Deutsche Hip Hopper und Rapper: Könige der Skandale

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Am 28. September feiert Bushido seinen 41. Geburtstag. Den ein oder anderen Skandal hat der Rapper bereits hinter sich. Damit ist er in der Szene aber keinesfalls allein. © spot on news

Immer wieder werden Bushido homophobe und gewaltverherrlichende Texte vorgeworfen. Umso erstaunlicher: Im Jahr 2011 wird der Sohn einer Deutschen und eines Tunesiers mit dem Bambi für Integration ausgezeichnet. "Musik ist eine Kunstform, der bewusste Tabubruch ein Stilmittel des Raps", begründen die Verantwortlichen ihre Wahl. Doch draußen vor der Veranstaltungshalle in Wiesbaden toben die Proteste.
Dass ausgerechnet der Deutsch-Rapper mit dem Preis ausgezeichnet wird, können viele nicht nachvollziehen. Heino ist einer von ihnen. Auch er durfte sich im Jahr 1990 über einen Bambi freuen – den er nach der Ehrung Bushidos jedoch zurückgibt. "Ich bin zutiefst empört, dass man einem gewalttätigen Kriminellen wie Bushido den Bambi verleiht", sagt er damals der "Bild"-Zeitung.
Feucht-fröhlich ging es in der Vergangenheit von Kay One oft zu. Inzwischen will der gebürtige Friedrichshafener es aber ruhiger angehen, wie er 2018 in einem Interview mit VIP.de verriet: "Ich bin definitv ruhiger geworden." Trotzdem kam in der Karriere des Rappers der ein oder andere Skandal nicht zu kurz.
2014 etwa macht ein besorgter Vater Schlagzeilen, der seine Tochter aus den "Fängen" des Rappers befreien wollte. Nach einem Konzert in Trier war der Musiker mit einer Horde Groupies in sein Hotel zurückgekehrt. Der Vater eines der Mädchen hatte das herausgefunden und forderte seine Tochter vor dem Gebäude lautstark und Steine werfend auf, das Hotelzimmer zu verlassen. Kay Ones Bodyguards brachten das Mädchen schließlich nach draußen. Der Rapper schwieg zu dem Vorfall.
Im selben Jahr, aber einige Monate zuvor, gab es einen ähnlichen Vorfall. Wieder waren junge Frauen im Spiel. Kay One, zu dieser Zeit seines Zeichens DSDS-Juror, wurde von einer Kandidatin vorgeworfen, mit zwei ihrer Konkurrentinnen unsittlichen Kontakt gehabt zu haben. Sie bezichtigte die Jury, die beiden nur deswegen weiter gelassen zu haben. Die beiden DSDS-Teilnehmerinnen und der Rapper dementierten die Vorwürfe.
Wegen eines Beefs steht der Rapper seit 2012 immer wieder in den Schlagzeilen. Da fing nämlich der Streit mit Star-Rapper Bushido an. Ehemals noch beim Plattenlabel "Ersguterjunge" des fünffachen Echo-Gewinners unter Vertrag, trennten sich die Wege der beiden urplötzlich. Kommentar-Battles in den sozialen Medien folgten, zeitweise wurde Kay One sogar unter Polizeischutz gestellt. Der Musiker fürchtete um seine Sicherheit - wegen Bushidos Verbindungen mit dem Abou-Chaker-Clan.
Seit rund 15 Jahren macht Kollegah nun schon Musik. Der Titel seines ersten veröffentlichten Mixtapes im Jahr 2004, "Zuhältertape", hätte es erahnen lassen können: Der Rapper aus Friedberg in Hessen eckt mit seiner provokanten Art an.
Kritiker werfen ihm vor, seine Texte seien sexistisch, frauenfeindlich und beleidigend. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien setzt sein Album "Jung, brutal, gutaussehend" sogar auf den Index. Seitdem ist der Verkauf an Minderjährige in Deutschland nicht mehr gestattet.
Gemeinsam mit Farid Bang ist Kollegah 2018 für einen weiteren Eklat verantwortlich. Ihr Album "Jung, brutal, gutaussehend 3" (2017), das den Disstrack "0815" enthält, ist für einen Echo nominiert. Die Songzeile "Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen" löst schon im Vorfeld heftige Kritik aus.
Trotz anhaltender Kritik nehmen die beiden den Preis am 12. April 2018 entgegen. Die Proteste werden so laut, dass viele Künstler ihre bisher gewonnenen Preise zurückgeben und der Echo letztendlich sogar abgeschafft wird. Aufgrund des Holocaust-Vergleichs wird außerdem Strafanzeige wegen Volksverhetzung gestellt. Die Ermittlungen werden jedoch eingestellt.
Gzuz von der 187 Straßenbande hat sich im Laufe seiner Karriere schon so manches zuschulden kommen lassen. Insgesamt 13 Vorstrafen soll der gebürtige Hamburger mit dem bürgerlichem Namen Kristoffer Klauß auf dem Kerbholz haben. 2010 kommt er für dreieinhalb Jahre hinter Gitter, nachdem er einen Handyladen ausgeraubt hat, 2017 wird er wegen Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.
Im April 2019 kursiert ein Handy-Video bei Facebook, das Gzuz dabei zeigt, wie er einen Schwan attackiert. "Ey, ich geb' dem Schwan eine Ohrfeige." Vier Monate später bricht er auch noch in ein Freibad ein.
Von indizierten Alben kann auch Frauenarzt ein Liedchen rappen. Der Musiker aus Berlin-Tempelhof ist für seine pornografischen und sexuell freizügigen Texte bekannt. Sein Album "Untergrund Solo, Volume 2" (2003) wird im Jahr 2004 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien verboten. Seine Alben "Porno Party" (2002), "Tanga Tanga 2003" (2003) und "Mehr Kohle: Atzen machen Ärger" (2005) ereilt dasselbe Schicksal.
Im Jahr 2009 wird Frauenarzt zudem zur Kasse gebeten. Da ihm in Bezug auf zwei seiner früheren Tonträger Gewaltdarstellung und Verbreitung gewaltpornografischer Schriften vorgeworfen wird, muss er insgesamt 8.400 Euro blechen – eine fünfjährige Bewährungsfrist inklusive.