Die Würfel bei "Germany's next Topmodel" sind gefallen. Im Interview plaudern die Juroren Thomas Hayo und Michael Michalsky über die Siegerin, die Branche und ihre Freundschaft.

Mehr Promi-News lesen Sie hier

Heidi Klum hat sich entschieden: Die diesjährige Gewinnerin von "Germany's next Topmodel" heißt Toni. Jetzt wird es ernst für die Siegerin. Die Branche ist hart, nur die besten haben Erfolg. Wie sich die diesjährige Gewinnerin wohl schlagen wird, inwiefern die Show sich in den letzten 13 Jahren verändert hat und was ihre Freundschaft ausmacht - darüber sprechen die beiden Juroren Thomas Hayo und Michael Michalsky im Interview.

"Germany’s next Topmodel 2018" steht endlich fest. Worin seht ihr bei Toni besonderes Potential?

Thomas Hayo: Ich muss ehrlich sagen, ich fand Toni von Anfang an top und hätte sie gerne in meinem Team gehabt, weil...

Michael Michalsky: Sie ist aber zu "Team Diversity" gegangen (grinst süffisant).

Thomas: Da wollen wir jetzt nicht drüber reden.

Toni hat alle Voraussetzungen: die Größe, die Figur und einen superinteressanten, modernen Look. Und sie ist in Vielem ein Naturtalent: Sie kann schauspielern, singen und nimmt sogar an Poetry Slams teil. Toni kann überall glänzen. Das ist gerade in der heutigen Zeit sehr wichtig.

Was hat sich in der Branche denn im Vergleich zu früher geändert?

Thomas: Früher waren die Mädchen nur Fotomodelle oder wurden für Werbespots gebucht. Heute ist das ein Multimedia-Business. Die Models müssen zum Beispiel im Interview glänzen, sich aber auch im Bewegtbild selbst inszenieren können.

Hat sich auch die Show "Germany's next Topmodel" in den letzten 13 Jahren verändert?

Thomas: Die Show ist relevanter denn je. Das Business hat sich der Show angeglichen. Früher war da oft die Frage: Sind das wirklich Topmodels? Da wurden die Models von Creative Directors, Fotografen oder Chefredakteuren ausgewählt. Inzwischen bestimmt die Masse mit. Große Social Media Follower-Zahlen bringen gleichzeitig auch große Power. Kendall Jenner, Gigi Hadid oder auch Cara Delevingne sind keine klassischen Models. Das sind vor allem Social-Media-Phänomene.

Erklärt das auch den Erfolg einer Stefanie Giesinger?

Thomas: Stefanie Giesinger ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Ich bin der Meinung, dass wir bei "Germany’s next Topmodel" ein Training auf allen Ebenen bieten. Das kommt den Models zugute.

Würdet ihr sagen, dass sich mit dem Wandel des Business auch das Frauenbild der Sendung im Laufe der Jahre verändert hat? Es gab ja immer wieder Kritik.

Michael: Ich bin der Meinung, dass Schönheit in unterschiedlichen Nuancen daherkommt, egal mit welcher Hautfarbe, sexuellen Orientierung und unabhängig von Geschlecht oder Alter. In meinen Augen ist Anders das neue Normal, und das wird in dieser Sendung inzwischen auch reflektiert.

Thomas: Im gesamten Business existieren mittlerweile vielseitigere Schönheitsideale. Früher war es klassisch in Laufsteg und Foto eingeteilt. Beim Laufsteg war man dann sehr reduziert auf das, was die Pariser Designer geschneidert haben. Da gab es nur diese eine Größe. Inzwischen hat sich das geändert. Das finde ich super.

Vielfalt wurde ja auch durch den Dragqueen-Walk zum Ausdruck gebracht.

Michael: Ich glaube, es ist eine sehr offene, tolerante Sendung. Der Mindset von allen Beteiligten ist so, sonst würde ich mich in dieser Sendung auch nicht wohlfühlen. Ich atme Vielfalt. Für mich ist das ganz normal, und ich glaube, inzwischen wird das für andere Leute auch immer normaler.

