Im großen DSDS-Finale 2013 siegte Schlager gegen Pop. "Superstar" Beatrice Eglis Erfolg finden nicht nur zahlreiche Twitter-User überraschend, sondern auch die DSDS-Juroren Mateo sowie Tom und Bill Kaulitz. Doch wirklich unverhofft ist der Siegeszug des deutschen Schlagers nicht, denn in den vergangenen Jahren wurden die deutschen Album-Charts von Schlagerkünstlern angeführt.

Beatrice Egli hat das DSDS-Finale 2013 gewonnen. Die Votingergebnisse der zehnten DSDS-Staffel belegen nun, dass "Bea" tatsächlich seit Beginn der Mottoshows die Nase vorn hatte. Die Schweizerin konnte DSDS aber nicht aus dem rekordverdächtigen Quotentief verhelfen.

Beatrice Egli hat bei ihrer Teilnahme an "Deutschland sucht den Superstar" 2013 von einem Trend zum deutschen Schlager profitiert. "Es gibt generell einen Trend hin zu deutscher Musik", sagt Hans Schmucker vom Marktforschungsunternehmen Media Control der Nachrichtenagentur dpa. Das verhelfe auch dem Schlager zu Höhenflügen.

Andrea Berg führt deutsche Album-Charts an

In einer Sonderauswertung hat Media Control festgestellt, dass in den vergangenen zehn Jahren niemand mehr Chartswochen hatte als Andrea Berg. Ihre Alben seien zusammengerechnet 701 Wochen in der Hitliste vertreten gewesen, fasst Schmucker zusammen. Der zweite Platz gehe auch an eine Schlagersängerin: Helene Fischer kommt auf stolze 533 Einzelplatzierungen. Zwar müssen die Schlagerbarden den dritten Platz mit 463 Chartswochen an Popstar Robbie Williams abtreten, doch auf dem vierten Platz folgt mit Semino Rossi (400 Chartswochen) erneut ein Vertreter des deutschen Schlagers.

"2013 standen in 13 von 18 Wochen deutsche oder deutschsprachige Künstler auf Platz 1 der Album-Charts, davon entfallen acht Nummer-1-Wochen auf Schlagerkünstler", erklärt Schmucker weiter. Doch der Erfolg sei längst nicht mehr nur auf CD-Käufe zurückzuführen, wie in anderen Genres auch, nehmen Downloads auch beim Schlager weiter zu. "Andrea Berg hat es 2013 zum Beispiel auf Platz 4 der Album-Download-Charts geschafft, Matthias Reim sogar auf Rang 3." Dennoch erzielten Schlagerinterpreten digital oft nicht ganz so hohe Positionen wie in den offiziellen Top 100 Album-Charts, bei denen sowohl physische als auch digitale Verkäufe die Basis bilden. (dpa / jwo)