfindungen bei "Das Ding des Jahres" einpacken! In dieser Folge zeigte die Jugend, was sie alles drauf hat, und sorgte für einen ehrfürchtigen Joko Winterscheidt. © 1&1 Mail & Media/teleschau

Was der gerade einmal 14-jährige Louis (links) vom Chiemsee in nur zwei Monaten auf die Beine gestellt hat, versetzte Publikum und Juroren beim "Ding des Jahres" gleichermaßen in freudige Schwingungen. Dafür holte er sich den größten Respekt ab - vor allem von Joko Winterscheidt. Aber auch andere Schüler trumpften kurz vor dem Finale auf.
Louis präsentierte seinen "Gitarrentrainer", mit dem man sich selbst das Gitarre spielen beibringen kann. Bunt blinkende LED-Lämpchen zeigen an, welche Saiten gegriffen werden müssen. Musizieren nach Farben, wenn man so will.
"Unfassbar! Das ist wahnsinnig komplex, was du da in so einer kurzen Zeit erfunden hast. Ich versteh's nicht, wie du dir das logisch erarbeiten konntest", staunte Joko Winterscheidt (zweiter von links) voller Ehrfurcht. Er testete die Technik sogleich am Xylofon, auf dem sie ebenso angewendet werden kann.
Obendrein entwickelte der Schüler passend dazu gleich noch eine App und verschiedene Lernmodi. "Ich bin mehr als beeindruckt", staunte Joko Winterscheidt.
Nicht minder beeindruckt war das Kompetenzteam von der Erfindung, die Tim und Kevin im direkten Jugend-Duell gegen den "Gitarrentrainer" präsentierten: Im Technik-Unterricht hatten sie festgestellt, dass beim Laufen sehr viel Energie erzeugt wird. Gemeinsam mit ihrem Lehrer und den Klassenkameraden entwickelten sie den "Energiefußboden", um "der Umwelt zu helfen und selbst Strom zu produzieren".
Im Vergleich zu den Erfindungen der Nachwuchstüftler sahen einige Kandidaten alt aus. Josef Gotsch stellte seinen "C-Cutter" vor - einen Kartonschneider. Er landete damit in der Sendung immerhin auf dem vierten Platz.
Im Duell besiegte der Kartoncutter die "Kräuterelfe" - einen Scherenaufsatz, den Udo Eckloff gemeinsam mit seiner Tochter Lotti erfand, um schnell und einfach Kräuter schneiden und auffangen zu können.
Rang drei erreichte der schnell montierbare Fahrradanhänger "Trenux" mit seinem cleveren Gurtsystem. Mit einem Preis von 500 Euro erwies sich das "Transformer"-Gefährt allerdings nicht gerade als Schnäppchen.
Im Fahrrad-Duell ließ der Anhänger seinen Kontrahenten, den "Bikestrail", hinter sich: Der tragbare E-Bike-Antrieb des Italieners Sergio Signoni kann an jedem herkömmlichen Rad befestigt werden und macht daraus einen Hybrid-Drahtesel.
Gleich zwei Erfindungen traten im Duell zum Thema "Leben retten" gegeneinander an. Toralf Reimöller entwickelte das "Aquaboard" - eine Boje, die sich um den Arm geschnallt in lebensgefährlichen Situationen mit einem Handgriff aufblasen lässt. Der Rettungsschwimmer aus München erreichte damit Platz zwei des Abends.
Versenken konnte er damit im direkten Duell das automatisierte Notrufsystem "Tocsen", das bei allen helmtragenden Outdooraktivitäten genutzt werden kann. Am Kopfschutz angebracht, erkennt es dank eines Algorithmus die Heftigkeit eines Sturzes - und löst im Fall der Fälle einen Notruf aus.
Und welche der insgesamt acht Erwachsenen-Erfindungen schaffte den Sprung ins Finale? Das Publikum entschied sich für ein laut Lena Gercke "lustiges" Teil, das die Welt vermutlich nicht unbedingt gebraucht hätte.
Der Gewinner des Abends (sieht man einmal von der forschenden Jugend ab) war der Südtiroler Andreas Lintner mit seinem Flaschenhalter "Haltmal" - für Joko Winterscheidt "der beste Name, den ich je für ein Produkt gehört habe".
Der "Haltmal" kostet drei Euro, ist verschließbar und kann an der Wand oder am Hosenbund befestigt werden. Dank unterschiedlicher Farben und der Möglichkeit, ihn mit Namen zu versehen, weiß man immer, wem die Flasche gehört. Mit 47 Prozent aller Stimmen belegte der Erfinder aus Italien Platz eins und darf sich in der Finalsendung nächste Woche mit den Gewinnern der anderen Folgen messen. Prost!