Auch an diesem Samstagabend ließen Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf im Rahmen ihres Formats "Das Duell um die Welt" wieder Prominente mit Sicherheit aberwitzige, vermutlich aber sogar idiotische Aktionen in Angriff nehmen. Beim großen Finale wurde es dann besonders skurril. "ProSieben" entführte Joko und Klaas und ließ kurzerhand deren alte Versionen das Finalspiel absolvieren.

Robert Penz
Eine Kritik
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Als amtierender Weltmeister verstand es Klaas Heufer-Umlauf, seinen Einmarsch auf die große Show-Bühne zu inszenieren. In einer weißen Uniform eröffnete der von sich relativ Überzeugte den neuen Reigen mit "Hallo, schön, dass ich da bin". Auch Joko Winterscheid kam natürlich und machte ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter, was aber auch daran lag, dass er tatsächlich sein persönliches Schlechtwetter mitbrachte, das auf ihn herabregnete. Ein schöner Anblick war das nicht.

Moderiert wurde der Abend, an dem Prominente von Joko und Klaas wieder in verschiedene Länder der Erde geschickt wurden, um dort völlig groteske Aufgaben zu lösen, von Janine Mikaelson. Wie immer mussten nach einer Promi-Competition Joko und Klaas anschließend im Studio gegeneinander in einem Spiel antreten. Wer die Aufgaben sowohl im Land als auch im Studio bestand, bekam einen Punkt für das Land. Wer am Ende siegt, ist Weltmeister. So einfach ist das.

Illuminierter "Knossi" muss Mast erklimmen

Als erster Promi musste Jens "Knossi" Knossalla, selbsternannter "König des Internets", für Joko nach Spanien und dort auf einem Segelschiff einen rund 60 Meter hohen Mast bezwingen. Das Fiese daran: Nachdem Klaas das Handy des blonden, hochgradig internetsüchtigen und extrem mitteilungsbedürftigen Entertainers für drei Tage konfisziert hatte, was diesen regelrecht in Panik versetzte, ließ er "Knossi" unmittelbar vor der Mastbesteigung noch so richtig völlern und Alkohol aufnehmen.

Klar, dass der da noch nicht wusste, dass es in Kürze für ihn gilt, jede Menge Höhenmeter und oben angekommen ein paar Moderationen zu machen. Soll heißen: "Knossi" langte richtig zu. "Er ist einfach ein Schwein", so der "König des Internets" später, als er erfuhr, was von ihm verlangt wurde. Mit reichlich Sekt und jede Menge Fisch im eher unsportlichen Körper machte er sich Richtung Schiffsmast auf.

"Ist doch alles scheißegal", "Komm ich mach das" und "Alter, wie soll man da weiterklettern" kommentierte er seinen nicht sonderlich kometenhaften Aufstieg. Womit keiner rechnete: "Knossi" rockte das Ding letztlich wirklich, konnte beim Moderieren in luftigen Höhen ein Erbrechen aber nur mit Müh und Not verhindern. Der erste Punkt ging aber an Joko. Das fand wiederum Klaas zum Kotzen.

Mit der Abrissbirne auf Tuchfühlung

Auch Ex-"Tagesschau"-Sprecherin Linda Zervakis musste in der Show auf den Plan treten. Sie wurde nach Lettland geschickt, um dort einer Abrissbirne die Stirn zu bieten. Hierfür hatte sie unweit von Riga in luftigen Höhen ihr Kinn auf eine Vorrichtung zu legen und via Buzzer eine drei Zentimeter vor ihrem Kopf positionierte Abrissbirne als gigantisches Pendel in Schwung zu bringen. "Was dann passiert, ist pure Physik. Sollte der Energieerhaltungssatz nach Joule zutreffen, dann schwingt die Abrissbirne genau bis zu ihrem Ausgangspunkt zurück – jedoch keinesfalls weiter", erklärte Joko.

Die 46-Jährige durfte dabei nicht einmal mit der Wimper zucken, was beim ersten Mal nicht wirklich funktionierte. "Nachdem ich mein Kinn in diese Vorrichtung gelegt habe, ist mir das Herz in die Hose gerutscht. Ich bin wie in eine Schockstarre gekommen", so die Moderatorin danach. Doch beim zweiten Versuch blieb Zervakis richtig cool, was Klaas einen Punkt bescherte.

"Komm mit deinen Lippen her, du süße Maus"

Im anschließenden Studiospiel "Ich watsche meinen Koffer" mussten sich Joko und Klaas nicht nur gegenseitig Dinge antun, sondern sich diese – analog zum Spiel "Ich packe meinen Koffer" – auch merken. "Ich möchte an deine Vernunft appellieren. Ich muss ja danach das Gleiche bei dir machen", so Joko zu seinem Kollegen, der also danach ebenso eine durchgehende Augenbaue aufgemalt bekam.

"Komm mit deinen Lippen her, du süße Maus", wartete dann ein mit einem Lippenstift bewaffneter Joko auf Klaas, während Moderatorin Jeannine Michaelsen vorgab, aus dem Lachen nicht mehr herauszukommen. "Wenn ich Verantwortlicher bei ProSieben wäre, würde ich jetzt darüber nachdenken, ob ich das Richtige tue", bemerkte Klaas mit schwarzem Zahn und pinkem Lippenstift sowie Glitzer und ekliger Paste im Gesicht. Als er dann zum Rasierer griff, um damit Joko zu bearbeiten, brach Michaelsen das Spiel ab. Beide erhielten einen Punkt.

