Hanka Rackwitz und ihr Pinkel-Geheimnis: RTL suggerierte im Dschungelcamp, dass die von Phobien geplagte Camperin den Bach als Toilette benutzte. Im Interview mit unserer Redaktion lüftet sie das Geheimnis - und macht gleich ein neues daraus.

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Hanka, hast Du Freunde gefunden im Dschungelcamp?

Hanka Rackwitz: Nein, ich glaube nicht. Aber trotzdem habe ich tolle Menschen kennengelernt, die mir zum Teil sehr sympathisch waren und mir Kraft gegeben haben. Auch wenn ich jetzt im Nachgang merke, dass einige von ihnen Probleme damit hatten, wie ich bin. Das ist aber klar. Ich bin es gewohnt, dass Menschen Schwierigkeiten haben, meine Phobien zu verstehen. Freundschaften sind im Dschungelcamp wohl nicht entstanden. Vielleicht mit Florian Wess.

Das wundert mich. Es hatte den Anschein, dass er im Camp einer Deiner größten Kritiker war …

Ich habe noch nicht alles gesehen. Auch nicht, was er in Interviews gesagt hat. Ich kann nur nach dem gehen, was ich erlebt habe. Eigentlich haben wir uns super verstanden. Nur in den letzten Tagen hat er sehr genervt auf mich reagiert. Ich dachte, dass er einfach psychisch schlechte Tage hatte. Aber ich kann es auch nicht ändern, dann habe ich eben keine Freunde gefunden. Ein bisschen schade.

Hättest Du gedacht, dass die Camper toleranter auf Deine Phobien reagieren würden oder warst Du von ihnen positiv überrascht?

Im Camp war ich sehr angenehm überrascht. Wirklich jeder hat auf mich Rücksicht genommen. Oft sogar zu viel. Am Anfang habe ich mich gefühlt wie eine Behinderte, die man durchs Camp transportiert: "Ach Hanka, nimm als Erste" oder "Hanka, ich habe das alles sauber gemacht. Ist das in Ordnung?" Jeder hat sich quasi überschlagen, um es mir recht zu machen.

Umso überraschter war ich, als ich draußen war und ein paar negative Schwingungen gemerkt habe. Gerade die Leute, die am nettesten zu mir waren, haben gezweifelt, ob alles echt ist. Ich hätte mir gewünscht, dass sie es mit ihrer Rücksichtnahme nicht übertrieben und mir stattdessen mehr Fragen gestellt hätten. Das ist jetzt ein wenig schwierig für mich.

Haben Dir die Tage im Camp die Phobien ein wenig ausgetrieben?

Schon. Es war aber auf keinen Fall eine Therapie, die die Zwänge wegtherapiert hat. Dafür war die Situation zu speziell. Ich bin ein Mensch, der extrem auf neue Reize reagiert. Wenn eine Situation sich enorm von der zu Hause unterscheidet, tritt der Zwang ein wenig in den Hintergrund. Der macht quasi Ferien. Deswegen konnte ich da überleben. Es gab so viel Natur um mich herum. Ein Bach, der quillt. Dort bin ich an den Ursprung des Wassers gegangen und hatte somit das sauberste Wasser.

Ich bin mir sicher, dass die Zwänge zu Hause wiederkommen, dort werde ich auch wieder alleine sein. Im Camp hatte ich viel Ablenkung, die mich von den Zwangsgedanken abhielt. Aber: Ich habe gemerkt, dass die Hanka von früher noch existiert. Das tapfere, kleine, mutige, fantasiebegabte Mädchen. Darüber bin ich glücklich, dass die noch am Leben ist. Die lasse ich auch nicht mehr los. Ich kämpfe jetzt darum und ich werde den Kampf gewinnen. Vielleicht nicht zu 100 Prozent. Aber ich hole mir Lebensqualität zurück.

Nachdem Du noch nichts von der Show gesehen hast, kommt Dir die letzte Frage vielleicht komisch vor. Hast Du wirklich den Bach als Toilette benutzt?

(lacht) Nein, das habe ich wirklich nicht. Wenn man Zwängler ist, muss man tricksen und sehr fantasievoll sein. Ich hatte dafür einen Trick, aber Gott sei Dank ist der nicht rausgekommen. Dabei möchte ich es auch belassen.

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