(sl /jwo / cfl) - Statt Möchtegern-Stars quält uns Dieter Bohlen jetzt am Samstagabend mit kreischenden Kindern bei "DSDS-Kids". Obwohl es sich bei der Nachwuchsversion von "Deutschland sucht den Superstar" offiziell nicht um eine Castingshow handelt, standen die Mini-Sänger den großen Kandidaten in nichts nach. Nur die fiesen Sprüche von Dieter Bohlen fehlten. Die ersetzte der Casting-Veteran durch zweifelhafte Loblieder.

Die jungen Showtalente könnten eine Kopie ihrer erwachsenen Vorgänger sein: Mit quietschbunten Outfits, schiefen Tönen und Luftküssen für das Publikum versuchen sie ihren "Idolen" Luca, Daniele und Co. nachzueifern. In etwas sind die "DSDS-Kids" dennoch unschlagbar: Sie haben die außergewöhnlichsten Namen, die es in der Fernsehe-Landschaft jemals gab. Skyla, Gala, Pina, Erisa sind keine Comic-Helden, sondern die neuen "Superstars" von RTL.

Alle Kandidaten von DSDS Kids: Alle Mini-Kandidaten der ersten Staffel: (von links) Timmy, Gala, Samuel, Erisa, Pina, Moderator Daniel Aßmann, Skyla, Julius, Alysha, Selina und Besnik.

Vom Auftritt der achtjährigen Alysha war Poptitan Bohlen besonders angetan: Nach ihrer Performance von Ke$has "Tik Tok" ging Bohlen vor ihr auf die Knie und lobte nicht nur ihr "riesiges Talent", sondern äußerte sich auch über ihr "süßes Aussehen". Nicht genug, dass er dabei den Vergleich zu Sängerin Beyoncé herstellen musste: Nach Bohlens Ansicht hat die kleine Alysha auch schönere Beine als die Popdiva.

Zwar packte der Poptitan nicht seine sonst üblichen platten Sprüche aus, doch eine Achtjährige für ihre schönen Beine zu loben, hat etwas Anzügliches, das ziemlich deutlich in die falsche Richtung geht.

Nach dem zweifelhaften Lob und der großen Begeisterung wählten die Zuschauer prompt die kleine Alysha neben Timmy (11) und Besnik (12) ins Finale am 25. Mai. Bis dahin treten in zwei Shows noch einmal je zehn Kandidaten gegeneinander an. Wie um sich selbst Mut zuzusprechen, zieht Bohlen ein positives Fazit für die erste Show: "Was emotionaleres kann es nicht geben, als Kinder singen zu hören."

Bohlens ursprünglicher Wunsch, "bessere Quoten als 'DSDS'" zu bekommen, scheiterte allerdings: Mit 1,95 Millionen jüngeren Fans und einem Zielgruppen-Marktanteil von nur 17,7 Prozent verlor "DSDS Kids" haushoch gegen das Pro-Sieben-Konkurrenzprogramm "Schlag den Raab" (3,58 Millionen Gesamtzuschauer, Zielgruppen-Marktanteil: 25,1 Prozent).