"Revolverheld"-Sänger wird dauerbeschallt

Die vielleicht witzigsten Momente des Abends passierten auf der Insel Malta. "Revolverband"-Sänger Johannes Strate musste dort im Rumpf eines gesunkenen Schiffswracks den Song "Breath easy" von Blue intonieren. Zuvor versuchte Klaas Jokos Protagonisten noch so richtig zu drangsalieren. Er engagierte ein kleines Orchester, das Strate 24 Stunden am Stück beschallte und auch bei dessen Spaziergang durch die Altstadt unablässig musikalisch begleitete.

"Durchaus eine penetrante Truppe", untertrieb der Revolverheld-Frontman während er durch die Gassen flanierte und von Trompete, Ukulele und Keyboard gepiesackt wurde. Seine Unterwasser-Action musste Strate allerdings abbrechen. "Ich bin weit über meine Grenzen gegangen, aber geschafft hab ich’s nicht", resümierte er nach dem Scheitern. Um 23:45 Uhr stand es zwischen Joko und Klaas unentschieden.

Gemeinschaftliche Haschcookie-Vertilgung

Auch Tommi Schmitt, Podcaster sowie Moderator der "ZDF neo"-Sendung "Studio Schmitt", wurde am Samstagabend von Joko und Klaas verreist. Er musste in die Niederlande und dort unter anderem mit seinem Team innerhalb von 36 Stunden einen überdimensionalen Haschcookie verspeisen. "Das ist ja ein Gag. Also ohne Scheiß: Das geht ja nicht", so Schmitt, der vor sich einen Cookie mit rund einem Meter Durchmesser auf dem Tisch liegen sah.

"Man darf das ja machen, das ist ja dort legal", offenbarte Joko. Klaas sah das anders und fände es beispielsweise auch nicht okay, in Deutschland "einen Kandidaten 400 Liter Tequila trinken zu lassen". Doch Joko konnte ihn beruhigen, werde doch schließlich alles von einem Arzt überwacht, dem zufolge bisher noch nie jemand an einer Überdosis Cannabis verstorben sei.

Mit Angstzuständen und Erbrechen müsse Schmitt aber sehr wohl rechnen. "Bei einem Haschcookie wäre mal die normale Reaktion, abzuwarten, wie es wirkt. Aber dafür war ja keine Zeit", so Schmitt, der sich eine Überdosis verpassen musste, um den Länderpunkt einzufahren. Der Abend begann skurril zu werden.

Frank, einer der Fressgehilfen Schmitts, war relativ rasch auf einem anderen Planeten. "Weißt du, warum wir hier sind?", wollte Schmitt jetzt vom Paralysierten wissen. Frank musste ein paar Sekunden überlegen, um dann noch ein knappes "Wegen dem Keks" hervorzubringen. Doch es lag nicht an Frank, dass der Länderpunkt nicht heimgebracht werden konnte. "Es war einfach zu viel Keks", so Schmitts "nüchterne" Erklärung.

Joko und Klaas werden aus dem Studio entfernt

Nach einem Spiel, bei dem die beiden Protagonisten über hoch gestapelte Kisten balancieren mussten, wurde es im Studio plötzlich stockdunkel. "Joko und Klaas haben vergangenen Dienstag ihre Show ‚Joko & Klaas‘ gegen ‚ProSieben‘ verloren. Als Strafe werden sie jetzt Teil eines Experiments, das es so noch nie gegeben hat", kündigte eine Stimme aus dem Off an, ehe Joko und Klaas aus der Zukunft im Studio antanzten und übernahmen.

Als Strafe für die Niederlage neulich ließ der Sender quasi die junge Version der Unterhaltungskünstler aus dem Studio entfernen und das finale Game von zwei Senioren, die exakt wie ihre jungen Ausgaben gekleidet waren, ausspielen. Die gegenwärtigen Moderatoren wurden entführt und Michaelsen stand nun da mit den beiden rund 65-Jährigen.

Oldie Joko lässt Oldie Klaas alt aussehen

Die Herausforderung im Finale für "Future Joko" und "Future Klaas"? Mithilfe eines Baggers und dessen Schaufel ein Feuerzeug anzumachen. "Ich hab lange einen Smart gefahren", so der alte Joko über seine Bagger-Expertise. "Super, Klaas!", meinte hingegen der junge Klaas, der mit dem jungen Joko aus dem "Entführungsauto" das Geschehen weiter kommentieren durfte, zum alten Klaas, als dieser es vermochte, den Bagger in Bewegung zu setzen. "Das sieht sehr gut aus, Joko!", motivierte wiederum der eine Joko den anderen.

Und es sah wirklich gut aus, denn der glatzköpfige "Future-Joko" brachte um exakt 01:07 Uhr das Feuerzeug mit seiner Baggerschaufel zum Leuchten und verhalf damit seiner jungen Edition zum Weltmeistertitel. Moderatorin Michaelsen überreichte Oldie Joko den Pokal. So richtig glücklich schienen die jungen Joko und Klaas am Ende aber beide nicht zu sein. Kein Wunder. Da spielt man fünf Stunden lang, um dann nicht einmal selbst gewinnen bzw. verlieren zu können.

In voller Länge: "15 Minuten live aus Joko und Klaas"

Joko und Klaas haben sich für diese 15 Sendeminuten vom Ballast der Vergangenheit befreit und denken steil Richtung Zukunft - als Speerspitzen der modernen Formatentwicklung kann man schließlich keine alten Hüte auftragen! Darum präsentieren die beiden Ihnen heute, was Sie SO noch nie gesehen haben (und wahrscheinlich auch gar nicht sehen wollen) - die ganzen 15 Minuten. © ProSiebenSat.1