Nur Panik, kein Stern: Warum Danni Büchner trotzdem bislang Dschungelkönigin ist

Ziemlich schnell schlüpfen die Dschungelcamper der neuen "IBES"-Staffel in ihre Lieblingsrollen: Danni Büchner, Witwe von "Malle-Jens", fährt schamlos die Mitleidstour. Wenn's um ihr Weiterkommen geht, kann sie aber routiniert Gift spritzen.

"Wie tief kann man sinken", fragte sich Moderator Daniel Hartwich spöttisch, als die Büchnerin und "Sommerhaus der Stars"-Siegerin Elena Miras in das von Ekelgetier bewohnte unterirdische Tunnelsystem kletterten.
Dabei wäre die Sterne-Jagd durchaus lösbar gewesen. Ja, wenn nur Danni, die sich durch einen Wasser-Stollen arbeiten musste, und Elena, die ein Stockwerk darüber die nackte Haut von Spinnenweben freizuhalten versuchte, auch nur bisschen besser kommuniziert hätten. "Ich sterbe": Viel mehr brachten die tranigen Tanten nicht zusammen.
Dabei hatte sich Danni Büchner ja eigentlich so viel vorgenommen. Sie wollte die Mission fortsetzen, die ihr verstorbener Gatte einst selbst im Dschungel angefangen (und letztlich doch eher verbockt) hatte. "Mach' deine Kinder stolz", schickte Sonja Zietlow der Grabenkämpferin noch motivierend mit in die Tiefe. Es half alles nichts!
Die Malle-Mama schaffte es einfach nicht, sich mit der australischen Tierwelt anzufreunden. Immerhin traf sie unter der Erde auf Schlangen, Kröten, Krebse und sogar Mini-Krokodile. "Wie viele Tiere sind hier?", fragte sie fassungslos. "Wo habt die alle her?" Etwa noch nie Dschungelcamp gesehen?
Sterne sammelte sie in ihrer ganz persönlichen Panikprüfung keine ein. Dafür ereilte Danni ein schockierender Moment der Selbsterkenntnis: "Es kann doch nicht sein, dass ich so ein Versager bin", stöhnte sie.
Es half alles nichts: Mit der Prüfung, ohnehin ein eher überschätzte Zutat im schmackhaften Cocktail der Dschungel-Attraktionen, konnten Danni und Elena niemanden überzeugen. Am wenigsten Daniel Hartwich. "Absolute Vollprofis", spottete er. "Elf Minuten gejammert und kein einziger Stern."
Ohnehin sind die Nerven noch nicht so überstrapaziert, dass gleich schlechte Stimmung rund um die (aus Sicherheitsgründen erkaltete) Feuerstelle ausbrach. Noch scheint der Leidensdruck der Camper noch nicht groß genung. Notorische Gute-Laune-Bären wie Prince Damien freuten sich sogar auf weitere Reis-Bohnen-Diät-Einheiten.
Umso einfacher fiel es den Panik-Prüflingen, sich die Niederlage umgehend selbst schönzulügen. "Ich bin mega-happy, dass ich das geschafft habe", jubelte Elena über ihre Leistung im Tunnel. Moment mal, welche Leistung überhaupt? Auch sie war ja strenggenommen an der Null-Sterne-Pleite nicht ganz unbeteiligt.
Und auch die Blamage-Büchnerin war überraschend schnell wieder mit sich selbst im Reinen. "Ich werde sicher nicht Sternenkönigin", sagte sie über sich selbst, ging aber nicht allzu streng mit sich ins Gericht. "Irgendwann werde ich's vielleicht mal schaffen, einen Stern heimzubringen."
Ohnehin weiß Danni ganz genau, dass es für die Außenwirkung viel stärker darauf ankommt, an der Intrigen-Front mitzumischen. Und so konnte sie auch großherzig eine Entschuldigung der jungen Anastasiya annehmen, die ihr zuvor eine Affäre mit deren Ex-Freund angedichtet hatte. "So was sieht der liebe Gott", lobte Danni die Beichtschwester.
Ganz große Dramatik muss man sich eben selber schaffen, sie stellt sich nicht automatisch ein. Diese Lektion hat auch die gesichtstätowierte Toni gelernt. Sie brach fast wie aufs Stichwort in Entrüstung aus, als ihr Elena von ihren üblen Hate-Erlebnissen erzählte - nachts beim Vier-Augen-Gespräch, das sich eigentlich direkt ans Publikum richtete.
Elena schluchzte herzergreifend laut auf, als sie Toni berichtete, wie sie im Nachgang zu ihrem "Love Island"-Engagement hart angegangen wurde. Ein anonymer Anschwärzer hetzte Elena das Jugendamt auf den Hals. Fast hätte sie das Sorgerecht für ihre junge Tochter verloren. Aber - schnief! - eben zum Glück nur fast.
Ziemlich allein im Regen stehen blieb in Folge zwei die langjährige Wendler-Gattin Claudia Norberg, die mit dem frisch und jung verliebten Schlagersänger Michael 29 Jahre liiert war. Bislang hatte sie die Fäden in der Hand, wenn es um die Deutungshoheit rund um ihre gescheiterte Ehe ging. Doch mit der relativen Ruhe könnte es bald vorbei sein ...
Immerhin drohte Giftspritze Elena an, dass sie eine "Bombe platzen lassen" wolle. Angeblich weiß sie Geheimnisse aus dem Wendler- und Wendlerinnen-Leben, die enorme Sprengkraft entwicklen könnten. Was sie genau weiß, wollte Elena bislang allerdings noch nicht verraten.
In eigener Sache für viele Schlagzeilen hatte schon am ersten Tag Ex-Verkehrsminister Günther Krause gesorgt. In der zweiten Folge durfte er sich mit einer Entwarnung zu Wort melden. Er hatte zwar einen Kreislauf-"Crash", doch es geht ihm besser. Daniel Hartwich spottete, dass der Rekord-Frühaussteiger nur das "Begrüßungsgeld" abgegriffen hätte.
Nur müde lächeln können Danni und Elena, die sich vorläufig noch als Dschungelköniginnen fühlen dürfen, über solche stümperhafte Selbstinszenierungen. Sie haben es in nur zwei Folgen geschaffte, alle Kamera-Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Laut Danni sind die anderen Camper jetzt nur "Deko". Wenn das mal nicht sträflicher Hochmut ist ...
Wenn man die Popularität daran ablesen möchte, wie "grausam" die Anrufer es mit den Kandidaten meinen, dann sieht es für Danni und Elena tatsächlich gut aus. Beide sammelten die meisten "Opfer"-Stimmen ein, um in die nächste Dschungelprüfung zu ziehen. Doch aufs "Albtraumschiff" - so der vielversprechende neue Prüfungsname - muss Danni alleine.