Die Szene mit der roten Priesterin Melisandre am Ende der ersten Folge der neuen Staffel von "Game of Thrones" war der absolute Knaller - doch ein kleines Detail macht alle Fans verrückt. Steckt dahinter ein großes Geheimnis oder war es einfach nur ein krasser Fehler der GoT-Macher?

Obacht, Spoiler! Wenn Sie die neue Folge noch nicht gesehen haben und partout nichts über den Inhalt wissen wollen, sollten Sie ab hier nicht weiterlesen. Sagen Sie später nicht, dass wir Sie nicht gewarnt hätten!

So fit und sportlich sind die Stars der Serie "Game of Thrones".

Auch als leidenschaftlicher "Game of Thrones"-Fan muss man zugeben, dass die langersehnte erste Folge der neuen Staffel, "Die rote Frau", weitgehend vor sich hinplätscherte. Zahlreiche Erzählstränge wurden weitergeführt, ohne jedoch ein echtes Highlight zu präsentieren. Doch dann kam kurz vor Schluss eine Szene, die mit Sicherheit für immer zu den Top 7 der stärksten Momente gehören wird.

Melisandre, derzeit zu Gast in der Schwarzen Festung an der Mauer, legt am Abend vor dem Zubettgehen ihre Klamotten ab. Wie wir alle. Und ihren Schmuck. Wie wir alle. Doch plötzlich ist auch ihre äußere attraktive Hülle weg. Der Zuschauer sieht eine alte Frau, nackt - nur an den Augen ist eindeutig noch die rote Priesterin zu erkennen.

In den wenigen Minuten dieser Szene fand sich wohl alles wieder, wofür Fans diese Serie lieben. Die drastische Darstellung, das Überwinden von Tabus, das Überraschungsmoment.

Melisandres Schmuck wirft Fragen auf

Doch natürlich dauerte es nicht lange, bis die nerdige (im besten Sinne des Wortes) Fangemeinde ein Haar in der Melisandre-Suppe gefunden hatte.

Das Problem in einem Satz: Wenn die schöne Gestalt der Priesterin an das Collier um ihren Hals gebunden ist, wie kann es sein, dass wir sie schon vorher schmucklos und doch wunderschön gesehen haben?

Problem erkannt. Problem gebannt? Die populärsten Fantheorien kurz erklärt:

  • Die Gestalt ist an den Schmuck gebunden: In der benannten Badeszene war Melisandre in einem Raum mit Selyse. Da die ziemlich durchgeknallte Frau von Stannis Baratheon ohnehin dem neuen Glauben verfallen war, hätte Melisandre auch als Ziegenbock oder Marienkäfer auftreten können. Nur der Zuschauer sah also den schönen Körper; Selyse dagegen die wahre Gestalt.
  • Das Schmuckstück ist nicht so wichtig: Zwar erschien es so, als hätte sich Melisandres Gestalt mit dem Ablegen der Kette verändert - doch in Wahrheit ist die Macht der Priesterin so groß, dass sie ihr Aussehen nach Belieben ändern kann und die Form nicht an ein Ding gebunden ist.
  • Den Produzenten der großartigsten TV-Serie aller Zeiten ist ein Fehler unterlaufen! Continuity verhauen, vielen Dank auch!

Ob wir tatsächlich jemals die Lösung dieses Rätsels erfahren werden, wissen wir auch nicht. Was wir wissen, ist, dass es einfach Spaß macht, Theorien zu erspinnen und sich mit anderen Fans auszutauschen. So bleibt ein bisschen das Gefühl, GoT sei tatsächlich noch irgendwie ein "Fan-Ding" und nicht eine millionenschwere TV-Serie, deren Macher sich nicht einmal mehr an die Vorlage halten (müssen).

Carice van Houten verkündet die süße News mit einem lockerem Spruch.

Interessanter ist eigentlich aber ohnehin die Frage, wie diese unglaublich starke Szene entstanden ist. Wurde die gealterte Zauberin am Computer erschaffen? Trug Melisandre-Darstellerin Carice van Houten einen Bodysuit? Regisseur Jeremy Podeswa hat es kürzlich in einem Interview mit "Entertainment Weekly" verraten.

Van Houten wurde demnach mithilfe von Make-up und Prothesen in eine alte Frau verwandelt und ihr Gesicht dann digital mit dem Körper einer älteren Schauspielerin zusammengefügt. Im Grunde also ein ähnliches Prozedere wie bei Cerseis "Walk of Shame". Mit der Bodydouble-Lösung wollten sich die Produzenten auch um eine klare Antwort drücken, wie alt Melisandre denn nun genau ist. Ein einfaches "sehr alt" muss hier genügen.

Und hier noch - aber nur, wenn Sie es wirklich sehen wollen - ein Ausblick auf die nächste Folge: