Gestern quetschten sich die Kandidatinnen von ″Germany's next Topmodel″ erst fürs Shooting in eine winzige Kiste, um dann für ihren "Entscheidungswalk" in einem Hamsterrad zu laufen. Zwischendrin gab es ein furchtbar wichtiges Casting für Opel, Überraschungsbesuch aus der Heimat und ein sich immer wiederholendes Muster: Sabine nervt. Echt jetzt.

Neue Folge, neue Superlative - soweit die Idee. Eigentlich gilt bei ″Germany’s next Topmodel″ meistens der Grundsatz ″schneller, höher, weiter.″ Doch bei diesem Shooting soll alles anders werden. Märchenhaft anders.

GNTM: Emotionen bitte!


In einem Setting à la ″Alice im Wunderland″ müssen sich die Kandidatinnen in einer winzigen Kiste ablichten lassen. Ihre Aufgabe: Gut aussehen. Und bitte Emotionen zeigen, mahnt Heidi Klum.

″Sunshine″ Sabine kommt leider nicht so richtig aus sich heraus. Aber nett lächeln, das kann sie. Konkurrentin Anh dagegen hat die Rolle der traurigen Alice bekommen. Dafür bringt sie sich mit passender Musik in Stimmung. Außerdem denkt sie an ihre dunklen Stunden – an ihre Mutter, die zu wenig für sie da war, ihre Geschwister, die sie großziehen musste. Déjà-vu für den Zuschauer. Nicht schon wieder die Story.

Apropos nicht schon wieder: Wer hatte jetzt noch mal etwas gegen Sabine? Ach ja, Anh. Und Leticia auch. Wenigstens nützt ihr diese Tatsache beim Shooting: Leticia soll möglichst sauer aussehen. Wie praktisch, dass das bestens klappt, wenn sie an Sabine denkt. Für was so eine persona non grata nicht alles gut sein kann.

"Ich hab' nur gesagt, ich schmeiß' dich vom Balkon"

Von der Puppenkiste geht es für Heidis Mädchen auf einen simulierten roten Teppich. Opel mimt den Kunden, vor dem sich die Kandidatinnen behaupten müssen.

Das mutet lächerlich an, weil sie in Abendkleidern aus einem kleinen Opel Adam steigen und weil der schlecht inszenierte rote Teppich gefühlt 1,5 Meter lang ist.

Untermalt wird das Theater von einem ebenso schlecht inszenierten "Streit" zwischen den Juroren Thomas Hayo und Michael Michalsky. Hayo wirft Michalsky vor, er wolle den Kunden bei seiner Wahl beeinflussen. Eins steht fest: Die Zickereien sollten die beiden lieber den Kandidatinnen überlassen.

Die sind sich im Übrigen einig, dass Sabine den großen Opel-Job auf keinen Fall bekommen darf. Und die wiederum befürchtet, sich in Deckung bringen zu müssen, wenn es klappt. Dabei frohlockt sie: ″Ich glaube es gab noch keine bei 'Germany's next Topmodel', die vier Jobs hatte!″

Ob Sabine aufgrund eines möglichen Jobs Nummer vier um ihr Leben bangen muss? Leticia will sie – zumindest im Geiste – vom Balkon schmeißen - ein Glück, dass der Job an Carina geht.

Einmal lächerlich machen, bitte

Was den sogenannten ″Entscheidungswalk″ am Ende der Folge angeht, reiht sich der gestrige in die Kategorie ″sinnlose Lächerlichkeit″ ein.

Wenigstens amüsiert sich Modelmama Heidi mit einem fast hysterischen Lachen köstlich, als sie das Rad ankündigt. Die Meeeeedchen sollen darin schön und elegant laufen. Aber wozu eigentlich? Und muss man das als Zuschauer überhaupt noch verstehen?

Die Kandidatinnen zahlen den Preis der Lächerlichkeit, im Gegenzug kommen dieses Mal übrigens alle weiter – und es gibt Trost in Form des Überraschungsbesuchs aus der Heimat.

Ein kurzer Moment zwischen Rührung und Authentizität entsteht, als Lynn ihren Freund in die Arme schließt. Wie gesagt, nur kurz.

Denn das Rad dreht sich weiter: Schließlich kann nur eine ″Germany’s next Topmodel″ werden. Und die sollte nun wirklich im Hamsterrad des Modeldaseins eine vernünftige Figur machen.