Thomas: Ich lebe seit 25 Jahren in New York, und da stellt sich die Frage gar nicht mehr. Das ist eine diverse Stadt. Von daher ist Vielfalt für mich schon immer wichtig gewesen. Ich finde es aber schön, dass sich das Business geändert hat.

Wird Toni also auch auf dem internationalen Markt Chancen haben?

Thomas: Ich sehe für sie auf dem internationalen Markt ganz klar Chancen. Die Frage ist: Geht sie ins Ausland und traut sich den Schritt zu? Die Mädchen müssen ins kalte Wasser springen, nach New York, nach Paris.

Was sollte sie jetzt tun?

Michael: Jetzt muss sie erst einmal durchatmen und sich dann darüber bewusst werden, was sie wirklich will. Es gibt jede Staffel tolle Gewinnerinnen, aber manche stellen dann für sich fest, dass das nichts für sie ist oder dass sie lieber im Influencer-Bereich unterwegs sind. Bei Toni glaube ich, dass sie wirklich alles geben wird und an einer internationalen Karriere interessiert ist.

Thomas: Vor allem hat Toni auch einen internationalen Background und keine Berührungsängste. Außerdem spricht sie perfekt Englisch. Sie hat wirklich alles, was man braucht.

Toni hat Interesse an einem Studium geäußert. Glaubt ihr, sie muss das jetzt erst einmal hinten anstellen?

Michael: Grundsätzlich sollte man immer das machen, was man machen möchte. Jeder muss das für sich selber wissen. Es gibt ja auch Möglichkeiten das zu kombinieren. Wenn sie das Gefühl hat, dass sie das als Sicherheitsnetz machen möchte, kann ich das gut nachvollziehen. Sie ist sehr smart und realistisch – why not?

Mit welchem Gefühl geht ihr aus der diesjährigen Staffel und was steht jetzt bei euch an?

Michael: Ich gehe mit einem super Gefühl raus. Es war eine tolle Staffel, die Spaß gemacht hat. Bei meinem Team lief es ja auch sehr gut. (Grinst Thomas an.) Am 06. Juli habe ich eine Fashion Show in Berlin. Da wird man einige der Models aus "Team Diversity" laufen sehen. Dann gibt es eine Parfum-Kampagne für den neuen Michalsky-Duft. Da wird auch eine der Damen, die wir im Finale auf der Bühne gesehen haben, eine wichtige Rolle spielen.

Thomas: Ich verbringe jetzt ein paar Tage in Deutschland mit der Familie, und dann geht es nächste Woche wieder zurück nach New York. Da habe ich einige Projekte, auf die ich mich freue. Die Zeit mit der Show war super und ein spannendes Abenteuer. Ich bin jetzt aber auch froh, mich wieder auf mein Leben in New York konzentrieren zu können.

Bleibt Ihr nach den Drehs in Kontakt?

Michael: Wir bleiben permanent in Kontakt. Auch wenn wir uns mal zoffen, sind wir gute Freunde.

Thomas: Wir zoffen uns doch gar nicht so oft.

Michael: Wir versuchen natürlich, Berufliches und Privates zu trennen. Aber wir sind sehr gut befreundet und stehen regelmäßig in Kontakt. Das möchte ich nicht mehr missen.

Thomas: Es ist eine Beziehung zwischen guten Freunden. Wir telefonieren oft, chatten oder nutzen FaceTime - wir sind in ständigem Kontakt. Wir sind zwar alle drei dauernd unterwegs - in LA, New York und Berlin -, aber wir finden immer Orte, an denen wir uns treffen und wo wir ausspannen und Spaß haben können.

(dar)

Bildergalerie starten

GNTM: So heiß war das große Finale

Zauberei, Musik und nackte Haut - wenn einer weiß, wie man die ganz große Show abzieht, dann ist es Heidi Klum.