"Good Fellas" feiert 30. Jubiläum: Das sind die besten Mafia-Filme

Am 19. September 1990 flimmerte in den USA das erste Mal "Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia" über die Kinoleinwände. Zum 30-jährigen Jubiläum von Martin Scorseses legendärem Mafia-Epos gibt es hier die besten Mafia-Filme aller Zeiten. © 1&1 Mail & Media/spot on news

... "Der Pate" (1972) einfach ein verdammt guter Film ist. Mit drei Teilen bietet sich die Reihe für einen kompletten Filmnachmittag geradezu an.
Fortgeführt wird die Corleone-Dynastie im zweiten Teil, der nicht nur als beste Fortsetzung, sondern auch als bester Teil der Reihe gilt, von einem noch sehr jungen Al Pacino als Don Michael. Seine eindringliche Darstellung beschert ihm gleich zwei Oscar-Nominierungen.
Im abschließenden Teil der Saga tritt Andy Garcia (links oben) als Vincent Mancini-Corleone in den Vordergrund – Al Pacino will sich aus dem organisierten Verbrechen zurückziehen. "Der Pate III" kann zwar nicht mehr ganz das Niveau der beiden Vorgänger halten, bringt aber dennoch die womöglich beste Mafia-Kinogeschichte aller Zeiten zu einem überaus würdigen Abschluss.
Martin Scorseses erster Streich: In seinem Mafia-Film-Debüt "Hexenkessel" von 1973 spielen der junge Harvey Keitel als Kleinkrimineller Charlie Cappa und der ebenfalls junge Robert De Niro als sein Freund Johnny Boy die Hauptrollen. Es ist der erste gemeinsame Film mit Scorsese und De Niro - der Auftakt zu einer kongenialen Zusammenarbeit und langjährigen Freundschaft.
Neben Ray Liotta (l.), Paul Sorvino und Joe Pesci überzeugte De Niro im Mafia-Drama "Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia" (1990). Der Film zählt zu Martin Scorseses größten Werken und als einer der besten Mafia-Filme überhaupt. Joe Pesci erhielt den Oscar für die beste Nebenrolle als cholerischer Mobster Tommy DeVito.
"Good Fellas" erzählt die Geschichte von Henry Hill (Liotta), der unbedingt ein großer Gangster werden will. Conway (De Niro) nimmt ihn unter seine Fittiche und führt ihn in die Strukturen der amerikanischen Cosa Nostra ein.
Henry avanciert zu einem angesehenen Mobster in der New Yorker Mafia, in der unter anderem auch Jimmys engster Vertrauter Tommy DeVito (Joe Pesci, 2.v.l.) agiert. Scorseses Mafia-Epos über die Hierarchie der Lucchese-Familie in der Cosa Nostra ist Kult, wenn auch nichts für Zartbesaitete.
Unberechenbar und unglaublich brutal: Joe Pesci verdient sich den Oscar 1991 für die beste Nebenrolle als italoamerikanischer Mobster Tommy nicht nur durch seine cholerischen Wutausbrüche, sondern auch sein eindringliches Charakterschauspiel.
"In den Straßen der Bronx" (1993) ist Robert De Niros erste Regiearbeit: Der Film, in dem er als Busfahrer und Vater der Hauptfigur auch selbst mitspielt, ist im New York der 60er angesiedelt. Mafioso Sonny (Chazz Palminteri) gibt dem jungen Calogero 'C' Agnello (Lillo Brancato/Francis Capra, l.) Einblicke in das Gangstergeschäft der Bronx und Ratschläge fürs Leben.
Im selben Jahr brachte Brian De Palma mit "Carlito's Way" seinen großen Mafia-Film heraus. Al Pacino als Mafioso Carlito Brigante und Sean Penn als sein Anwalt David Kleinfeld übernehmen darin die Hauptrollen. Für Pacino war es nach seiner "Der Pate"-Trilogie die nächste ikonische Mafia-Rolle.
Nur vier Jahre später mimte Pacino direkt den nächsten Gangster: In "Donnie Brasco" (1997) ist er der berüchtigte Mafioso Benjamin "Lefty" Ruggiero. Johnny Depp schleust sich als verdeckter FBI-Agent Joseph Pistone in die "Familie" ein.
Martin Scorsese ist zurück: Nach seinem Meisterwerk "Good Fellas" liefert die Regielegende mit "Casino" 1995 Nachschub. In dem Gangster-Drama wird Sam "Ace" Rothstein (Robert De Niro) damit beauftragt, ein neues Casino in Las Vegas aufzuziehen. Zur Unterstützung wird ihm sein Jugendfreund und Capo der Cosa Nostra, Nicky Santoro (Joe Pesci), an die Seite gestellt.
Erst sind die beiden Partner, werden dann aber zu Kontrahenten. Nach "Good Fellas" sind De Niro und Pesci erneut in einem Scorsese-Streifen über die Mafia zu sehen – es soll nicht ihr letzter bleiben.
Für Joe Pesci war die Oscar-Nominierung in "The Irishman" eine logische Konsequenz seiner vielen Gangster-Rollen - vor allem in Scorsese-Filmen. Robert De Niro entwickelte sich dabei zu einem kongenialen Partner beziehungsweise Gegenspieler.
Natürlich glänzt auch Al Pacino in "The Irishman" als Gewerkschaftsführer Jimmy Hoffa. Einzig die angewendete CGI-Technik, die die Darsteller im Film teils um mehrere Jahrzehnte verjüngt, hat der Glaubhaftigkeit der Charaktere etwas geschadet.
Zuletzt spielten die beiden Männer zusammen in Martin Scorseses Mafia-Epos "The Irishman". Robert De Niro übernimmt in dem opulent erzählten Thriller die Rolle des Iren Frank Sheeran, Al Pacino die des Gewerkschaftsführers Jimmy Hoffa.
Scorsese, der selbst im rauen Little Italy im New York der 50er-Jahre aufgewachsen ist, setzte sich in vielen seiner Filme intensiv mit dem Sujet der Gangster und Mafiosi auseinander. In seinem Thriller "Departed – Unter Feinden", dass ihm 2007 endlich den langersehnten Regie-Oscar bescherte, ist es dieses Mal Schauspiellegende Jack Nicholson, der als wahnsinniger Mafia-Boss Frank Costello für Gänsehaut-Momente sorgt.
Doch nicht nur Nicholson brilliert in "Departed": Auch Leonardo DiCaprio, Matt Damon, Martin Sheen, Mark Wahlberg (r.) oder auch Alec Baldwin (l.) liefern große Schauspielleistungen in dem blutigen und hochspannenden Gangster-Werk ab.
Einen melancholischen und zugleich brachialen Einblick in die Strukturen der russischen Mafia bietet David Cronenbergs Thriller "Tödliche Versprechen - Eastern Promises" von 2007. Genial sind dabei vor allem die Auftritte von Viggo Mortensen (r.) und Vincent Cassel.
Mal kein Martin Scorsese, dafür Ridley Scott: In "American Gangster" stehen sich die beiden Oscar-Preisträger Denzel Washington als Drogen-Boss Frank Lucas und Russell Crowe als Detective Richie Roberts gegenüber.